Geschlossene Gesellschaft?

Von der 3. Ideenwerkstatt zum Görlitzer Park

Im offiziellen Protokoll der 2. Arbeitstreffens der Ideenwerkstatt zum Görlitzer Park wurde u. a. als Forderung „eine bessere Kommunikation im Vorfeld“ festgehalten −, doch auch beim 3. Treffen am vergangenen Mittwoch (16.6.), 18 Uhr, im großen Saal des Kinderbauernhofs an der Wiener Straße, für das die TeilnehmerInnen der vorausgegangen Treffen per Mail eingeladen worden waren, versammelte sich laut Bericht eines Teilnehmers, wie so oft bei Bübe à la Xhain, nur eine „illustre Runde“.  Und das lag wohl erneut, wenn auch sicher nur teilweise, an der nicht ausgeschilderten und auch noch regelrecht verrammelten Location.

BaL-VertreterInnen waren leider terminlich verhindert, ein pünktliches Mitglied unserer Schwester-BI, BfK, war hineingelangt, ein weiteres, das sich verspätet hatte, stand jedoch vor buchstäblich mit Ketten verschlossenen Toren, auf denen sich keinerlei Hinweis, vielleicht ein Zettel mit einer Mobilnummer, befunden hätte – nein, rein gar nichts. Zur „besseren Kommunikation“ gehört aber gewisslich auch, dass man sich etwa Verspätende vor Ort darauf hinweist, dass und wo die Veranstaltung statt- bzw. auf welchem Weg man Einlass findet. (TeilnehmerInnen übrigens , die früher gehen wollten, standen inwendig vor den nämlichen Toren und mussten eigens hinausgebracht werden: die konspirativen Umstände, so hieß es, seien wegen der Tiere auf dem Bauernhof nötig.

Schon anlässlich der zweiten Werkstatt des zweiten Arbeitstreffens, das im Kreuzer stattgefunden hatte, war indessen Kritik an solcher „Halböffentlichkeit“ geübt, woraufhin jedoch insbesondere von AmtsvertreterInnen entgegnet worden war, man wolle ganz bewusst den Kreis der Beteiligten überschaubar halten, beurteile es als kontraproduktiv, wenn sich immer neue Leute mit immer neuen Ideen einmischten. − An dieser Auffassung wiederum hatten seinerzeit sogleich zahlreiche BürgerInnen – und um deren Beteiligung ist’s doch wohl zu tun – deutlich Kritik geübt. Und ferner, so eine Teilnehmerin, sei vergangenen Mittwoch auch erneut kritisiert worden, dass bspw. wieder keine mehrsprachigen Flyer verteilt oder Anschläge angebracht worden seien mit dem Ziel, verstärkt auch MigrantInnen anzusprechen: sie stellen bekanntlich den weit überwiegenden Teil der NutzerInnen des Görlitzer Parks, fehlten aber einmal mehr gänzlich.

Wie dem auch sei, wir müssen uns im folgenden auf die Auskünfte Dritter verlassen und ansonsten aufs offizielle Protokoll warten bzw. darauf, was auf dem für Samstag, 26. Juni, geplanten Familienfest auf der „Platte“, wo auch die BfK und die BaL mit einem Stand vertreten sein wollen, von den AmtsvertreterInnen in Erfahrung zu bringen ist.

Büsche als Bunker

Wir möchten aber doch mitteilen, dass wir mit ungläubigem Staunen vom Ersuchen der Polizei an den FB Naturschutz und Grünflächen erfahren haben, das Buschwerk um den Kinderbauernhof weiträumig zu roden, da es von den Dealern, die bekanntlich im Park ihr Unwesen treiben und nicht einmal davor zurückschrecken, unmündige Kinder anzusprechen, als Drogenversteck missbraucht würden.

Während die einen sagen, die Anwesenden hätten auf dieses Ansinnen ziemlich phlegmatisch und leidenschaftslos reagiert, berichten andere, es sei mit dem Argument, dann könne man auch gleich den ganzen Park roden, entschieden widersprochen worden. Fachbereichsleiter Hilmar Schädel wolle jedenfalls diese Woche mit Kripo-Beamten eine Begehung durchführen und zusehen, dass so wenig wie möglich gerodet und ausgelichtet werde.

Naturbelassenes hat in der Stadt nichts verloren

Wir fassen es nicht! Wenn es nicht das Gender-Argument und die „Angsträume“ sind, womit für transparente, aus allen vier Winden zu überwachende und sozial zu kontrollierende „Natur“ gestritten wird, dann bringt man eben das der Drogendealer in Anschlag, auch wenn es bereits so übernutzt ist wie der Görlitzer Park selber. Vor allem müsste sich für ein solch bigottes, erbärmliches Argumentationsniveau gerade eine grüne Kommunalverwaltung gerade in Kreuzberg zu schade sein!

Zunächst einmal dürfte es sich sogar bis in die Verwaltung herumgesprochen haben, dass im Görli nur und ausschließlich mit weichen Drogen gehandelt wird. Die harte Droge Alkohol indessen, allenthalben konsumiert und unter Begleitumständen, wodurch sich nicht selten alle Altersgruppen behelligt fühlen, gibt’s, wen wundert’s, auf dem Parkgelände legal zu kaufen. Fordern aber nicht B’90/Die Grünen (wie ja z. B. auch die F.D.P.) seit Jahr und Tag die Legalisierung weicher Drogen, was derlei Schwarzmärkte von heut auf morgen zum Verschwinden brächte?! Und dann sei noch daran erinnert, dass nicht nur der öffentliche Konsum von Alk, sprich das Saufen, sondern auch das Kiffen in Parkanlagen durchaus legal ist.

Zu welchen Blüten bzw. ihrem Abmähen wird diese hirnrissige Drogenpolitik uns noch führen? Ihr vollkommenes Scheitern wird nicht zuletzt von offizieller Seite schon länger offen einbekannt. – Ohne uns ins leidige Thema noch weiter zu vertiefen, möchten wir auf alle Fälle kundtun, dass nach unserer festen Überzeugung nicht ein einziger Strauch wegen dieses irrwitzigen Ansinnens auch nur ausgelichtet, geschweige denn gerodet werden darf!

Obstbaum-Patenschaften

Weiterhin wurde die Idee der BI In Transition SO 36, im Görli Obstbäume anzupflanzen, für ihre Pflege Patenschaften zu vereinbaren und dadurch einen Prozess der Identifikation der sich auf diese Weise aktiv Einbringenden mit ihrem Park zu befördern, von Grünamtsleiter Schädel aufgegriffen und in einem Anschlusstreffen am letzten Freitag (18.6.) weiter konkretisiert. Obstbaumalleen wurden erwogen oder öffentliche Obstgärten, etwa in der Umgebung des ehemaligen Pamukkale-Brunnens. − Anlässlich des Familienfestes am 26. Juni soll der Standort solcher Bäume mit Besenstielen oder dergleichen visualisiert werden.

[Siehe auch das offizielle Protokoll des „3. Arbeitstreffens“, auf dessen 14 Seiten sich allerdings nur der Abschnitt auf der 3. Seite  „2 Verfahren“  mit wenigen Worten auf eben dieses Treffen bezieht. Der ganze Rest recycelt das schon bekannte Protokoll des 2. Arbeitstreffens vom 17.02.10]

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