Von Baumgeschirren, Betonklötzen und Bauzäunen

Dritte Modifizierung der (überflüssigen) Baumanbindung

Da entlang der Corneliusstraße in Mitte die Einbringung der Spundwand wegen unerwarteter Festigkeit der Kanalsohle unterbrochen und auch die beschränkte Ausschreibung mit dem Ziel, unter den lokalen berlin-brandenburgischen Wasserbaufirmen eine zu finden, welche dort mittels Pressen mit integrierter Bohrhilfe die Stahlspundwand noch in dieser Wintersaison fertig stellt, wie berichtet, wegen mangelhafter Angebote mit intransparenten Preiskalkulationen wieder aufgehoben werden musste, müssen nun die malträtierten Kastanien voraussichtlich noch eine dritte Vegetationsperiode angeschirrt überstehen.

Lockere Verseilung

Daran, dass sie dies unbeschadet aushalten, zweifelt inzwischen offenbar auch der „Erfinder“ der jetzigen Korsettierung, der Baumwertermittler Jochen Brehm, und hat eine alternative Anbindung durch leichte Seil-Halterung vorgeschlagen, die sich nur im Versagensfall der Ufermauer straffen und den betreffenden Baum am befürchteten gefahrenträchtigen Umstürzen hindern würde.

Das WSA betonte, dies heiße noch nicht, dass Brehm im Zusammenhang mit der Baumanbindung nunmehr den dritten Auftrag bekomme und regte einen baldigen Termin an, um zusammen mit dem zuständigen Vertreter des Grünflächenmats Mitte und dem Baumsachverständigen Barsig eine geeignete Modifizierung der umstrittenen Anbindung zu diskutieren. (Es sei hier auch noch mal von unserer Seite festgehalten, dass diese vermaledeite Baumanbindung, deren Gesamtkosten sich inzwischen im sechsstelligen Bereich bewegen dürften, nur in uneigentlicher Weise mit Baumschutz zu tun haben, in erster Linie aber seiner Diskreditierung und der behördlichen Gesichtswahrung dienen sollen.)

Brockelmanns Würfel

Zur Verwunderung nicht nur der BürgervertreterInnen liegen auch noch dort die Brockelmannschen Würfel bzw. stehen die Bauzäune, wo die wasserseitige Sicherung der Ufermauer durch Einbringen und Hinterfüllen der Spundwand erfolgt ist. Was den kürzlich verspundeten Bereich mit den Linden am Tempelhofer Ufer (Abschnitt 6) angeht, so soll in Kürze [ab 7.12.] unter Verwendung eines Baggers mit sog. Tieflöffel Zweischalengreifer verfüllt werden, um die Linden nicht noch einmal zu gefährden, und anschließend, also noch vor Weihnachten, sollen dann die Betonklötzer verschwinden. [Update 6.12.: Wegen Schadens an einer Schute und sich dadurch verzögernder Geräte-Heranführung gilt dies inzwischen als eher unwahrscheinlich.]

Bauzäune bleiben vorerst

Was aber die Entfernung der Bauzäune anbelangt − auch an anderen Stellen der insgesamt 2,5 km, die sie zum Verdruss Erholungssuchender das Ufer versperren und also immer wieder geöffnet bzw. umgeworfen werden −, so haben wir uns nach entsprechenden Ausführungen von WSA-Chef Scholz im Mai dieses Jahres, wonach sich eine weniger enge Auslegung der Verkehrssicherungspflicht abzeichne und daher auch die Möglichkeit, zumindest einen Teil der Zäune abzuräumen, offenbar zu früh gefreut. Jetzt werden wieder (versicherungs-)rechtliche Gründe dafür angeführt, dass die Zäune selbst dort, wo verspundet und verfüllt worden ist, einstweilen stehen bleiben müssten, da es sich bei den betreffenden Uferabschnitten nach wie vor um Baustellen handele. − An dieser Stelle müssen wir an die schweren Schädelverletzungen erinnern, die sich ein Radfahrer infolge seines Sturzes über einen in der Nacht umgestürzten Bauzaun nahe Prinzenbad zuzog.

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