Kastanien müssen weiterhin Korsett tragen

Fortsetzung der Verspundung am Corneliusufer in Mitte erst mal abgesagt

Schon Ende letzter Woche gab das WSA offiziell bekannt, was sich schon länger abzeichnete: die „beschränkte“ Ausschreibung zur Verspundung des Corneliusufers, die WSA und BAW zur wasserseitigen Sicherung von Ufermauer und Bäumen nun mal für unverzichtbar halten, wurde nach der Angebotsprüfung von amtswegen offiziell aufgehoben. Damit bleiben die − nach Auffassung diverser Sachverständiger völlig überflüssigerweise − malträtierten Kastanien auch noch eine dritte Vegetations- und Wachstumsperiode hindurch korsettiert und an die monströsen Brockelmannschen Betonwürfel angepflockt.

Über die Gründe für die Aufhebung der Ausschreibung schweigt sich das Amt mit Verweis auf die Regularien einer beschränkten Ausschreibung beharrlich aus. Nach einem Forumsbeschluss war ausdrücklich der Einsatz eines Pressgeräts mit integrierter Bohrhilfe, also bspw. des sog. Crush Pilers der japanischen Firma GIKEN Europe, in die Leistungsbeschreibung mit aufzunehmen, nicht hingegen das umständliche verrohrte Bohren, das zwei Arbeitsgänge erfordern würde, zu verlangen, wofür die (im Übrigen für diesen Bauabschnitt bereits teilgekündigte) Firma Mette Wasserbau schon mal ein Konzept erstellt hatte.

Nachdem die vom WSA verlangte Machbarkeitsstudie (die Gerrit Riemer, Leiterin des WSA-Sachbereichs 2, seinerzeit auch noch mit dem Interesse am Wohlergehen besagter Uferbäume begründete), vom Mediationsforum als überflüssig zurückgewiesen worden war [siehe evtl. auch hier + hier], mutierte die Studie angesichts der in dieser Wintersaison durchzuführenden insgesamt zehn verschiedenen Baumaßnahmen zum umfassenden Logistik- und Koordinierungskonzept, mit dessen Ausarbeitung dann das Ingenieurbüro Emch und Berger beauftragt worden war. Es hatte die logistische Machbarkeit erwiesen, einen bis ins Einzelne reichenden Fahrplan enthalten, erscheint nun aber schon in einem entscheidenden Teil obsolet.

Hier sei auch noch der Hinweis erlaubt, dass der uns während des Vorort-Termins zum Abschnitt 6 (Bereich mit den vier Linden am Tempelhofer Ufer) recht unangenehm aufgefallene WSA-Ingenieur Hans-Jörg Schulz auch für die Erstellung der Verdingungsunterlagen zur genannten beschränkten Ausschreibung der Maßnahmen entlang der Corneliusstraße (Abschnitt 1) verantwortlich zeichnet. − Weshalb nur kann dort angesichts des besonderen Schwierigkeitsgrads auf Grund der besonders harten Mergelschichten in der Kanalsohle nicht mal der Crush Piler, der doch für solche Bedingungen eigens konzipiert und sich bereits mehrfach hervorragend bewährt hat, nicht − von welcher Firma auch immer geleast! − am Corneliusufer zum Einsatz kommen? Zwangsläufig muss sich der Verdacht einstellen, dass es hierfür womöglich auch sach- und fachfremde Gründe gibt?

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