Sanierung die Erste

Riedel-Anleger Kottbusser Brücke/Maybachufer

Dank der Expertise der GuD-Planer, die das WSA auch bei der Bauabwicklung begleiten und als Bauleiter fungieren werden, der Reaktionsgeschwindigkeit des Mediationsforums, oder genauer: der Mitglieder der Arbeitsgruppe Maybachufer innerhalb des Arbeitskreises Sanierung, sowie der außergewöhnlichen Anstrengungen der MitarbeiterInnen des Sachbereichs 2, die „sogar Freitag nachmittags arbeiteten“ (Frau Dr. Ernst), kann ungeachtet der notwendig gewordenen Modifizierung der Umsetzung jener vor Jahresfrist beschlossenen Sanierungsvariante „Riedel I“ das Timing erstmal eingehalten werden, also das Werk aller Voraussicht nach am 2.11. planmäßig beginnen.

Öffentliches und Geheimes

Nach einigem Zieren, ob das denn wettbewerbsrechtlich zulässig sei, hat das WSA bzw. die Arbeitsgruppe Landwehrkanal, welcher der Lenkungsausschuss nun noch einen Rechtsbeistand an die Seite gestellt hat, inzwischen via Newsletter bekannt gemacht, dass nach der bundesweiten öffentlichen Ausschreibung dieser Sanierung/Ufersicherung durch Spundwandverpressung mit „Einbringhilfe“ und einem Auftragsvolumen von 1,3 Mio. Euro brutto insgesamt 17 Unternehmen die Vergabeunterlagen anforderten. Über die regionale Verteilung, woran sich bspw. der Grad des Interesses ablesen ließe, auf den die LWK-Sanierung innerhalb der deutschen Bauwirtschaft stößt, werden allerdings Angaben weiterhin verweigert. (GuD-Mann Mittag verriet immerhin, dass sich vor Ort auch überregionale Bieter umgesehen hätten.) Und auch darüber, ob jemand den Crush Piler offeriert habe, wurde Stillschweigen bewahrt. [Mit „Einbringhilfe“ sei Lockerungsbohrung und nicht etwa Rammen gemeint: Diese soll nur im westlichsten Bauabschnitt (S1) von der Ankerklause bis zur Abbruchstelle erfolgen, und zwar jeweils wasserseitig im „Tal“ einer Doppel-Z-Bohle und außerdem im Schutz der Düsenstrahlwand, weshalb ein erneutes Abrutschen von Ufermauer oder gar Böschung nicht zu befürchten sei.]

Gebr. Kemmer GmbH

Von den 17 Firmen unterbreiteten nur fünf ein Angebot − zu kleiner, zu komplizierter Auftrag? − und schließlich erhielt die Berliner Tiefbaufirma Gebrüder Kemmer GmbH den Zuschlag. Für uns kam das nicht sonderlich überraschend, da dieses Unternehmen ja im Verein mit Sea Terra schon seit August die KMR an ebendieser Baustelle besorgt.

Laut Eigenwerbung verfügen die Gebr. Kemmer über besondere Fähigkeiten in den Sparten Umwelttechnik und Kampfmittelräumung, und die Website auf ihrer Domain flößt mit ihrem „Die Umwelt steht für uns an erster Stelle“ sofort Vertrauen ein −, auch wenn sich mit diesem Motto die Firma Harbauer preist, welche die Gebr. Kemmer zwar schon 1970 erworben haben, mit der sie nun aber eine Firmengruppe bilden. Fürwahr etwas verwirrend. − In der letzten Oktoberwoche muss die Firma noch die detaillierte Ausführungsplanung vor- und anschließend auch gleich loslegen…

Letzte Verrichtungen

Landseitige Kampfmittelsondierung

Landseitige Kampfmittelsondierung

An Vorbereitungen stehen jetzt noch die Vollendung der wasserseitigen Kampfmittel-Flächenräumung aus, wofür nur noch ein Arbeitstag (der kommende Montag) veranschlagt wird, sowie die Bearbeitung einiger Tiefensondierungspunkte, was noch wenige weitere Tage in Anspruch nehmen soll. [Nähere Details im besagten WSA-Newsletter.] Nur soviel: Bislang wurden durch den Hamburger Unterwasserservice Hansa GmbH knapp zwei Tonnen Zivilschrott geborgen, davon anderthalb Tonnen Metall, sowie eine Panzermine. − Für diese Arbeiten interessierte sich denn auch der rbb, woraus wir ersehen können, wessen es zur Erregung medialer Aufmerksamkeit für die LWK-Sanierung bedarf…)

Nun steht noch die landseitige KMR an, die durch die rückwärtige Verankerung der Stahlträger der Düsenstrahlwand im Böschungsbereich nötig geworden ist, welche Sondierung aber durch die Erhöhung des Anker-Winkels auf 45 Grad auf einen Streifen von 5,5 Meter beschränkt werden kann. Zweieinhalb Wochen werden hierfür noch veranschlagt. – Die Prüfstatik der Firma Krone liegt vor, das Benehmen mit Bezirk, Senat, BVG ist hergestellt, bautechnische und geodätische Beweissicherungen wurden erbracht; die akustische, die den Geräuschpegel während des Einbringens der Spundwand ermittelt, soll zu drei verschiedenen Zeitpunkten erfolgen. − Hier regten die BürgervertreterInnen auch Messungen der emittierten Abgase im Umfeld der eingesetzten Gerätschaften an, zumal im Interesse von Gesundheit und Arbeitsschutz der Mitarbeiter und zur Vergleichbarkeit unterschiedlicher Techniken, wenn es kommenden Januar bspw. um die Teststrecke am Paul-Lincke-Ufer geht. [Hier sei auch daran erinnert, dass die Firma KSG gemäß Paragraph 3 der Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen (BaustellV) ebendiesen koordinieren und die Einhaltung der getroffenen Maßnahmen überprüfen soll.] − Die AnwohnerInnen werden durch Aushänge, Wurfsendungen und die Tagespresse informiert.

Ökologische Optimierung unnötig?

Bei der 3. Sitzung der AG Maybachufer, in der all dies präsentiert wurde, fehlten wieder Klaus Lingenauber vom LDA und der SenGUV-Vertreter, Matthias Rehfeld-Klein, doch der erste saß gewissermaßen als Steinerner Gast mit am Tisch, indem verschiedene TeilnehmerInnen sich wiederholt bemühten, auch die mutmaßlichen Interessen des Denkmalschutzes zu berücksichtigen, während der zweite via Mail an die MediatorInnen hatte ausrichten lassen, er sähe für besondere ökologische Optimierungen im Rahmen dieser Baumaßnahme kein Potential −, womit sich das Hin und Her um seine angeblich anders lautenden Aussagen in jener 2. Sitzung der AG Lösungssondierung ohne BürgerInnen-Beteiligung mal eben in Luft auflöste. Auch ob die Wasserbausteine, die, nachdem der Zwischenraum zwischen Spund- und Uferwand durch ein Erde-Sand-Gemisch verfüllt und mit Geotextil abgedeckt worden ist, lose oder teilverklammert aufgebracht werden, ist ökologisch Jacke wie Hose, da die hydraulischen Auswirkungen des Schiffsverkehrs an einem Anleger die Ansiedelung von Kleinlebewesen ohnehin kaum zuließen. − Zu dieser Thematik hätten wir allerdings gerne noch eine Expertenmeinung eingeholt, denn Muscheln, Asseln & Co. trotzen bekanntlich Sunk, Schwall, Sog und Wellenschlag und können andererseits die Ekmek-Einheitskost der Wasservögel bereichern, die wiederum seit zwei Jahren die Steinschüttung als willkommenen Rastplatz nutzen. − Wie auch immer: die Sanierung dieses Anlegers − das muss immer wieder betont werden − darf, wie beschlossen, keinen Präzedenzcharakter haben!

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