Nachschläge zum Fällprogramm in F’hain

Die Pappeln hinterm Jugendclub

Pappel Nr.7, Gryphius 29

Pappel Nr.7 in der Gryphius 29 Keine Gebäudeschäden!

Die kerngesunde, großgewachsene Pappel Nr. 7 auf dem Gelände des Jugendclubs in der Gryphiusstraße 29, die nur deshalb gefällt werden soll, weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass sie während eines Sturms aufs Gebäudedach stürze, wird nach Aussage des neuen Leiters der dortigen Einrichtung in naher Zukunft nicht fallen. Gerade letzten Dienstag, 10.8., habe der zuständige Mitarbeiter der Friedrichshainer Dependance des Fachbereichs „Naturschutz und Grünflächen“ vorbeigeschaut und definitiv ausgeschlossen, dass der Baum während dieser Brut- und Vegetationsperiode abgesägt werde − es sei auch keinerlei Auftrag ergangen −, dafür aber im Oktober, denn nach wie vor wird aufrecht erhalten und vom Leiter auch bekräftigt, der Baum stünde viel zu dicht an der Hauswand − was ja nun nicht erst neuerdings der Fall ist.

Pappel Nr.7, Gryphius 29

Zu dicht am Gebäude?

Keinerlei Schadsymptome

Nach unserer Einschätzung jedenfalls gibt es keinerlei Symptome für eine Schädigung des Fundaments, denn wenn die Flachwurzler auch noch so viele Gewegplatten anheben, wachsen sie doch nie in die Tiefe, um sich als Mauerboxer oder -brecher zu betätigen. Die starken Zugwurzeln verlaufen erkennbar diametral von der Hauswand weg. Mit dieser Begründung oder eben der anderen, dass sie bei Sturm aufs Dach kippen könne, ließen sich übrigens auch sämtliche Nachbarpappeln − durchweg ebenfalls gesunde, stattliche Bäume − auf die Liste setzen.

Krieg gegen die Bäume?

Pappel Nr.7, Gryphius 29

Gesund und imposant!

Sodann erhielten wir Nachricht und Bildmaterial [siehe Foto unten; zum Vergrößern bitte anklicken!] von der Pappelreihe vor dem UNIVERSAL-Gebäude in der Stralauer Allee 1, neue beklemmende Dokumente vom „Krieg gegen die Bäume“, den der Bezirk mitten im Sommer unbeirrt fortzuführen entschlossen scheint.

Wir fragen uns, ob die komplette Entastung der Bäume vielleicht ihrer Umnutzung als Fahnenstangen oder Gerüst für Werbebanner des Global Players dienen soll. Und all das mitten in der Wachstumsperiode! Womit bitte sollen diese Stangen jetzt noch Photosynthese durchführen?

Sondersitzung des Umweltausschusses wegen geplanter Massenfällung im Volkspark F’hain

Stralauer Pappeln

Stralauer Pappeln

Zudem haben wir erfahren, dass für nächsten Dienstag, 17.8., 17 Uhr, in den Räumlichkeiten des Grünflächenamts auf dem Gelände des Volksparks Friedrichshain kurzfristig eine Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Wohnen der F’hain-Xberger  BVV anberaumt worden ist, was auf die Initiative von Baustadträtin Jutta Kalepky selber zurückgeht. Den Bezirksverordneten soll offenbar ausnahmsweise im Vorfeld erläutert werden, warum im Volkspark zu den schon durchgeführten rund sechzig Fällungen noch zahlreiche weitere angeblich hinzu kommen müssen: All die großen Altbäume auf den beiden aus Kriegsschutt errichteten Hügeln − Robinien, Ahorne, Eichen, Pappeln etc. − seien nämlich genau deshalb nicht standsicher.

Expertise tut not!

Das erinnert uns doch fatal an die WSA-Argumentation, mit der auf Grund des plötzlich festgestellten maroden Zustands der noch in der alten  Regelbauweise überkommenen Kaimauern die Rodung des gesamten Uferbaumbestands entlang dieser Abschnitte des Landwehrkanals als alternativlos dargestellt wurde. − Drei Jahre Mediationsverfahren mit viel fachlichem Input zur Statik von Bäumen und empirischen Untersuchungen, sei’s durch Aufgrabungen, sei’s durch innovative geophysikalische Methoden, womit exemplarisch nachgewiesen wurde, dass die Durchwurzelung im Gegenteil den hier ja zumeist auch aus Schutt aufgefüllten Untergrund stabilisiert und dass vor allem Bäume nicht mit Betonpfählen verglichen werden dürfen, sind bislang im Xhainer Bezirksamt offenbar noch sehr unzureichend rezipiert worden.

Deshalb halten wir es für unverzichtbar, dass zu dieser Sondersitzung noch kurzfristig Sachverständige eingeladen werden, die angesichts solch weitreichender Eingriffe in eine beliebte Parkanlage und den bezirklichen Altbaumbestand (womöglich auch noch innerhalb der Vegetationsperiode!) das unbedingt notwendige Fachwissen beisteuern können.

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