Durchbruch in der Sanierungsplanung!

WSA will Landschaftspflegerischen Begleitplan und Umweltverträglichkeitsprüfung beauftragen

Die 17. Sitzung des Mediationsforums am vergangenen Montag (6. Juli), die in punkto amtlicher Scharaden und Verwirrspiele einen neuen Höhepunkt erreichte (davon später) und auch mit Rücksicht auf die sechsstündige Dauer bei saunamäßiger Raumtemperatur alle Beteiligten einer Art Überlebenstraining unterwarf, führte plötzlich, als niemand mehr damit zu rechnen wagte, doch noch zu einer Art Durchbruch.

Nach fast zweijährigen Verhandlungen kam das WSA, wenn auch widerstrebend, endlich einer Forderung nach, die von den Naturschutzverbänden NABU und BUND sowie BI/Verein BaL seit Anbeginn des Verfahrens unermüdlich wiederholt wird: dass nämlich eine umfassende floristisch-faunistische Bestandserhebung im Wasser und entlang des gesamten Landwehrkanals seiner Sanierung vorausgehen müsse.

Sanierung als Unterhaltungsmaßnahme ohne Planfeststellung durchführbar?

Dies soll nun in Form der Erstellung eines Landschaftspflegerischen Begleitplans (LPB) sowie einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) geschehen, die auf Empfehlung der Planfeststellungsbehörde Magdeburg der Vorhabensträger, also das WSA, freiwillig auch dann durchführen sollte, wenn die Sanierung des LWK als Unterhaltungs- und nicht als Ausbaumaßnahme gilt, also ein förmliches Planfeststellungsverfahren entfällt, das LPB und UVP zwingend vorschreibt.

Denn die Eingriffe in Natur- und Landschaft sind auch bei reiner Substanzerhaltung der Uferbefestigung möglicherweise so gravierend, dass die vorhandenen ökologischen Potentiale sowie Flächen für Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen (A&E) ausgelotet werden müssen. − Allerdings blieb es dem Vertreter der WSD Ost, Tjark Hildebrandt, vorbehalten zu versichern, dass das WSA dieser Empfehlung selbstverständlich folgen werde.

Die Naturschutzverbände jedenfalls „halten die zugesicherte Umweltverträglichkeitsprüfung für einen großen Fortschritt im Natur- und Gewässerschutz bei der Sanierung des Landwehrkanals“, so der Leiter des BUND-Flussbüros, Winfried Lücking. Und das leidige Hin und Her zwischen Senat (SenStadt), LDA, bezirklichen Grünflächenämtern und WSA, wer denn nun für floristisch-faunistische Kartierungen zuständig ist, scheint endlich ausgestanden, zeigte sich Ulrike Kielhorn vom NABU Berlin erleichtert. − Doch nun müssen Taten folgen! Unsere bisherigen Erfahrungen hindern leider jeden Überschwang.

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