Erhaltenswerte Stadtnatur auf dem Westpark

Brief an Frau Dr. Barbara Markstein,

die im Auftrag von Grün Berlin das Atelier Loidl ökologisch berät.

Sehr geehrte Frau Markstein,

wir haben uns am Donnerstag  auf der Veranstaltung zum 4. Planungsforum (5.11.) kurz gesprochen. Die Anwohnervertreterinnen und Anwohnervertreter der projektbegleitenden Arbeitsgruppe kritisieren den Westpark-Entwurf, der bisher an keiner einzigen Stelle besondere ökologische Zonen vorsieht. Mit den Fotos, die ich vor kurzem auf dem Westpark-Gelände gemacht habe, versuchen wir auf Naturflächen hinzuweisen, die unserer Meinung nach möglichst erhalten werden sollten.

  1. Die beiden Baum- und Gehölzstreifen entlang der 16 Kleingärten sind stark gefährdet. Von den über 100 Laubbäumen und Gehölzern sollen nur neun übrigbleiben.
    Wir haben zwar Verständnis für das Argument der Planer, dass man die Gärten sichtbar machen will, finden es aber äußerst problematisch, dass im Rahmen von naturschutzrechtlichen Maßnahmen der Baumbestand dermaßen rigoros vernichtet wird. Wir plädieren für den Erhalt möglichst zahlreicher Vegetationsinseln (Bäume plus sonstiger Vegetation) mit Lücken für den Durchblick. (Fotos 3-9)
  2. Die Brachflächenvegetation und der Gehölzstreifen mit jungen Silberweiden entlang der früheren Gleise soll komplett zugunsten der geplanten großen Kreuzberger Wiese entfernt werden.
    Wir plädieren dafür, dass der westliche Rand der großen Wiese aus ökologischen Gründen in der jetzigen Form möglichst erhalten wird. Es bleibt unserer Meinung nach immer noch genug Platz für die Kreuzberger Wiese. Dieser Streifen würde ein Pendant zu der Ökofläche südlich des Sportgleises auf dem Ostpark darstellen. (Foto 10)
  3. Die geplante Eventfläche südlich des Tunnelmundes geht unserer Meinung nach auf Kosten der Ausgleichsfläche. (Fotos 1-2)
    Wir plädieren für die Fortsetzung der für den Tunnelmund geplanten Blumenwiese bis zur U1. Der erhöht gelegene Tunnelmund bietet einen einmaligen Blick zum Potsdamer Platz, es wäre schade, wenn dieser wunderbare Blick im Asphalt oder Beton enden würde. (Foto 10)Sehr geehrte Frau Markstein, auf der Veranstaltung im Elisabeth-Krankenhaus haben viele Teilnehmer kritisiert, dass im Plan für den Westpark die vorhandenen Topographie und die auf den Brachflächen entstandene Natur zu wenig berücksichtigt wurde.Wir hoffen sehr, dass wir daraufhin hinwirken können, dass noch einige wichtige Änderungen vorgenommen werden − für mehr biologische Vielfalt und weniger genormte Natur.

Wir werden uns mit einem ähnlichen Schreiben auch an Frau Renker wenden und sie bitten, Sie baldmöglichst zu einem Treffen zur projektbegleitenden Arbeitsgruppe in der Grünen Villa einzuladen.

Berlin, im November 2009

Mit freundlichen Grüßen
Edelgard Achilles

Anhang
Foto 01 Tunnelmund
Foto 02 Tunnelmund
Foto 03 Gehölzstreifen entlang der Kleingärten
Foto 04 doppelter Gehölzstreifen entlang der Kleingärten
Foto 05 Baumgruppe (Gehölzstreifen)
Foto 06 Baumgruppe (Gehölzstreifen)
Foto 07 Baumgruppe (Gehölzstreifen)
Foto 08 Baumgruppe (Gehölzstreifen)
Foto 09 Baumgruppe (Gehölzstreifen)
Foto 10 Vegetation mit Silberweiden entlang des Gleises
Foto 11 Panorama

Aufnahmen vom Westpark, Oktober 09

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