Wir halten nicht inne!

Jubiläumssitzung des Mediationsforums „Zukunft Landwehrkanal“

Niemand da von der WSD Ost

Im Konferenzraum des WSA war zur 25. Sitzung des Mediationsforums am vergangenen Montag (15.11.) schon vor Beginn kaum ein Platz mehr frei, doch ungeachtet der allseits konstatierten Kommunikationsprobleme mit dem BMVBS fehlten krankheitshalber oder auf Grund von Terminschwierigkeiten ausgerechnet VertreterInnen der WSD Ost. (Und auch SenStadt war mal wieder, wenn auch ebenfalls entschuldigt, nicht vertreten.)

Dafür lädt der Abteilungsleiter für den „nassen Bereich“ im Verkehrsministerium, Reinhard Klingen, der bekanntermaßen nicht mehr von der Wichtigkeit des Verfahrens und der Notwendigkeit des Erreichens guter, einvernehmlicher Lösungen überzeugt werden muss, im Januar ins BMVBS. − Die Mediationsmuffel sitzen hingegen in anderen Abteilungen des Hauses, namentlich da, wo übers Geld entschieden wird, so dass es doch sehr zu begrüßen wäre, wenn auch von dort ein Emissär entsandt würde bzw. einE VertreterIn der mediationskritischen Fraktion im Ministerium, die gegenüber den seit drei Jahren ehrenamtlich an der Planung einer ökologisch nachhaltigen Sanierung des LWK sich intensiv beteiligenden BürgervertreterInnen ruhig mal die Deckung verlassen könnte… − Aber sicher wissen wir um unsere Naivität: und warten’s also ab.

25. Sitzung des Mediationsforums "Zukunft Landwehrkanal"

25. Sitzung des Mediationsforums "Zukunft Landwehrkanal" am 15.11.2010

Mehr Kommunikation

Die Optimierung bzw. Wiederaufnahme der Kommunikation des längsten Mediationsverfahrens vor allem mit der interessierten und betroffenen Öffentlichkeit − gerade im Reflex auf die Schlichtung Stuttgart 21; dem niemals zuvor so breiten, deutschlandweiten Widerstand gegen einen Castor-Transport etc. − in Form einer schon so lange überfälligen, vom Forum zu organisierenden physich-realen öffentlichen Veranstaltung bleibt nach Aussage des Mediationsteams aber weiterhin ganz oben auf der Agenda. Mit einem freundlichen Zeitungsartikel [siehe auch hier] unter noch dazu etwas irreführender Überschrift ist’s da nämlich nicht getan. Und Protestbereitschaft bleibt angesichts der jederzeit zu gewärtigenden Rückfälle des WSA in alte Verhaltensmuster, wie bspw. vor Jahresfrist am BSK, nach wie vor vonnöten.

WSA-Kompensationen am Nordhafen

À propos: gemäß Absprache haben am BSK in der vorvergangenen Woche die Nachpflanzungen mit einheimischen Gehölzen (Bäumen und Sträuchern) im Bereich des Nordhafens  begonnen. Immerhin eine Good-will-Aktion des Amts. Auch der Betroffenenrat Lehrter Straße wurde darüber informiert und ist weiterhin an enger Zusammenarbeit interessiert. Es steht zu hoffen, dass uns die BfG-VertreterInnen rechtzeitig übers Voranschreiten der Entwicklung eines Unterhaltungsplans informieren, auf dass wir in dessen Diskussion einbezogen werden. − In puncto Landnahme der dortigen KleingärtnerInnen, ihrer Parkerei auf dem Uferstreifen des Kanals etc. hat sich bisher leider nichts geändert.

Aber zurück zur „Zukunft Landwehrkanal“:

Präsentation des Baum-Katasters

In weniger als vier Monaten erstellte die Firma rmk ein datenreiches Kataster der viereinhalb Tausend Bäume (ab 30 cm Stammumfang) entlang der 22 km Kanalufer. Die eigentliche Feldarbeit, die zwei mit High-Tech-Instrumentarium ausgerüstete Mitarbeiter bei jeder Witterung und von den SpaziergängerInnen samt ihren Hundeschaften weitgehend unbehelligt durchführten, beanspruchte wohl nur knapp zwei Monate. Bedauerlicherweise hat es sich nicht ergeben, dass BürgervertreterInnen mal vor Ort dabei sein konnten.

Projektleiterin Ines Wiegand und der baumsachverständige Bernd-Otto Bennedsen präsentierten dem Forum unter den Schwerpunkten Artenvielfalt, Altersstruktur und Kronenüberhang ausgewählte Aspekte dieser Arbeit. Als allgemeines Fazit wurde der für einen innerstädtischen Raum, auch dank des feuchten Mikroklimas, überraschend gute Baumzustand und die ausgewogene Altersstruktur des Bestands hervorgehoben. Insgesamt 144 Arten sind vertreten, Spitzenreiter der Ahorn mit elf Unterarten, gefolgt von der für Gewässerränder typischen Weide mit acht Varianten, wenig Nadelgehölzen und ca. fünfzig Prozent Neophyten: von der Robinie über die Kaukasische Flügelnuss bis zum Japanischen Schnurbaum. Die ältesten Bäume − eine Ahornblättrige Platane und eine Stieleiche − finden sich am Reichpietschufer und sind 150 bzw. 200 Jahre alt! Die Altersbestimmung erfolgte einerseits nach der „steifen“ Mitchell-Formel [Baumalter = Stammumfang dividiert durch 2,5], aber modifiziert durch die in weiteren Excel-Tabellenspalten typisiert verzeichneten Standortfaktoren, dem u. U. bekannten Pflanzdatum u.a.m.

Die ältesten Bäume am Landwehrkanal

Die ältesten Bäume am Landwehrkanal ©rmk

Bei Bestimmung der Altersstruktur kann das Tortendiagramm [siehe S. 10 des PDF] jedoch arg in die Irre führen. Hier muss sichergestellt werden, dass die Datensätze nach verschiedenen Altersstrukturkriterien ausgewertet werden können, denn Pappel oder Weide erreichen bspw. ihre Reifephase und damit volle ökologische Wertigkeit viel eher als etwa die Stieleiche, sind mit 35 Jahren nicht mehr in der „Jugendphase“.

Weit weniger als die Hälfte der Bäume ragen über die Uferlinie hinaus und können potentiell mit der Sanierung der Ufermauer konfligieren, erwartungsgemäß am weitesten die Weiß- oder Silberweiden (Salix alba) mit bis zu 13 Metern über die Kanalmitte hinaus, weshalb ihr ganz besonders das Landschaftsbild prägender Bestand im Rahmen der Präsentation auch einer exemplarischen Betrachtung unterzogen wurde.

Bennedsen/rmk Weiden-Bilder

Weiden-Bilder ©Bennedsen (rmk)

Die Präsention machte aufs Forum und insbesondere die Baumsachverständigen insgesamt einen sehr guten Eindruck. Nachfragen, ob bspw. die Standorte überhängender Bäume mit Art und Zustand der Uferbefestigung korreliert werden können, wurden von der Leiterin der WSA-AG LWK, Frau Dr. Ernst, bejaht: die entsprechenden Daten könnten noch eingepflegt werden, ebenso die Daten, die der Co-Autor des Großen gartendenkmalpflegerischen Gutachtens, Theseus Bappert, hinzufügen will, denn unter Denkmalaspekt wird auch noch weiter vom Uferbereich entfernt stehender Baumbestand berücksichtigt. Auch sei z. B. abfragbar, wie viele Bäume in der vom WSA aus Verkehrssicherungsgründen einst proklamierten drei Meter breiten „Rasierfläche“ stehen, wie es ein Bürgervertreter ausdrückte.

Webbasierte Datenbank

Schließlich aber muss es um die Frage gehen, ob die Aufbereitung der beachtlichen Datenmenge in einer allgemein zugänglichen, sprich: webbasierten Datenbank mit den verschiedensten Abfrage-, also Filtermöglichkeiten erst nach Integrierung der durch die eigentliche UVS gewonnenen Daten erfolgen sollte, um dann etwa den ökologischen Wert eines Baums oder Gehölzensembles auch hinsichtlich der faunistischen Artenvielfalt darstellen zu können, oder ob eine solche Datenbank, allein auf die Bäume fokussiert, schon vorher allgemein zugänglich gemacht werden sollte, um z. B. die Art der Einbringung von Spundbohlen hinsichtlich des zu beachtenden Kronenüberhangs ohne großen Aufwand schon vorab entscheiden zu können.

Frau Ernst stellte klar, dass die Datenbank nur während der Phase der Sanierung weiter aktualisiert werde, worüber mit Blick aufs weit über das Verkehrliche hinaus gewachsene ökologische Aufgabenfeld der WSV im Rahmen der Wasserstraßen-Unterhaltung und die von der BfG zu erstellenden Unterhaltungspläne schon noch zu reden sein wird.

Obwohl Dipl.-Ing. Bennedsen nicht nur Baumsachverständiger, sondern auch Autodidakt in Mykologie, Entomologie und Fledermauskunde ist, kam entgegen seiner Ankündigung beim Auftaktgespräch am 7. September der entsprechende Detektor nach Feierabend leider doch nicht zum Einsatz, weil den entsprechenden Untersuchungen im Rahmen der UVS nicht vorgegriffen werden sollte. Schade! Gerne hätten wir bspw. gegenüber dem F’hain-Kreuzberger Grünflächenamt mal paar empirische Daten gehabt, aus der die Relevanz des hiesigen Altbaumbestands für den Schutz der Biodiversität erhellt.

Bausaison in der Wintersperrzeit

Seit Anfang November ist der LWK wie jedes Jahr bis zum 30. März für die Fahrgastschifffahrt gesperrt, und nun stellt sich natürlich die Frage, ob und wie nach dem Rückpfiff aus dem BMVBS im Sommer dieser Winter für die weitere Sanierung genutzt werden kann. Annette Ernst gab hierüber umfassend Auskunft, ja sogar über die Art und Weise der Aktenablage ihrer Arbeitsgruppe.

Corneliusufer

Nach einer Verlängerung der Ausschreibungsfrist für die Vollendung der Verspundung dieses längsten Abschnitts mit den gesicherten Bäumen bis zum 5. Oktober − und zwar hatte sich auf Grund des Auffindens eines BWB-Einlaufbauwerks, das eine Verspundung überflüssig macht, die zu bearbeitende Strecke um 18 Meter verkürzt − erhielt am 29.10. die Fa. Johann Bunte den Zuschlag und begann am Tag der 25. Forumssitzung im Steglitzer Hafen mit dem Verschweißen der dort zwischengelagerten Einzel- zu Doppelspundbohlen (der Crush Piler kann nur solche verpressen) sowie mit der erforderten Einkürzung und soll am 22. bzw. 23.11. mit dem eigentlichen Verspunden beginnen.

Corneliusstraße mit unfertiger Verspundung

Corneliusstraße mit unfertiger Verspundung ©WSA

Eine Bautafel nach dem Muster der Teststrecke am Paul-Lincke-Ufer wird auf der Promenade errichtet, AnwohnerInnen und sonstige Stakeholder werden kommenden Montag eine WSA-Infopost im Briefkasten finden. Gerne wäre auch der Vertreter des BA Mitte im Vorfeld informiert worden, hätte an der Bauanlaufbesprechung teilgenommen, in deren Verlauf die Fa. Bunte auch für den Baumschutz sowie ein Agieren im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit sensibilisiert worden ist, und anschließend am 16.11. darüber im BVV-Umweltausschuss berichtet, zeigte sich mithin einigermaßen irritiert, wurde jedoch nun immerhin für Beginn kommender Woche gemeinsam mit dem Baumsachverständigen zum „Initialisierungsgespräch“ geladen.

Die knapp vier (!) Vegetations- und Wachstumsperioden hindurch korsettierten Kastanien entlang der Corneliusstraße stehen in einem Abstand zur Uferkante, der, anders als etwa die Linden am Tempelhofer Ufer, kein Tangieren der Kronen erwarten und also die Schadenswahrscheinlichkeit relativ gering erscheinen lässt. Auf Intervention einer Bürgervertreterin wurde gleichwohl klargestellt, dass der auch gegenüber den Wasserbauern weisungsbefugte „Bauleiter Baumschutz“ nicht erst gerufen zu werden braucht, wenn bereits Baumschäden entstanden sind, sondern Dr. Barsig muss im übergeordneten WSA-Auftrag nach eigenem Dafürhalten jederzeit auf der Baustelle erscheinen können.

Allerdings sollte beim Abnehmen der Manschetten und Abräumen der „Brockelmänner“, also der notorischen 200.000 Euro schweren Betonquader [die Kosten der zweimaligen Manschetten-Optimierung nicht mitgerechnet!], unbedingt eine erfahrene Baumpflegefirma einbezogen werden und sowohl der Baumsachverständige als auch der Bezirksamtsvertreter den Rückbau dieser sinnfreien Installation überwachen.

Das sog. GRB-System, das ggf. ein Verspunden bei laufendem Schiffsverkehr und damit eine erhebliche Beschleunigung der Sanierung ermöglicht, indem der Kran, der die Stahlbohlen zureicht ebenso wie die Presse auf der jeweils bereits eingebrachten Spundwand hin und her fährt, wird leider nicht erprobt, da in der Wintersperrzeit kein Anbieter ein zwar ausdrücklich erwünschtes derartiges Nebenangebot, das die Aufrechterhaltung des Schiffsverkehrs erlaubt, wie es recht schwammig in der Leistungsbeschreibung hieß, schon aus Kostengründen abgegeben hat. Es wird also keinen Testlauf des GRB-Systems geben, worauf die BürgervertreterInnen großen Wert legen, aber der Ingenieur der AG LWK, Marcel Heier, gab sich überzeugt, dass das genannte System auf jeden Fall funktioniere und auch keine wasserschutzpolizeilichen Bedenken hinsichtlich weiterlaufenden Schiffsverkehrs bestünden. – Gerrit Riemer, seinerzeit noch Leiterin des Sachbereichs 2, hatte sich damals ganz anders geäußert, während sich Amtsleiter Scholz nun auffällig zurückhielt, eigentümlich befangen wirkte und zu unserer Verwunderung gar behauptete, die eingesetzte Technik habe mit der − nunmehr für Februar avisierten − Konzeption der Entwurfs-Haushaltsunterlage (HU) gar nichts zu tun, gehe es doch dabei einzig um Kosten und die Zeitschiene…

Allerdings gilt es unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten, den Einsatz des genannten Systems während der Brut-, Laich- und Vegetationsperiode wie auch gegenüber anderen Kriterien unseres Katalogs abzuwägen: So wird die Freizeitnutzung bei sommerlichem Verspunden sicherlich beeinträchtigt, doch sticht dieses Argument wiederum insofern nicht, als diese Nutzung illegal hinter Bauzäunen erfolgt, und gestörte Brutpaare könnten, da die Verspundung ja relativ schnell erfolgt, eine Zweitbrut anschließen. An Laichplätzen sollte während der entsprechenden Zeit nicht verspundet werden, wobei wiederum zu prüfen ist, ob diese wenigen Plätze im LWK in einer für die Fischfauna durchlässigen Art verspundet werden können.

Lohmühlenstraße

Die Schäden am mit 1,2 km bislang längsten zu sanierende Abschnitt entlang der Lohmühlenstraße werden von der Fa. Gedenk zwei Monate lang detailliert dokumentiert, wobei auch die inzwischen korrigierten Lastannahmen zum Baumbestand und z. B. auch die georadiologischen und -physikalischen Untersuchungen vom Göttinger Professor Weihs einfließen. (Diese sind dem Forum übrigens noch immer nicht präsentiert worden, sollen aber am 29.9. bzgl. Cornelius-Kastanien verifiziert worden sein.) Was die Kampfmittelsondierung und -räumung angeht, so sucht derzeit die Fa. SeaTerra Geophysik nach der optimalen Variante [siehe auch die sehr detaillierte Präsentation der AG LWK sowie den 73. WSA-Newsletter].

Und last not least soll die In-situ-Sanierung der Ufermauer oberhalb der Wasserlinie in den sechs verspundeten Abschnitten, wenn auch nicht, wie es wünschenswert gewesen wäre, in Lose aufgeteilt und im Wettbewerb verschiedener Ingenieurbüros, betrieben werden. Die Ergebnisse der von GuD evaluierten Sanierung des Anlegers Kottbusser Brücke ließen sich nicht ohne weiteres auf andere Abschnitte mit ihrer je eigenen Spezifik übertragen; die Auswertung der Crush-Piler-Teststrecke am Paul-Lincke-Ufer durch die Fa. Obermeyer aber liegt noch immer nicht in präsentabler Form vor.

Sondierbereich Lohmühlenstraße

Sondierbereich Lohmühlenstraße ©WSA

BürgerInnen-Vorschläge müssen, um berücksichtigt zu werden, mehrfach besser sein

Auch hier wäre natürlich ein Forumsbeschluss zur einzusetzenden Primärsanierungsvariante und damit die Möglichkeit einer recht präzisen Eingrenzung des Untersuchungsfelds entlang der voraussichtlichen Spundwandtrasse analog zu den bereits wasserseitig größtenteils gesicherten Abschnitten 1 bis 6 plus der Teststrecke Paul-Lincke-Ufer (insgesamt 420 m) jedenfalls nach Meinung der BürgervertreterInnen sehr hilfreich −, allein Frau Dr. Ernst hat wiederholt deutlich gemacht, dass WSA wie WSD kein Mandat mehr hätten, einen solchen Forumsbeschluss mitzutragen, weshalb es ihn (→ Konsensprinzip) auch nicht geben kann!

Das sei auch für uns Anlass, auf den [kostenpflichtigen] Artikel im letzten Spiegel (46/2010) zu verweisen, wonach die WSV Steuermillionen zumal im „Beitrittsgebiet“ nicht eben nachhaltig verausgabt und die allermeisten Kanal-, Schleuen- und Hafen-Neu- bzw. Ausbauten nach dem sog. Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 17, von krassen Fehlprognosen ausgehend, buchstäblich in den Sand gesetzt wurden. (Signalisiert Minister Ramsauers hocherfreuliches Stoppen des Ausbaus der Kleinmachnower Schleuse hier womöglich ein Umdenken?)

Für uns ist es mehr oder minder rätselhaft, auf jeden Fall aber völlig inakzeptabel, dass es Vorschläge von Seiten der beteiligten BürgerInnen, die neben Lärm- und Abgasemissionen auch richtig Zeit und Geld sparen, dennoch  so unverhältnismäßig schwer haben, beim BMVBS überhaupt Gehör zu finden, geschweige denn sich gegenüber jenen des Amts durchzusetzen.

Kreuzungsfreier Uferradwanderweg

Einem oftmals gegenüber dem Ministerium, vor allem aber der hier ja primär zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung [Abteilungsleiter Rainer Nagel, Senatorin Ingeborg Junge-Reyer] wiederholten, von Tausenden von Unterschriften flankierten und im Hinblick auf Klimaschutz und CO2-Vermeidung durchaus strategischen Vorschlag von BürgerInnenseite, nämlich die Anlage eines kreuzungsfreien Uferradwanderwegs, erging es bekanntlich bislang ebenso. (Wenn wir allerdings die Senats-Radwegeplanung und -ausführung auf dem Gelände des Gleisdreieckparks oder des Nord-Süd-Grünzugs betrachten, wandelt uns zuweilen der ketzerische Gedanke an, ob das für die Vegetation der Uferböschungen des LWK nicht vielleicht sogar ein Glück sein könnte…)

Nun aber hören wir, dass der zuständige Referatsleiter und kommissarische Fahrradbeauftragte Heribert Guggenthaler sich weder einer Machbarkeitsstudie noch entsprechenden Planungen verschließen würde, wenn –, ja wenn die Stelle im BMVBS, die unter weiland Wolfgang Tiefensee der für die Umsetzung des Bundesradwegeplans sehr engagiert tätige Guido Zielke bekleidete, endlich wieder besetzt werden würde. Weil darüber hinaus völlig offen ist, wer zahlt, heiße es deshalb vorderhand Abwarten… − womöglich auf eine Regierende Künast?

Vorhaben Dritter

Angeblich wegen der Baumaßnahmen rund um die neue Liegestelle an der Spree in Oberschöneweide konnte sich Riedel-Geschäftsführer Lutz Freise den Planungen zum behindertengerechten 90m-Schiffsterminal an der sanierten Anlegestelle Kottbusser Brücke noch nicht weiter widmen. Der Hürden waren und sind denn auch gar viele. So werden wir erst zu einem späteren Zeitpunkt über die optimierte Planung informiert, aber da sie laut Freise ebenfalls noch in dieser Sperrzeit umgesetzt werden sollte, bleibt nicht mehr viel Zeit. (Dass entgegen der Pirch’schen Stellungnahme des BA F’hain-Kreuzbergs schon gegenwärtig die Nutzung des Anlegers durch Sportboote statt Fahrgastschiffe möglich sei, hat übrigens das WSA-Schifffahrtsbüro inzwischen bestätigt.)

Van Loon

Wegen des geplanten Austauschs seines im Kreuzberger Urbanhafen fest verankert liegenden Restaurantschiffs Van Loon gegen einen neun Meter längeren und vier Meter breiteren Neubau, der inklusive der Dalben für anlegende Sportboote sieben Meter weiter ins Hafenbecken hineinragen würde, bemühte sich Eigner Carsten Sahner mal wieder ins Mediationsforum, brachte auch gleich einen Architekten und weitere Unterstützerinnen mit und reagierte mit völligem Unverständnis auf die Vorbehalte naturschutzbewegter BürgervertreterInnen gegenüber seinem Ansinnen. In Fragen der Ökologie sei er schließlich „der Macher“, denn wie schon die alte, werde auch die neue Van Loon durch Solarenergieversorgung autark, absolut CO2-neutral und emissionsfrei sein. − Allein Umweltschutz und Naturschutz, weit davon entfernt, dasselbe zu meinen, können im Gegenteil eben durchaus konfligieren.

Vor allem stellen sich zwei Fragen:

Unweit des Liegeplatzes dieses auch unter Touristen beliebten schwimmenden Restaurants mit seinem ganz speziellen Ambiente findet sich die ruhigste, geschützteste Stelle im gesamten Hafenbecken, was die NaturschützerInnen im Mediationsverfahren, nicht zuletzt von Fachleuten ermuntert, veranlasste, u.a. ebendieses Areal als möglichen Bereich für A&E-Maßnahmen auszuzeichnen. Die zu erwartende Zunahme der Gästefrequenz der Van Loon und ihre höhere Flächenbeanspruchung laufen dem offensichtlich zuwider. Welche Kompensationsmaßnahmen für den Eingriff in Natur und Landschaft sind hier also zu leisten, sollte dem Antrag tatsächlich stattgegeben werden? – Da Sahners Präsentation noch viele Fragen offen lässt, wurde gleich ein Arbeitskreis konstituiert und am 16.12. ein Treffen verabredet, wofür jedoch vor allem auch ein fachwissenschaftlicher Input vonnöten ist.

Und dann:

Wird im Falle einer Genehmigung − WSA und LDA sehen weder schifffahrtspolizeiliche noch denkmalpflegerische Probleme; für die Untere Naturschutzbehörde F’hain-Kreuzbergs hingegen ist die Art des Bescheids noch völlig offen − ein Präjudiz auch für andere Antragsteller geschaffen, die ebenfalls Pläne in der Schublade haben, und die gemeinsame Verabredung, Neubau oder Erweiterungen von Anlegestellen/Liegeplätzen erst im Rahmen eines Gesamtkonzept zu klären, verlassen? Reederverbandsvertreter Grondke, der ans WSA eigens zwecks Erhalt eines Negativbescheid einen Antrag gestellt hatte, will die Konsequenzen im Falle eines positiven Bescheids für Sahner noch überdenken.

25. Forumssitzung

25. Forumssitzung am 15.11.10

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1 Kommentar

  1. Anuschka Guttzeit said,

    22. November, 2010 um 11:58

    Wie die Einladung aller MediationsforumsteilnehmerInnen durch Herrn Klingen ins Bundesverkehrsministerium im Januar 2011 nun endlich konkret zustande kam, kann man u.a. ab S. 13 im beschlossenen Protokoll der Mediationsforumssitzung „Zukunft Landwehrkanal“ vom 13. September 2010 nachlesen.

    http://www.landwehrkanal-berlin.de/mediationsforum/protokolle.html


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