Fichte-Eiche einstweilen verschont

Update, 17. Mai 2015

Gutachterl. Empfehlungen Mai 5'2015

Gutachterliche Empfehlungen Mai 2015

Vor Weihnachten noch was Positives!

Bis zuletzt bangten nicht nur die AnwohnerInnen, dass die 200jährige Eiche in der Fichtestraße 13 am gestrigen Montag (21.12.) wenn nicht fragwürdigen Zugversuchen, so doch womöglich einer massiven Kroneneinkürzung unterzogen würde. Am Freitag hatte Fachbereichsleiter Schädel auf Bitten der Baustadträtin Kalepky die BaL kurz vor Ausbruch des Wochenendes per Mail lediglich darüber informiert, dass die in Erwägung gezogenen Zugversuche kurzfristig ausgesetzt seien und die Messdaten des Gutachtens von Fr. Dr. Schmidt, die am Baum zu ziehen angeraten hatte, zusammen mit ihr und weiteren Sachverständigen erneut ausgewertet würden, über Umfang und Uhrzeit der stattdessen beabsichtigten Kronenreduzierung am Montag aber nichts mitgeteilt.

Unzureichendes Gutachten

Eine erneute Auswertung und Komplettierung des Gutachtens hatten auch Baumsachverständige u.a. des BUND angeraten, die das Fehlen der Messkurven der Bohrwiderstandsmessungen bemängelten und dass diese offenbar nur in einer Höhe von 180 – 270 cm durchgeführt wurden, die schalltomografischen Messungen nur auf einem Niveau von 180 cm. Auch fehle die Darstellung der Messpunkte in Form einer dreidimensionalen Grafik mit den ermittelten Restwandstärken, vor allem aber die für eine Beurteilung der Standsicherheit unverzichtbaren Stammfuß- und Wurzelstock-Untersuchungen, um zu ermitteln, wie weit die vom Schwefelporling − dessen „Sträuße“ aus einer Stammhöhlung lugen − ausgehende, zum Glück absteigende Holzzersetzung schon vorgedrungen ist. Unstrittig ist, dass das Gewicht der Krone verringert werden muss, um ein etwaiges Auseinanderbrechen der Eiche zu verhindern.

Kronenreduzierung Fichte-Eiche

Geplante Kronenreduzierung an der Fichte-Eiche ©F.-E. Schmidt

Unklar blieb den BaumschützerInnen jedoch, weshalb gleichzeitig am Baum schon der Kronenrückschnitt durchgeführt und währenddessen das über seinen Umfang doch entscheidende (und außerdem noch unvollständige) Gutachten erst gründlicher ausgewertet werden sollte. Und vor allen Dingen, wann am Montag die Sägen angeworfen würden, so dass sich manche schon, in aller Herrgottsfrühe vor Ort angekommen, als Eiszapfen vom Rad fallen sahen…

Ungewohnte Transparenz

Gerüchte wollten wissen, dass erst nachmittags gesägt würde, doch Gewissheit verschaffte erst eine weitere Mail Hilmar Schädels am Montagmorgen um zehn − aus Sicherheitsgründen habe die Pflegefirma den Einsatz verschieben müssen −, und eine dritte enthielt dann auch die gewünschten detaillierteren Angaben:

Frau Dr. Schmidt habe folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  1. Einkürzen und Auslichten der Endverzweigungen der Krone um ca. 10 – 15 %
  2. Einkürzen von Kronenteilen nach ZTV 3.1.9.2 ca. 2m (im Bereich der Straße)
  3. Freischnitt der Fassade
    [Wieso dies vorgenommen und damit die Asymmetrie der Krone hin zum Straßenraum reproduziert werden soll, können wir nicht nachvollziehen. (BaL)]
  4. Totholzentnahme nach ZTV 3.1.5

Zusätzlich wurde uns noch obiges Foto übersandt, worin die Gutachterin die beabsichtigten Maßnahmen gekennzeichnet hat. Wann sie nun durchgeführt werden, bleibt offen: „Ein neuer Termin steht leider noch nicht fest. Wir werden Sie schnellstmöglich über neue Terminabsprachen informieren“, schrieb der Fachbereichsleiter.

Wir sind angesichts dieser vorweihnachtlichen Transparenz-Offensive so überrascht wie dankbar und hoffen, dass es sich dabei nicht nur um eine saisonbedingte Sonderzuteilung handelt, sondern als Auftakt zu einer offeneren Kommunikation und Kooperation von Seiten der Behörde beim sensiblen Thema des Umgangs mit den Xhainer Bäumen und den sich um ihren Schutz bemühenden BürgerInnen verstanden werden darf.

In diesem Sinn wünschen wir den MitarbeiterInnen des Fachbereichs Naturschutz und Grünflächen im Xhainer Bezirksamt, seinem Leiter, Herrn Schädel, und last but not least seiner Chefin, Frau Baustadträtin Jutta Kalepky, friedvoll-besinnliche, entspannende Feiertage und einen unfallfreien Rutsch!

Noch’n Nachtrag, 17.5.15

Auch der Eichen-Torso gegenüber, der damals als Menetekel erlebt wurde, sollte, da verkehrssicher, aus Artenschutzgründen als Biotop-Baum erhalten werden.

Eichen-Torso

Erhaltenswerter Eichen-Torso

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