Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal, die Zweite

BI Bäume für Kreuzberg

Offizieller Start des Beteiligungsprozesses zur Weiterentwicklung des südlichsten ELK-Abschnitts

Pfad

Fußpfad

Am kommenden Dienstag, 8.2., wird die nächste Runde [Schlussgong der ersten siehe hier] im großen Qualifizierungsepos über den Luisenstädtischen Grünzug und zivilgesellschaftliche Partizipierung in F’hain-Kreuzberg eingeläutet. Und wieder ist es der Fördertopf  „Städtebaulicher Denkmalschutz“, den der Bezirk für notwendige Verbesserungen dieses Gartendenkmals gerne anzapfen möchte.

Damit setzt die Bezirksverwaltung jenen Beschluss der BVV vom 25.11.09 um, der den Endpunkt der ersten Runde gesetzt hatte. Denn dort heißt es nicht nur:

„Eine Besonderheit des ELK auf Kreuzberger Seite ist seine Gestaltung aus den 80er Jahren, die unter beispielhafter Beteiligung der AnwohnerInnen geplant und umgesetzt wurde. Dies ist zu bewahren und weiterzuentwickeln.“

und:

Wegeverbreiterung und Trampelpfad signalisieren Bedarf

Wegverbreiterung signalisiert Bedarf

„Schutz von Stadtnatur und ökologischer Funktion in den städtischen Grünanlagen ist notwendig für eine nachhaltige und lebenswerte Stadtentwicklung. Die entsprechenden Potentiale im ELK sind zu bewahren und weiterzuentwickeln. Dies gilt insbesondere bei der Pflege der Anlage.“

sondern auch:

„Das Bezirksamt wird ersucht, sich bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung/Landesdenkmalamt dafür einzusetzen, dass der Umbau des Grünzuges auf dem Gelände des ehemaligen Luisenstädtischen Kanals (ELK) zwischen Oranienplatz und Urbanhafen weiterhin durch das Programm ‚Städtebaulicher Denkmalschutz‘ gefördert wird.“

Nun wird es also eine erste BürgerInnen-Informationsveranstaltung über den südlichsten Abschnitt zwischen Wassertorplatz und Urbanhafen/Landwehrkanal geben − jener Abschnitt, über den es seinerzeit aus dem Munde Klaus Lingenaubers vom Landesdenkmalamt (LDA) hieß, dies sei der einzige Teilabschnitt, bei dem er sich vorstellen könnte, die derzeitige Gestaltung als denkmalschutzwürdig einzustufen. Insofern ist es nicht ausgeschlossen, dass hier die Synthese gelingt, die Kriterien von LDA, BVV und den dort wohnenden Menschen zusammenzuführen, den Abschnitt also mit Mitteln des Fördertopfes zu sanieren und behutsam weiterzuentwickeln.

Wir halten das Korsett, das insbesondere mit dem BVV-Beschluss festgelegt wurde, für eng genug, um auch in unserem Sinne eher Verbesserungen gegenüber dem derzeitigen Zustand erreichen zu können. Wir befürchten keine Naturvernichtung, sondern sehen eher die Möglichkeit, die ökologische Qualität und das Naturerleben in dem Teilabschnitt verbessern zu können.

Sanierungsbedürftige Treppe

Sanierungsbedürftige Treppe Fraenkelufer

Um diesmal bei der BürgerInnenbeteiligung keine Fehler zu machen, lud der Bezirk am 29.11.2010 die QMs Kotti und Wassertorplatz, sowie den Bürgerverein Luisenstadt und die BI Bäume für Kreuzberg ins Rathaus, um die Vorstellungen von Bezirksverwaltung und Stattbau bezüglich des Vorhabens zu diskutieren. Es war eine recht produktive Zusammenkunft, was wenig verwundert, geht es doch dieses Mal nicht um eine denkmalgerechte Rekonstruktion mit Tieferlegung der Grünzugs und Rodung seines gesamten Baum- und Strauchbestands, sondern „nur“ um behutsame „Qualifizierung“. Dafür sollen auch Hinrich Baller und sein Architekturbüro stehen, die Ende der 80er Jahre diesen Teil des Grünzuges gemeinsam mit den AnwohnerInnen geplant haben. Sie werden den gesamten Prozess begleiten, voraussichtlich auf der Informationsveranstaltung am 8.2. anwesend sein und auch die verschiedenen Varianten in den Workshops mit entwickeln.

Unsere Essentials

BürgerInnenbeteiligung, die über reine Information und Sammlung von Ideen und Anregungen hinausgeht. Es soll ein Beteiligungsprozess sein, der unter Hinzuziehung von Fachleuten und PlanerInnen die Bedürfnisse der Menschen aufnimmt und Vorschläge für deren Umsetzung erarbeitet, während gleichzeitig der Charakter und das vorhandene Naturpotential gestärkt werden. Am Ende sollte eine Planung stehen, die mit allen Beteiligten abgestimmt ist, und das sind in erster Linie die AnwohnerInnen und NutzerInnen der Grünfläche.

Urbanhafen mit TAU

Turmspitze der Kirche am Südstern: auf diesen Ausblick legt das LDA großen Wert!

Die den Wassertorplatz zerschneidende Skalitzer Straße ist der bei weitem größte Störfaktor im Grünzug. Mittel aus dem Fördertopf können auch zu einer Fahrbahnverengung und Vergrößerung der Grünfläche verwendet werden. Auf der gesamten Fläche muss das vorhandene Naturpotential fachkundig ermittelt und darauf hingewirkt werden, dass die Bedingungen für Flora und Fauna nachhaltig verbessert werden (Stichwort Strukturreichtum). Daran müssen auch die künftigen Pflegekriterien ausgerichtet werden.

Wir freuen uns natürlich über jede Unterstützung in dieser Richtung!

Kommt also ALLE nächsten Dienstag, 8. Februar um 18 Uhr ins Statthaus Böcklerpark und bringt Euch ein! Denn auf dieser Veranstaltung wird es vor allem darum gehen, sich auf die Schwerpunkte der Weiterentwicklung und über den Fortgang des Beteiligungsverfahrens zu verständigen.

Die derzeit geplanten Termine und Zeiträume

08.02.2011 BürgerInneninformationsveranstaltung zum Projekt
17.02.2011 BürgerInnen-Workshop
21. oder 22.03.11 Präsentation der Varianten für Vorentwurf,
Entscheidung für eine Variante
Ende März 2011 bestätigter Vorentwurf
Anfang Juni 2011 Information aller Beteiligten
über die abgestimmte Planung
30. Juni 2011 fertige BPU-Antragstellung

Stattbau-Einladungsplakat

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