Stadtökologie und Multifunktionalität

Vom 4. Planungsforum zum Gleisdreieck-Park

Der „Westpark“

Planungsforum Westpark

Planungsforum Westpark

Am 5.11. hatte die senatseigene Grün Berlin GmbH zum ersten diesjährigen Planungsforum zur Gestaltung des Gleisdreieck-Parks geladen. Nach den höchst umstrittenen Baumaßnahmen auf dem Gelände des ehemaligen Anhalter Güterbahnhofs, dem „Ostpark“, mit rigoroser Rodung und Planierung einer einzigartigen Brachlandschaft, sollte es jetzt um die Gestaltung des „Westparks“ auf dem Areal des einstigen Potsdamer Güterbahnhofs gehen, und wer glaubte, das akademische Viertel einhalten zu können, musste sich mit einem Stehplatz begnügen: an die hundert BürgerInnen füllten den Festsaal der Elisabeth Klinik in der Lützowstraße. Auf dem Podium: Beate Profé, Referatsleiterin Freiraumplanung und Stadtgrün bei SenStadt, Jutta Kalepky, Baustädträtin in Friedrichshain-Kreuzberg, der Geschäftsführer von Grün Berlin, Christoph Schmidt, Leonard Grosch und Felix Schwarz vom Atelier Loidl und der Architekt Norbert Rheinlaender als Bürgerdelegierter und Mitglied der sog. Projektbegleitenden Arbeitsgruppe. Als Moderator betätigte sich sehr engagiert der Ökologe Dr. Daniel Dahm von der Utopia-Stiftung, der sich nach eigener Aussage mit dem Zusammenwirken von Gemeinschafts- und Privatgütern beschäftigt.

Das Elend der Bürgerbeteiligung

Rheinlaender, der im Sprecherrat der Lokalen Agenda 21 Berlin das Fachforum Soziale Stadtentwicklung vertritt und sich seit nunmehr zehn Jahren für das Gleisdreieck engagiert, erinnerte zum Auftakt der Veranstaltung noch einmal daran, dass es zufolge der 2006 auch vom Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedeten Agenda einseitige Planungen von oben gar nicht mehr geben darf, sondern die BürgerInnen bei Stadt- und Freiraumplanungsprozessen von Anbeginn zu beteiligen sind, dass dies aber wiederum erfordert, sich aktiv einzubringen, also im konkreten Fall entweder zu den regelmäßigen Treffen der Initiativen-Plattform bzw. der Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck (AGG) zu kommen, die jeden 1. Mittwoch im Monat um 19 Uhr in der Wartenburgstr. 7 stattfinden, oder aber im Hinderungsfall die drei gewählten Bürgerdelegierten bzw. ihre drei StellvertreterInnen direkt zu kontaktieren: Eine(r) sei immer ansprechbar und bereit, Anregungen und Kritik entgegenzunehmen und werde selbstverständlich versuchen, dies auch in den Planungsprozess einzubringen. Und Rheinlaender appellierte an die Versammelten: „Traun Sie sich! Sprechen Sie uns an!“

Weitläufiges Überblicken

Leonard Grosch [Update 6.12.: Wie auch aus dem inzwischen veröffentlichten Protokoll von Grün Berlin ersichtlich, muss es hier heißen: Groschs Mitarbeiter Felix Schwarz… ] oblag es, anhand einer Präsentation das Gelände des zukünftigen Westparks den Loidlschen Planungsentwurf kurz vorzustellen. Er sprach von einer durch die beiden 10, 15 Meter hohen stählernen Brücken der U1 und U2 geprägten Grundstimmung, die zwar durch den Lärm des Zugverkehrs negativ beeinflusst werde; andererseits aber ergäbe sich durch die Dreiteilung des Raums eine vielschichtige Staffelung, die vom städtisch pulsierenden Verkehr über die Ruhezone auf dem Tunnelmund der Fernbahn bis zur Weite der Lichtung zwischen den beiden Brücken reiche und ganz spezifische, weitläufige Durchblicke bis hin zum Potsdamer Platz eröffne.

Der nördliche Teil mit dem Eingangsbereich am Schöneberger Ufer bleibe − eingeengt von der Bebauung entlang der Flottwellstraße im Westen, dem Parkhaus im Osten − sicher immer Durchgangsraum und werde es nie zu heimeliger Atmosphäre bringen. Größere Bedeutung habe die mittlere Fläche zwischen U1 und U2, deren Weite inklusive ihres baumgesäumten Rahmens als „Kulisse und Filter“ hin zur städtischen Bebauung mit dem Ostpark korrespondiere und beide Parkteile zu „Geschwistern“ mache. Von den Rändern her ließen sich von Spielplätzen bis Stadtgärten vielfältige Nutzungen integrieren. Die Generalszug-Brücke als Ost-West-Verbindung beider Parkhälften sei in absehbarer Zeit leider nicht finanzierbar und die wichtige funktionale Verbindung entlang der Fernbahntrasse selbstverständlich suboptimal. Etwa 30 Hektar im Südwesten − laut Planwerk Innenstadt Vorhaltefläche für die dereinst geplante Potsdamer Stammbahn und S-Bahnlinie 21 − seien „planungsbefangen“ und könnten nur vorläufig als Park gestaltet werden; mittelfristig sei eine deutliche Einschränkung des östlichen Westparks möglich.

Ansonsten aber präsentiere sich dieser östliche Teil des Westparks gegenüber dem stark gebäudedominierten westlichen sehr viel freier, mit seinem Rahmen aus Baumreihen und Promenadenflächen und, nicht durchgängig versiegelt, als vermittelnder Übergang zwischen Park und Bebauung. Vom hochfrequentierten Eingangsbereich am Schöneberger Ufer aus Richtung Potsdamer Platz ist eine wellenförmige Rasentopographie geplant, um die lange, schmale Fläche attraktiver zu gestalten; ferner Eingänge vom Nelly-Sachs-Park, der Bülow-, Kurfürsten-, Pohl-, Lützow- und Luckenwalder Straße. Beim zentralen Platz unter der U1, der sämtliche Wegeführungen aufnehmen solle und als Rettungsplatz versiegelt sein müsse, wolle man aus der Not eine Tugend machen, indem man grünen Asphalt, Kunstrasen und Tartan wähle, welche Auskunft für einige Heiterkeit sorgte. Die Versiegelung ermögliche jedenfalls vielfältige Nutzungen von sportlichen Aktivitäten, Radfahren, Ballspielen etc. bis zu Events.

Nachts sollen „Lichtgrill“ und sonstige Beleuchtung auf die ihrerseits illuminierte Brückenkonstruktion reagieren. Der nördliche Eingangsplatz könne mit Sitzstufen versehen und ein barrierefreier Zugang mittels Rampenlösung ermöglicht werden. Entlang der Promenaden, z. B. der Flottwellpromenade, sei an Plätze zum Verweilen mit Sitzbänken gedacht und als Untergrund eine Krautschicht möglich. Die geplante Breite des nachts nicht durchgängig, sondern nur von Orientierungsleuchten erhellten Hauptwegs in nord-südlicher Richtung, der die große Lichtung vom Parkrahmen trennen und auch den überregionalen Radwanderweg Berlin-Leipzig aufnehmen soll, beträgt 5,70 Meter, wovon drei Meter asphaltiert und zwei Meter mit erhöhten Betonplatten belegt werden sowie ein knapp 1 Meter breiter Streifen als „Funktionsband“ für Bänke, Leuchten und Mülleimer zur Verfügung stehen soll. Die in ost-westlicher Richtung querenden Nebenwege sollen ebenerdig sein, mit hellerem Material versiegelt werden und nachts unbeleuchtet bleiben.

Das Pflanzkonzept soll, Grosch zufolge, mit weidenblättriger Birne und Himalaya-Birke zu den vorhandenen silberblättrigen Weiden passen, während die Bäume auf der Wiese, etwa immergrüne Kiefern, farblich kontrastieren sollen.

Von der leicht abfallenden, sonnenexponierte Wiesenfläche auf dem „Tunnelmund“ könnten nach Westen hin Sitzstufen zu einem Sommercafé hinunterführen und der sich nördlich anschließende versiegelte Rettungsplatz unter der U2 als Eventfläche für Sommerkino und andere Veranstaltungen dienen.

Für die Kinder solle nahe der Kurfürstenstraße ein großer Spielplatz angelegt werden, sein südlicher Teil als Natur-Spielplatz, und ansonsten stehe ja auch die zentrale Wiesenfläche fürs Spielen zur Verfügung.

Die „noch“ vorhandenen privaten Kleingärten sollten einsehbar sein, also Büsche und Hecken gestutzt werden, und den Parkbesuchern auch einen öffentlichen Nutzen bieten, also von allgemeinem Vorteil sein. − Soweit die Präsentation.

Fantasie- und einfallslos

BürgerInnen-Voten 01

BürgerInnen-Voten 01

In der anschließend leidenschaftlich, teilweise recht turbulent und lautstark geführten Diskussion dieses Planungsentwurfs wurde von BürgerInnenseite zunächst einmal wiederholt die Fantasie- und Einfallslosigkeit moniert. Auf die grundsätzliche Frage nach dem Bebauungsplan, der womöglich ganz anderes vorsehe, wodurch dann Teile der Entwürfe gleich zur Makulatur würden, führten sowohl Beate Profé von SenStadt als auch Birgit Beyer vom hier zuständigen Bezirksamt F’hain-Kreuzberg aus, dass gemeinsam mit den Trägern öffentlicher Belange wohl ein großer koordinierender Plan entwickelt worden sei, dass jedoch die vertiefende Planung einzelner Baufelder noch ausstehe. Klar sei, dass es auf Grund der zur Verfügung stehenden Ausgleichsmittel keinen Bedarf an Investoren gebe und mit der Vivico die Nutzungsverteilung bereits festgelegt worden sei: Dem Bau eines Parks stehe von dieser Seite jedenfalls nichts entgegen, und die Arbeit an einem entsprechenden B-Plan werde weitergeführt.

Heftig gerieten Hunde- und Kinderliebe mit ihren Forderungen nach Auslauf- und Spielplätzen aneinander, während eine Hundebesitzerin ausführlich schilderte, welche immense und unbedingt erhaltenswerte floristische Artenvielfalt es z. B. auf der Fläche des ehemaligen Golfplatzes gebe, nämlich vierzig verschiedene Arten pro qm! Und angesichts all der geplanten Versiegelungen schrie ein schier außer sich geratender Familienvater: „Kein einziger Sack Zement gehört in einen Park!“

Rückmeldung des Hauptkonflikt

Verwundern musste indessen, dass der Loidl-Mitarbeiter den Hauptkonflikt, nämlich jenen zwischen (wettkampfgerechtem Vereins-)Fußball und den KleingärtnerInnen der Kolonie Potsdamer Güterbahnhof (POG), der seit dem Frühling dieses Jahres für so viel Furore gesorgt hatte, so dass Bürgermeister Schulz  sein Angebot an Türkiyemspor, zwei Trainingsplätze mitsamt Funktionsgebäude auf dem Gelände der Stadtgärten anzulegen, angesichts massiven Protests und auf Druck der BVV wieder hatte zurückziehen müssen −, dass also der Loidl-Mann diesen Großkonflikt mit keinem Wort erwähnte. Der Prüfauftrag, den der von Franz Schulz geleitete Runde Tisch den Planern von Loidl und Grün Berlin erteilt hatte: ob sich nämlich zwischen Fußball und Stadtgärten nördlich der U1 eine Kompromisslösung finden lässt, ist wegen der komplizierten Eigentums- und rechtlichen Verhältnisse noch in Arbeit und sein Ergebni weiterhin offen.

Sowohl die Initiativen-Plattform von ca. zehn Gruppen – darunter die POG, die Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck (AGG), das Kreuzberger Horn, die Anwohnerinitiative Flaschenhals-Bautzener Straße (AIF), die Grünen Radler sowie der BUND Berlin – als auch der Quartiersrat Magdeburger Platz hatten hierzu Stellungnahmen und Positionspapiere im Netz veröffentlicht, die im Foyer jetzt auch in Holz auslagen, doch den darin versammelten Argumenten und Gegenvorschlägen wurde, wie gesagt, keinerlei Erwähnung getan, geschweige dass sich die Planer offiziell damit auseinander setzten.

Unvermeidliche Nutzungskonflikte

Stattdessen notierte Moderator Dahm emsig die verschiedensten Ideen, Anregungen und Kritikpunkte auf insgesamt drei MindMaps und wiederholte währenddessen mantramäßig, dass man die einzelnen Nutzungsmöglickeiten von Gemeinschaftsflächen: vom Erhalt der eigendynamisch entstandenen artenreichen Ruderalvegetation und vor allem des Baumbestands über Spiel-, Sport- und Erholungsflächen bis zu den interkulturellen Naturgärten, keinesfalls gegeneinander ausspielen oder in eine Konkurrenzsituation zwingen dürfe –, so als entstünden, wenn sich wegen der Begrenztheit einer Fläche die Alternativen weitgehend ausschließen, nicht notwendigerweise Konkurrenz und Konflikt.

Spielplätze und Spielräume

BürgerInnen-Voten 02

BürgerInnen-Voten 02

Auf die Behauptung, es gebe lokal ausreichend Spielplätze, z. B. einen erst vor kurzem erweiterten im Nelly-Sachs-Park, betonte Frau Beyer, dass es ein Spielplatzdefizit gebe, das nach übereinstimmender Meinung der drei  betroffenen Bezirke innerhalb des Gleisdreieck-Parks abgebaut werden müsse. Es bedürfe nicht irgendwelcher Zwischennutzungen in Baulücken, sondern großer kompakter Plätze. − Dem Ansinnen, dafür Natur zu opfern, widersprachen Pädagoginnen aus ihrer Praxis heraus energisch, indem sie die Wichtigkeit konkreter Naturerfahrung zumal für Kinder mit Migrationshintergrund hervorhoben, die darin oft besonderen Nachholbedarf hätten, und schilderten die ungleich höhere Faszination, die für Kinder und Jugendliche gerade von naturbelassenen Flächen und wildem Gelände im Unterschied zu Spielplatz-Anlagen ausgingen. Zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter unternähmen sie mit ihren begeisterten Schützlingen Wanderungen über dieses Gelände. Und werde nicht der Park aus Ausgleichs- und Ersatzmitteln für Eingriffe in Natur und Landschaft finanziert? In den Loidl-Plänen aber sei vorhandene Vegetation schon gar nicht mehr eingezeichnet, blieben von dichten  Gehölzstreifen nur Einzelbäume übrig, und widersinnigerweise solle stattdessen dann neu gepflanzt werden.

Ausgleich von Defiziten auf wessen Kosten?

Aber auch die Defizite an Sportflächen wie die soziale Kompetenzen fördernden Wirkungen des Vereinssports wurden vielstimmig betont; die Möglichkeit der Integration eines Großspielfelds in die Schöneberger Wiese sei auch im Hinblick auf die gute Verkehrsanbindung weiterhin in Betracht zu ziehen; ein für die Anlage von Sportplätzen in Senatsdiensten stehender Planer verwies auf Umfragen unter 30.000 BerlinerInnen, wonach zwei von drei der Befragten „um die Ecke“ erreichbare Sportangebote befürworteten, und pries die Vorteile von auch im Winter nutzbarem Kunstrasen, ohne allerdings mit solch globalen Aussagen zur Diskussion der spezifischen Problematik viel beitragen zu können. − Vor allem gäbe es einen dringenden Bedarf an fußläufig zu erreichenden Erholungsflächen; die Interessen der KleingärtnerInnen seien mit dem Prüfauftrag berücksichtigt, aber warum werde nicht das große Flächenangebot des Tempelhofer Felds mit einbezogen? Und wie stehe es mit dem überdimensionierten, teils unbenutzten Gelände des Beachvolleyball-Platzes?

Die Karawane will weiterziehen

BürgerInnen-Voten 03

BürgerInnen-Voten 03

In Reaktion auf den Chor der Bürgerstimmen bekräftigten die Loidl-Planer, dass der Park vielfältige Nutzungen aufnehmen müsse, wobei man der „zeitlosen Volkspark-Idee“ folge, auf gar keinen Fall aber Kahlschlag plane: „Wir sind um jeden Baum froh, den der Baumgutachter[!] als erhaltenswert einstuft!“ Auch die große Weite dieser „einzigartigen innerstädtischen Lichtung“ müsse unbedingt erhalten bleiben. Sie gaben die Fläche der versiegelten multifunktionalen Plätze inklusive der beiden Rettungsplätze mit 3.200 qm an und taxierten das Verhältnis versiegelter zu unversiegelter Fläche in ihrer Planung auf 20 zu 80; sie freuen sich „über jeden Kleingärtner“, behaupteten aber, nachdem doch verschiedene BürgerInnen vom Gegenteil berichtet hatten, frech, Rote-Liste-Arten gebe es hier nun mal nicht. − Die gebe es durchaus, widersprach zum Glück Dr. Barbara Markstein, die im Auftrag von Grün Berlin das Atelier Loidl ökologisch berät (seltsamerweise aber nicht auf dem Podium, sondern mitten im Publikum saß, was gewisse Rückschlüsse auf den Stellenwert der Ökologie im Planungsprozess nahelegt). Die wertvollsten Bereiche seien in die Planung eingearbeitet (Frau Markstein verwies auf den Erhalt der „Vegetationsinseln“ im Ostteil) und sogar Bodensubstrate mit Larven seltener Laufkäferarten „gerettet“ worden, die nach den Baumaßnahmen wieder ausgebracht werden sollen; ansonsten erinnerte die Biologin aber an die Verkehrssicherungspflicht. – Herbert Lohner vom BUND erinnerte an den Schutz der Leitarten des Berliner Biotopverbunds, für die sich die Planung doch ausgesprochen habe, und beurteilte die angedachte Beleuchtungskonzeption nach dem sog. Lichthandbuch, woran sich Senatsbaudirektorin Lüscher orientiere, als nicht genehmigungsfähig. [Konkreter: Der sog. Lichtbeitrat der Senatsverwaltung unter Leitung Frau Lüschers, dem neben Licht- und Stadtplanern, Architekten und VerwaltungsmitarbeiterInnen auch BUND-Referent Lohner angehört, entwickelt derzeit ein Konzept mit der Zielsetzung, die nächtliche Lichtemission im Stadtgebiet zu reduzieren, und zu diesem Zweck auch das erwähnte Licht-Handbuch, dessen Vorgaben die von Loidl geplante Parkbeleuchtung sicher nicht entspricht. Beleuchtungsquellen im Boden wie der „Lichtgrill“ werden für Park- und Grünanlagen bspw. ganz abgelehnt. Parkwege sollen nicht generell, sondern nur aus übergeordeten Sicherheitserwägungen − wenn sie etwa zu einer Schule, einem S-Bhf., einer Klinik führen −, beleuchtet werden; unter energetischen Gesichtspunkten wie auch solchen des Schutzes nachtaktiver Insekten sind große LED-Lampen im Gespräch, die entgegen anderslautenden Behauptungen durchaus schon zur Marktreife gelangt sind.]

Ausblick Richtung Flaschenhals und Südgelände

Vor allem angesichts des brutalen Einstands, den sich Grün Berlin auf dem Gebiet des „Ostparks“ erlaubt hat, steht jedoch auch für die Gestaltung des Westteil mit ziemlicher Sicherheit noch Schlimmes zu befürchten. Und obwohl der dritte Park-Teil, der sich südlich anschließende sog. Flaschenhals, nicht Thema des Forums war, berichtete Leonard Grosch, dass Loidl schon ein Strukturkonzept für seine Gestaltung erarbeitet habe, dass es nun zu vertiefen gelte. Auf die Aufforderung, dieses Konzept etwa im Netz zu veröffentlichen, wurde ausweichend reagiert, andererseits Versicherungen, aktuelle Infos per Mail zu erhalten, wenn man sich in die ausliegenden Listen eingetragen habe, mit Gelächter quittiert.

Senatsvertreterin Profé betonte, dass zwischen Westpark und Flaschenhals unbedingt eine Verbindung hergestellt werden müsse, wofür sich die zu restaurierenden Yorkbrücken hervorragend eigneten, und erinnerte an die nun schon bald vierzig Jahre alte Idee der „Grüntangente“ mit einer zusammenhängenden öffentlichen Freifläche bis hin zum Schöneberger Südgelände. Ausgenommen die für die Durchwegung des Wäldchens zu beseitigenden Büsche, soll es laut Loidl auf dem Flaschenhals jedenfalls keine Rodungen geben, schon gar keine Baumfällungen. − Die Botschaft hörten wir wohl…

Parkfreiräumung

Freiräumung des Ostparks im Frühjahr 2009 | © H.Schnaars

BürgerInnen-Vorschläge weggebogen

Zum Ende hin forderte BürgerInnenvertreter Rheinländer endlich eine Gewichtung der BürgerInnen-Beteiligung im Sinne der Lokalen Agenda 21. Nach seinem Dafürhalten ist hier eine Verwaltungsreform vonnöten, damit die BürgerInnen in Planungsprozessen nicht länger lediglich als BedenkenträgerInnen oder gar Störfaktoren wahrgenommen, sondern von Anbeginn und fortlaufend in die Planungen einbezogen werden! [Großer Applaus im Publikum]. Derzeit sei es viel zu häufig noch so, dass die Vorschläge der BürgerInnen einfach „weggebogen“ würden, wie es im Amtsjargon heiße, und die eigentlich wichtigen Entscheidungen in Gremien fielen, zu denen ihnen der Zutritt verwehrt bleibe. Sein neuerlicher Appell ans Volk, Wünsche, Anregungen und Kritik den BürgervertreterInnen mitzugeben, relativierte sich damit notgedrungen.

Wieder nichts gelernt

In seinem Schlusswort stellte Christoph Schmidt von Grün Berlin den Beginn der „Freimachung“ für den Februar nächsten Jahres in Aussicht, während die eigentlichen Landschaftsbauarbeiten ab August beginnen sollen. Der Park sei nicht nur für einzelne Bevölkerungsgruppen da, so Schmidt, und er freue sich auf die nächsten zehn, zwanzig Jahre, da endlich etwas geschaffen worden sei und nicht länger eine Brache  vor sich hin wuchere, und er hieß alle Bürger willkommen… − Deren angeregt weitergehende Diskussion nach offiziellem Schluss der Veranstaltung beendete Projektleiterin Regina Krokowski erstmal wortlos und abrupt durch Abdrehen des Lichts.

[Anmerkung: Ein Kommentar zu diesem Beitrag wurde auf Wunsch der Autorin gelöscht.]

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