Großer Aktionstag 11. Juli

Megaspree-Parade

Heinrichplatz

Heinrichplatz

Einen überaus gelungenen Aktionstag bot der vergangene Sonnabend (11. Juli) mit machtvoller, lauter, bunt-kreativer Megaspree-Parade, einem Bündnis von über 80 Initiativen, Clubs und Kultureinrichtungen, unterm Motto „Berlin frisst ihre Kinder!“, einem Sternmarsch, aus Richtung Kreuzberg, Friedrichshain und Treptow kommend, zur Jannowitzbrücke und von dort sieben-, achttausend Menschen stark zum Roten Rathaus; mit Parolen gegen die fortschreitende Privatisierung des öffentlichen Raums, unserer öffentlichen Infrastruktur, der Verschandelung des Spreeufers aus den immergleichen Profitinteressen, damit die Stadt ihre Schulden abstottere, die ihr ebendiese Interessen in jener kleinen Ouvertüre zur Großen Krise seinerzeit eingebrockt haben; gegen die Zerstörung der Kiezstrukturen und -kulturen, gegen die Gentrifizierung: die Verdrängung der sog. sozial Schwachen und MigrantInnen durch kontinuierlich steigende Mieten.

Viktoria

Viktoria vorm Roten Rathaus

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Zweite Große Paddelparade

Admiralbrücke

Unter der Admiralbrücke

Und der Landwehrkanal sah zwischen Urbanhafen und Studentenbad die zweite Paddelparade, diesmal veranstaltet vom „Aktionsbündnis Landwehrkanal für Alle!“ als Protestdemo gegen eine konzeptlose Kanalreparatur im Dienste tradierter Wirtschaftsinteressen und einer rückwärtsgewandten Denkmalpflege und für eine gesamtheitliche Sanierungsplanung. Die launische Witterung konnte die PaddlerInnen nicht davon abhalten, in noch größerer Zahl als letzten September ihre auspufflosen Gefährte zu Wasser zu lassen.

VIP-Boot

VIP-Boot Solarschiff Chassalli

Da etwelche Verlautbarungen Anlass zu Missverständnissen gegeben haben, sei an dieser Stelle noch einmal klargestellt, dass es − abgesehen von ca. 400 Metern − natürlich noch längst keine Sanierungsplanung für den LWK gibt, dass auch beileibe noch nicht feststeht, dass das WSA die Sanierung als Unterhaltungsmaßnahme durchziehen kann, also ohne Planfestellungsverfahren (PFV), das nur bei Erweiterungs- und Ausbaumaßnahmen vorgeschrieben ist, dass sich das WSA nach langem Sträuben aber gleichwohl dazu bereit erklärt hat, dennoch einen Landschaftspflegerischen Begleitplan (LPB) und eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVS) zu beauftragen, so als ob es ein PFV gäbe, das beides vorsieht. Die umfassende floristisch-faunistische Bestandserhebung und Ermittlung aller Umweltbelange wird von BI/Verein BaL wie auch den Naturschutzverbänden BUND, NABU und Grüne Liga seit Anbeginn des Verfahrens gefordert und ist, indem sie zunächst einmal die ökologische Ausgangssituation untersucht, Voraussetzung für jede ökologisch nachhaltige Sanierung. Die BaL halten an deren integrierter Gesamtplanung, wie immer wieder betont, selbstverständlich auch weiterhin fest!

Aktueller Flyer der BaL

Siehe auch unseren pünktlich zum Aktionstag erschienen aktuellen Flyer, der Vorgeschichte und bisher Erreichtes, den Stand des Mediationsverfahrens und der Sanierung sowie last not least unsere Forderungen resümiert.

Studentenbad

Abschlusskundgebung im Studentenbad

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1 Kommentar

  1. xonra said,

    13. Juli, 2009 um 6:26

    Ein voller Erfolg war dieser zweite Große Tag des Landwehrkanals am vergangenen Sonnabend und hat spektakulär sein Ziel erreicht: dem Kanal und seinen Ufern kurz vor Beendigung der überflüssigen Mediationsverhandlungen auch mal in angenehmer Weise wieder öffentliche Aufmerksamkeit zu erringen! “Landwehrkanal für Alle!” hieß die Parole, mit der eine bunte Armada von siebenunddreißig auspufflosen Wasserfahrzeugen − Schlauch-, Paddel-, Ruder- und Solarboote in groß und klein − für zweieinhalb Stunden die Probe aufs Exempel machte und demonstrierte, was auf diesem Glücksfall von innerstädtischer Wasserstraße so alles möglich ist, wenn die Dieselpötte der Fahrgastschifffahrt für zwei Stunden vom Kanal verschwinden.

    Bild: Solarschiff Chassalli mit der kleinen Kapelle

    Die TeilnehmerInnen zu Wasser, die ZuschauerInnen zu Lande − alle waren sichtlich begeistert. Lautlos, wie von Geisterhand trieb die Sonne das Musikschiff an, auf dem die kleine Kapelle unplugged die PaddlerInnen anfeuerten, die Menschen an den Ufern und auf den dichtbestandenen Brücken erfreuten und dazu nicht wenige an die Fenster der ufernahen Häuser lockten. Die Sommersonne half aber auch in herkömmlicher Weise nach Kräften, und eine milde, vergnügte, wohlig relaxte Atmosphäre umfing die Parade vom Urbanhafen bis zum Studentenbad.

    Paddelparade

    Die Organisation klappte reibungslos, auch weil die Wasserschutzpolizei das Demonstrationsrecht ernst nahm. So waren Teilnehmer- wie ZuschauerInnen gleichermaßen fasziniert, und während jene fast durchweg versicherten, auch im nächsten Jahr wieder mitzutun, erklärten viele von diesen, dann aber auch dabei sein zu wollen. − Wir möchten uns bei allen, die zum Gelingen dieses Großen Tag des Landwehrkanals beigetragen haben, vor allem bei den zahlreich gesichteten BaL Vorständen die ein schickes Faltblatt zustande gebracht haben, in dem sie unsere Forderungen unterstützen, ganz herzlich bedanken!


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