Millionen Kompensationsmittel für artifizielle Parkgestaltung

Briefing der Naturschutzverbände

Schön warm war’s noch letzten Donnerstag (22.7.) in der „Grünen Villa“, dem Sitz der Bauleitung auf dem Ostpark-Gelände des Gleisdreiecks, wo schon seit einiger Zeit kräftig am gleichnamigen City-Park gebaut wird. Um die finale Planung des Westparks wird indessen noch weiter gerungen. Senatsvertreterin Ursula Renker und Regina Krokowski von der senatseigenen Grün Berlin Park und Garten GmbH waren, mit ihrer naturschutzfachlichen Beraterin, Dr. Barbara Markstein, an der Seite, angetreten, um die Berliner Naturschutzverbände über den aktuellen Planungsstand zu unterrichten.

Sowohl Vertreterinnen der AnwohnerInnen in der Projektbegeleitenden Arbeitsgruppe (PAG) als auch des BUND hatten in ihren jeweiligen Gesprächen mit Staatsekretärin Krautzberger im Frühling dieses Jahres scharfe Kritik an der Art und Weise geäußert, wie die insgesamt 24 Millionen Euro an Ausgleichsmitteln verausgabt werden, welche die Investoren für den Eingriff in Natur und Landschaft durch die hochverdichtete Bebauung von  Potsdamer und Leipziger Platz bei der Stiftung Naturschutz Berlin hatten hinterlegen müssen. Der BUND, auch nach Meinung von Frau Renker zu spät gekommen, hatte, wie berichtet, in einer Presseerklärung einen Missbrauch der A&E-Gelder kritisiert, Baustopp und Mediation gefordert.

Dass nun die Damen Renker und Krokowski − GrünBerlin-Geschäftsführer Christoph Schmidt hatte sich entschuldigen lassen − den VertreterInnen von BUND, NABU und der BLN den schwierigen und in der 47. PAG-Sitzung am 13.7. noch nicht endgültig ausgehandelten Kompromiss der Westpark-Planung des Atelier Loidl eigens erläuterten, ist nicht zum wenigsten jenen Gesprächen mit der Staatssekretärin zu danken.

Briefing Grüne Villa

Briefing in Grüner Villa, 22.07.10

Fehler passieren

In ihrer Begrüßung schilderte Frau Renker den schwierigen Spagat, den es bei der Gestaltung der gesamten Anlage zu bestehen gelte zwischen dem Auftrag, einen Erholungspark für die ca. 300.000 Menschen im Einzugsbereich zu schaffen, auf der einen Seite und der wenigstens teilweisen Erhaltung ökologisch wertvoller Stadtnatur auf der anderen, und räumte auch sogleich freimütig Fehler im Handling der Bürgerbeteiligung ein. Zwar sei diese formal mit der Prämierung des Loidl-Entwurfs als Sieger des landschaftsplanerischen Wettbewerbs 2006 ja eigentlich schon beendet gewesen, werde jedoch seitdem in einem Modellversuch projektbegleitend weitergeführt, was eine prozesshafte Umsetzungsplanung zur Folge gehabt habe.

Ein Fehler sei bspw. gewesen, nicht schon früher einen neutralen Moderator zu bestellen; sondern erst ab der 43. PAG-Sitzung. Die angemessene Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessen und die Bearbeitung der Konflikte seien in den fünf letzten, z. T. workshopartigen Sitzungen zu jeweils unterschiedlichen Themenkreisen weit besser gelungen. Ziel sei der Konsens und nicht bloß ein Kompromiss, weswegen nach Meinung des Moderators Seebauer Kampfabstimmungen schon gar nicht weiterführen könnten.

So muss jedenfalls nach Aussage einer Anwohnervertreterin konstatiert werden, dass im jetzigen Stadium die Interessen der Beteiligten, insbesondere der beiden Quartiersräte Schöneberger Norden und Tiergarten Süd, die sich für die Ermöglichung von Sport, Spiel und Event im Westpark stark machen, weit mehr Rechnung getragen wurde als jenen, die sich für eine eher naturnahe Gestaltung einsetzen.

Der B-Planauftrag, Herstellung einer öffentlichen Parkanlage, hatte den Charakter dieses Parks ganz offen gelassen, weswegen ja auch 2006 jene oft zitierte Senatsumfrage durchgeführt worden war, der zufolge sich eine deutliche Mehrheit der Befragten für eine solche naturnahe Parkgestaltung aussprach, wogegen Aktivitäts- und Freizeitpark ganz schlecht weggekommen waren.

Zulassen von Wildnis im urbanen Raum

Entsprechend wurde hinterfragt, wieso ein möglichst weitgehender Erhalt dieser ehemals einzigartigen Brachlandschaft, deren hoher, verschiedentlich dokumentierter naturschutzfachlicher Wert (Markstein/Kielhorn/Scharon) auch vom Landesnaturschutzbeauftragten, Prof. Ingo Kowarik, betont worden war, dem Planungsauftrag, nämlich der Schaffung einer öffentlichen Parkanlage, per se zuwiderlaufen könne. Es kann nicht angehen, in Zeiten des Klimawandels und noch dazu im internationalen Jahr der Biodiversität zu behaupten, dass sich besondere Naturnähe von Grünanlagen, auf deren positive soziale Auswirkungen Fachleute seit Jahren unablässig verweisen, zwangsläufig mit der Erholungsnutzung konfligieren. Wenn ich mich vorwiegend beim Skaten, Radeln oder Sonnen erhole, kann ich gleichwohl nicht verlangen, dafür ökologisch wertvolle Stadtnatur zu beräumen, Flächen zu versiegeln und strapazierfähigen Rasen auszurollen, erst recht nicht im Zuge einer Ausgleichsmaßnahme. − Hier sei auch auf den Beschluss des Naturschutzbeirats vom 1. Juli dieses Jahres zum Thema „Wildnis in Berlin“ verwiesen, worin er unserer Stadtentwickungssenatorin anempfiehlt, die Potsdamer Resolution Wildnis inhaltlich zu unterstützen.

Briefing Grüne Villa

Briefing in Grüner Villa, 22.07.10

Partizpation ist prozessual

Und zum Thema Partizipation möchten wir grundsätzlich anmerken, dass sich ihr prozessualer Charakter, gerade wenn es um die nachhaltige Gestaltung des näheren Wohnumfelds, um Grünanlagen und Freiraumplanung geht, aus der Natur der Sache ergibt: In einer sich permanent und hochdynamisch, vor allem aber nicht unbedingt zum höheren Allgemeinwohl verändernden Welt kann und darf es, zumindest in einer demokratischen Gesellschaft, kein Ende geben, die Betroffenen an der Gestaltung spezifischer Prozesse zu beteiligen. Und so singulär ist eine Prozess begleitende Partizipation selbst in Berlin nicht, wenn wir bspw. ans bereits drei Jahre laufende Mediationsverfahren „Zukunft LWK“ denken, wo schon darüber nachgedacht wird, auf welcher Plattform der Dialog weitergeführt wird, wenn denn erst von allen Interessengruppen eine Art Abschlussvereinbarung unterschrieben ist. − Und gerade im Fall des Parks auf dem Gleisdreieck, wo der scheinbar vom Bestand ausgehende, das vielfältig Vorhandene integrierende Sieger-Entwurf im Zuge seiner Umsetzung unterhand immer mehr in Richtung Freizeit- und Aktivitätspark mutierte, war und ist perennierende BürgerInnen-Beteiligung doppelt vonnöten.

Schwarzrote Sterne

Loidl-Planentwurf Westpark vom 21.06.10

Loidl-Entwurf Westpark 21.06.10 (Bitte anklicken!)

Den aktuellen Planungsstand, den Frau Krokowski vorstellte, können wir hier natürlich nicht detailliert wiedergeben, möchten nur auf jene drei Bereiche hinweisen, die nach den Worten Frau Renkers mit einem schwarzroten Kreuz markiert sind, was für die Notwendigkeit weiterer, vertiefender Bearbeitung stehe. Ganz ohne Details kommen wir freilich nicht aus, sind aber gehalten, den modifizierten Planentwurf (noch) nicht zu veröffentlichen, obschon er sich außer den Beschriftungen von der vorigen Version (21.06.10) anscheinend nur wenig unterscheidet, zumal was die Dimensionierung versiegelter Flächen betrifft.

Der Marktplatz

Strittig sind im Rahmen des Projekts „Gärten im Garten“, womit sich die inzwischen bestandsgesicherte Kleingartenkolonie POG zum Park hin öffnen, soziale Funktionen und Nachbarschaftsarbeit übernehmen soll, noch Ausmaß und Gestaltung des so genannten Marktplatzes mit Café auf dem Areal einer Wildkräuterwiese, das auch ein sog. Insektenhotel beherbergt und in der Vergangenheit Kindern aus der Umgebung als Grünes Klassenzimmer und Naturerlebnisgarten diente; des weiteren die geplante Verbindung zum benachbarten Nelly-Sachs-Park über einen öffentlichen Weg zwischen den sog. Oefelein-Bauten hindurch, der anschließend quer durch ein Birkenwäldchen und die 16 nördlichen Kleingartenparzellen in den Westpark münden soll. Sowohl die POG, befragte MieterInnen als auch GEWOBAG-MitarbeiterInnen lehnen diesen Weg aus nahe liegenden Gründen ab. − Umso mehr verwunderte die Aussage Frau Krokowskis, dass die Wohnungsbaugesellschaft eine öffentliche Passage zwischen ihren Häusern ganz im Gegenteil als Aufwertung beurteile.

Hundeauslauf und Südanbindung

Einen zweiten Stern hatte die Verortung eines Hundeauslaufgebiets zwischen Beachvolleyballplatz und Fernbahntrasse erhalten, da BürgervertreterInnen wegen der Nähe dieses Gebiets zur endlich geplanten südlichen Anbindung des Parks an Bautzener Straße und Kiez wegen Lärmbelästigung etc. eine erhebliche Qualitätseinbuße befürchten. − Hier sollen nun Ausweichmöglichkeiten für aus südlicher Richtung kommende ParkbesucherInnen geprüft und überhaupt die Nutzung Hundeauslauf zunächst erprobt werden.

Als dritten Punkt einer notwendigen weiteren Diskussion nannte Frau Krokowski auf Nachfrage die Gestaltung eben dieser Anbindung nach Süden. − Obwohl die so genannte Gleisinsel als Bahnvorhaltefläche (Stammbahn nach Potsdam) außerhalb des Parks und damit des Planungsgebiets liegt, hatte das Atelier Loidl laut Frau Renker nun den Mut aufgebracht, einmal konsequent nach Süden durchzuplanen. − Ein zusätzlicher Übergang zum Bautzener Kiez soll dereinst die Yorkbrücke Nr. 5 bilden, deren Instandsetzung jedoch nur aus Stadtumbaumitteln finanziert werden könnte. Die Sanierung von vier weiteren der denkmalgeschützten Yorckbrücken, die als Grünbrücken über die Yorckstraße hinweg Gleisdreieck- und Flaschenhalspark verbinden sollen, kann dagegen aus den Ausgleichsmitteln finanziert werden. − Der Begriff der Biotopvernetzung, der sich hier aufdrängt, fiel übrigens während der ganzen Sitzung kein einziges Mal.

Modifizierte Wegeführung

Entgegengekommen sei man den Vorschlägen der BürgerInnen vor allem in der Wegeführung, die nun den Fortbestand der POG-Kolonie berücksichtigt und an ihren westlichen Rand verlegt wird, während der durchgehende nordsüdliche Radweg den bestehenden Hauptweg westlich der Schöneberger Wiese nutzt; der parallele schmale Weg entlang der Gärten soll entweder ein Wiesenweg werden oder ganz verschwinden, dafür Stichwege von Ost nach West die Kolonie öffnen. Was den Belag angeht, so sind der Asphalt für den Hauptweg und die Betonplatten für die Kriechspur natürlich weiterhin schwer verdauliche Kröten, desgleichen die hier insgesamt sechs Meter betragende Wegebreite, aber dafür sollen die Maße der übrigen Wege reduziert werden, desgleichen die diversen versiegelten Flächen und Plätze, was, wie gesagt, im Planentwurf nicht recht deutlich wird.

Weitere Konflikte

Zu anderen kritischen Punkten wie z. B. die Sitzstufenanlage nebst vorgelagertem „Strand“ westlich des Tunnelmunds auf Kosten der dortigen Gehölzreihe samt reichhaltiger Ruderalvegetation oder der Wunsch nach Erhalt des bunt und vielgestaltig überwachsenen Logistikgleises im Westen der „Großen Weite“, das als Reminiszenz der herausgerissenen historischen dienen könnte, wurde erst auf Nachfrage Stellung genommen, und zwar deswegen, weil hier trotz aller Einsprüche die Planung nicht verändert wurde. Auch handele es sich doch nur um Robinien und Ölweiden von ökologisch minderem Wert. − Zwar soll die Gehölzreihe entlang der Gärten erhalten bleiben und auch einzelne Bäume der parallelen Reihe jenseits des Wegs stehn bleiben dürfen, doch Mulden müssten aufgefüllt, gefährliche Abhänge beseitigt, kurz: das Gelände müsse nivelliert werden. Hieß es vorher, die Bäume, die den Holzterrassen im Wege stehen, seien nicht standsicher, so ist es nun der dort steilwandig gähnende Abgrund, der besonders für Kinder ein Sicherheitsrisiko darstellt und samt der Vegetation beseitigt werden muss.

Unbeirrt von Heiterkeitsausbrüchen angesichts solcher Vorstellungen kindgerechter Freiraumgestaltung, verwies Frau Krokowski zur Begründung eines großflächigen Bodenaustauschs/Abräumens der Ruderalvegetation außerdem auf den hohen Grad der Verdichtung im Gefolge der Nutzung der Fläche für die Baulogistik. Bis in anderthalb Metern tiefe fänden sich Packungen einer Recycling-Tragschicht und würden die vielen Bäume, die man zu pflanzen vorhabe, nicht gedeihen lassen. − Dass dem die Anlage qualifizierter Pflanzgruben abhelfen könne, verfing nicht, und was die monatelangen Baggerfahrten kreuz und quer übers Ostparkgelände so alles verdichtet haben, fragten wir nicht.

Naturschutzverbände bekräftigen Kritik

Obschon sie mit einem abschließenden Resümee zurückhielten, wofür noch eine detaillierte Bilanzierung vorzunehmen sei, auch was die Bürgerbeteiligung betreffe, so betonten die BUND-Vertreter doch, dass nach ihrer Meinung die Kriterien des erstmals 1994 aufgestellten Bebauungsplans VI-140, der doch vor allem der Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen für den Potsdamer/Leipziger Platz dienen sollte, nicht befolgt worden seien. Z. B. widerspreche dem angestrebten Erhalt ökologisch wertvoller (übrigens sehr strapazierfähiger) Trocken- und Magerrasenbiotope die großflächige Anlage von zu wässernden, künstlich geschaffenen Vegetationsstrukturen. Das könne auch die Anlage so genannter Wildbienenwiesen in den Randbereichen mitsamt den „Vegetationshalligen“, auch wenn sie noch so unterpflanzt werden und sich in den Rasen hinein entwickeln sollen, nicht kompensieren.

Als die Verbände seinerzeit der Planung zustimmten, hatten sie ein völlig anderes Gleisdreieck vor Augen: der Kompromiss zwischen Erholungsnutzung und Naturschutz hätte vom vielfältig vorhandenen Bestand ausgehen und ganz anders ausfallen müssen. Auch gehe es hier weniger um ökologische Wertigkeit gemessen am Vorkommen Roter-Liste-Arten wie Brachpieper oder Sandstrohblume − weshalb dann das West- gegenüber dem Ostparkgelände „stark abfällt“ (Frau Markstein) −, sondern vielmehr um den Erhalt der Vielfalt, des Strukturreichtums und einzigartigen Charakters des Geländes! Selbst die allseits beliebte Nachtigall werde verdrängt, wenn Spontanaufwuchs und Buschwerk ausgeräumt würden, und während sich naturnahe Strukturen regenerierten, gingen die künstlich angelegten letztlich allesamt den Bach runter, ebenso wie die Tischtennisplatten, Schaukeln und Trampoline. − Und was das inflationär bemühte Argument der Verkehrssicherungspflicht angehe, so veranschauliche die Parabel vom alten und jungen Förster, die nacheinander einen Waldweg entlang gehen − der erste lässt die knorrigen alten Bäume stehen, der zweite sie wegen Umsturzgefahr fällen −, dass hier alles auf den Ermessensspielraum ankomme, den es im Sinne einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung auszuschöpfen gelte.

Optionsräume für die naturnahe Entwicklung müssten unbedingt erhalten bleiben und ansonsten die Erfahrungen mit Pflege und Nutzung abgewartet − extensive Nutzung bedeutet extensive Pflege und Mahd und umgekehrt − und dann gemeinsam mit dem Naturschutzbeirat bewertet werden. − Die Senatsvertreterin beteuerte derweil mehrfach, dass sie selber im Innersten ökologisch denke und für die vorgebrachte Kritik vollstes Verständnis habe.

Positives

Erfreulich ist, dass man im Süden einige Schotter- und Ruderalflächen in Ruhe lassen und bei der Erschließung des Ostpark-Wäldchens nun wenigstens auf die mittlere Trasse verzichten will, doch warum aus Gründen der Barrierefreiheit am südlichen Betonplattenweg durch den Stadtwald festgehalten wird, nur damit RollstuhlfahrerInnen den keine fünfzig Meter langen „Umweg“ um seine Südspitze erspart bleibe, sollte unbedingt mal mit Betroffenen selber und nicht nur mit ihren Beauftragten erörtert bzw. vorauseilend Fakten geschaffen werden.

Barrierefreie Stadtnatur?

Auf den Hinweis, dass in einen kleinen Stadtwald im Grunde einzig Mulchpfade passen, antwortete Frau Krokowski, diese seien nicht barrierefrei, und wir nehmen dieses Diktum abschließend mal zum Anlass, um das Leitbild einer „barrierefreien (Stadt-)Natur“, das immer deutlicher hinter all dieser neuen Landschaftsplanerei und Parkarchitektur hervorlugt, zur Diskussion und dabei gleich die These aufzustellen, dass ein solches Leitbild ein Oxymoron, ein hölzernes Eisen, ein Widerspruch in sich ist und ebenso wie die transparente, angstfrei überschau- und nutzbare, am Ende gar frauenfreundliche Stadtnatur nur ein alberner Witz. Die in diesem Zusammenhang postulierte Notwendigkeit, solchen subjektiven Befindlichkeiten bei der Grüngestaltung Rechnung zu tragen, können sich als emanzipiert verstehende Frauen jedenfalls nicht im mindesten nachvollziehen. Die wirklichen Angsträume finden sich im concrete jungle.

Blick nach Süden

So können wir nur wieder hoffen, dass alle Seiten aus dem Planungs- und Beteiligungsdesaster besonders auf dem Ostpark-Gelände gelernt haben, wenn es demnächst an die „Erschließung“ des Flaschenhalses südlich der Yorckbrücken geht −, doch mal ganz abgesehen von Klima-, Natur- und Artenschutz: Wie lässt sich die Sensibilität − man ist schon versucht zu sagen, Pietät − gegenüber dem Schauspiel einer sich unter widrigsten Lebensbedingungen in bizarrsten Formen behauptenden und die Ruinen unserer Technik- und Bahngeschichte zurückerobernden „Natur der vierten Art“ wiederbeleben, wenn sie vor einem grassierenden Versicherungsdenken in Ohnmacht gefallen ist? − Ein Symbol dieses zähen Ringens ist z. B. ein mit horizontalem Stamm in einer der Brücken über die Yorckstraße wachsender Baum, bei der Sanierung mit Sicherheit binnen Minuten abgesägt.

Brücken-Baum

Horizontal gewachsener Yorckbrücken-Baum

[Nachtrag 20.09.10: Im Einladungsflyer von Grün Berlin zum 2. Planungsforum am Montag, 27.09.10, um 18 Uhr im Saal der Zwölf Apostel Gemeinde figuriert plötzlich der BUND als Teilnehmer an der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe, nur weil eine gewählte Anwohnervertreterin Mitglied in diesem Naturschutzverband ist. − Das schmeckt doch allzu sehr nach Verein(s)nahme… ]

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