Verspundung unter den Linden läuft vorbildlich

Filigranes Arbeiten, Simultaneität und enge Kooperation zeitigen  maximale Erfolge

Beratung

Gebanntes Beobachten

Nachdem die 15m-Strecke des Abschnitt 4 (direkt am U-Bhf. Möckernbrücke) in der letzten Woche wegen guter Bodenbeschaffenheit an nur zwei Tagen ohne Probleme mit weiteren achtzehn 9,50m-Bohlen verspundet werden konnte − und zwar mit einem Silent Z-Piler der Fa. GIKEN −, gab es letzten Montag (9.11.) auch einen viel versprechenden Auftakt unter den vier Linden in Abschnitt 6.

Vor Ort schärfte WSA-Leiter Michael-Scholz seinen Leuten wie auch jenen der Firma Mette Wasserbau noch einmal ein, dass es sich hier wegen des überhängenden wertvollen Baumbestands in dieser Bausaison beim Abschnitt 6 um den wichtigsten handele, dem außerdem im Hinblick auf die vielen weiteren Uferabschnitte mit Kronenüberhang Pilotfunktion zukomme. Es müsse filigran gearbeitet werden, und die Bauarbeiten dürften Zeit und Geld kosten, aber keine Starkäste, geschweige denn Bäume!  − Mette hatte schriftlich zugesichert, unter Starkästen den Arbeitsraum von sechs Meter Höhe nicht zu überschreiten und eine Beschlussvorlage des Mediationsforum das simultane Arbeiten zwischen Wasserbauern und Baumpflegern sowie zur Lösung von  Konfliktfällen das Konsensprinzip zwischen Baubevollmächtigtem, Baumsachverständigen und der Vertreterin der Unteren Naturschutzbehörde  festgeschrieben.

Arbeitsbeginn

Arbeitsbeginn mit Kran

Anfangs war noch ein 22 Meter hoher Kran vonnöten, um die GIKEN-Presse, bedient von einem Mitarbeiter des Subunternehmens Tauber, auf die Rolle der Startbohle zu hieven, und auch noch eine Stahlbohle konnte per Kran problemlos zugereicht und ins Schloss der Startbohle eingefädelt werden, doch bei der nächsten, die den äußeren Kronenbereich der Linde tangierte, so dass ein Mitarbeiter der Baumpflegefirma GvL einen Ast mittels übergeworfenem, unten mit Blei beschwertem Seil von der Böschung aus zur Seite biegen musste, brach denn auch prompt ein Schwachast unter Hinterlassen einer größeren Wunde im Starkast −, nach Auffassung des Baumsachverständigen Barsig indessen nicht weiter schlimm, doch ein Indiz dafür, dass dem Wegbiegen von Lindenästen bei diesen Temperaturen enge Grenzen gesetzt sind.

Kleines Gerät schützt große Bäume

GIKENs Silent-Z-Piler

GIKENs Silent Z-Piler

Alle weiteren Bohlen reichte danach, wie ja ohnehin geplant, ein wesentlich kleinerer, entsprechend schwächerer Seilbagger Fuchs F114 zu, der aber die selbstschreitende Presse nicht auf die Startbohle heben könnte.

Wegen der überraschend guten Bodenverhältnisse (die zwischenzeitlich nochmals überprüft worden sein müssen) wird auf Staffelrammung mit unterschiedlichen Bohlenlängen ganz verzichtet; außerdem hat die statische Prüfung nunmehr erbracht, dass die Gesamtlänge der Bohlen nicht zwölf, nicht 9,50, sondern nur noch 8,40 Meter betragen muss, um die Stabilität der Spundwand auch als Dauerlösung zu gewährleisten.

Minimale Schäden

Geplant war ferner, zunächst durchweg 6m-Bohlen einzupressen und sie in einem nächsten Arbeitsgang mit 2,50m-Stücken aufzuständern, doch, wie es im Bericht des Baumsachverständigen Dr. Barsig heißt, „dank der guten Arbeitskooperation aller Beteiligten war es möglich, zwischen sechs Meter langen Bohlen auch 8,40 m lange einzupressen, so dass sich hier ein zweiter Arbeitsgang, bei dem die Zweige und Äste während des Rammens der aufgeständerten Bohlen nochmals gefährdet werden könnten, teilweise einsparen ließ. Durch die simultane Anwesenheit der Baumpfleger in der Baumkrone wurden durch den Baumschutz bedingte Arbeitsverzögerungen vermieden. Außerdem hat sich gezeigt, dass durch die simultane Arbeitsweise deutlich mehr Baumsubstanz erhalten werden kann als bei einer baumpflegerischen Schnittmaßnahme im zeitlichen Vorlauf zur Spundwandeinpressung.“ − Abgesehen von vereinzelten Schwachast-Verletzungen konnte somit die komplette Baumkrone der wertvollen Linde Nr. 28 erhalten werden!

Gebanntes Beobachten

Beratung

Und auch heute (11.11.), so Barsigs aktueller Bericht, „bei der Unterquerung der Linde Nr. 27 (und z.T. schon Linde Nr. 26) − beide mit beträchtlichem Kronenüberhang über dem LWK − kam es durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten einschließlich der Wasserbau-Fa. Mette zu einer aus Baumsicht fast hundertprozentig unfallfreien Spundbohleneinpressung. Es gab nur einen minimalen Schaden an einem Schwachast, so dass im bisherigen Verlauf der Baumschutz optimal erfolgt ist.“

Wir danken an dieser Stelle ganz herzlich allen an der wasserseitigen Sicherung der Uferwand Beteiligten für ihre bisherige beispielhafte Zusammenarbeit im Interesse des Baumerhalts und des Natur- und Landschaftsschutzes und wünschen auch bei den verbliebenen beiden Bäumen allen Erfolg!

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