Es gibt noch keine Vorplanungen zum Radwanderweg

Die WSV ist am Zug! – Anerkennung als Betriebsweg unabdingbar!

Rollstuhl

Rollstuhl in schwierigem Gelände ©U.Kleimeier

Eine Kernforderung von BI/Verein Bäume am Landwehrkanal ist die Anlage eines durchgängigen Rad- und Fußwanderwegs möglichst beiderseits des LWK als grüne Ost-West-Verbindung im Zeichen emissionsfreier Mobilität und aktivem Klimaschutz. In Teilbereichen führt ein Europawanderweg E 11 am Landwehrkanal entlang. Und es ist allerhöchste Zeit, dass Berlin die Lebensqualität für seine in der Mobilität eingeschränkten BewohnerInnen und Gäste auch am Landwehrkanal erheblich verbessert! [siehe rechts]

Vor vielen Monaten erzählte SenStadt-Vertreterin Frau Mangold-Zatti im Mediationsforum, dass diese Idee des Radwegs in der entsprechenden Abteilung ihres Hauses längst verfolgt werde und es auch schon erste Vorplanungen gebe. Klarer Fall, dass solche Planungen mit jenen zur Kanalsanierung koordiniert werden müssen −, allein es bedurfte vielen beharrlichen Nachhakens, bis dann vor einigen Tagen via Mediationsteam endlich etwas Konkretes rübergereicht wurde.

BLK-P-Brücke

Geplanter Fußgänger-RadlerInnen-Steg ©SenStadt

Der Grund für die Zögerlichkeit wird auch sogleich klar:  diese Planungen sind gar keine für den Landwehrkanal. − Ausnahme ist die geplante, 1,25 Mio. Euro teure, aus A&E-Mitteln für den Potsdamer Platz zu finanzierende Neuerrichtung eines Brückenstegs für Radler- und FußgängerInnen zwischen Tilla-Durieux-Park und Gleisdreieck − ein Vorhaben, das die Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck schon 2006 als Schildbürgerbrücke bezeichnete.

„Die geforderte Verbindung für Fußgänger und Radfahrer entlang des Landwehrkanals ist zwar wünschenswert, derzeit aber aus finanziellen Gründen nicht umsetzbar“, heißt es lapidar in einem Schreiben der Behörde, aber immerhin sei „denkbar, zu gegebener Zeit abschnittsweise Radwege oder andere Radverkehrsanlagen entlang des Landwehrkanals zu planen, aber derzeit ist eine alleinige [sic!] Finanzierung dieser Wege aus dem Radverkehrstitel nicht möglich.“ − Direkte Nachfragen nach der Existenz von Vorplanungen im zuständigen Referat wurden jedenfalls ausdrücklich verneint.

Auch mit Blick auf die wenig spektakulären Schritte, die Berlin bislang zur Erreichung der Klimaschutzziele unternommen hat, ist es in höchstem Maße unbefriedigend, wenn angesichts der konkreten Möglichkeit einer zugleich raschen und klimaneutralen City-Querung − schon jetzt ist sie schneller als PKW und ÖPNV, doch leider lebensgefährlich − derart resignativ, lust- und einfallslos agiert wird. Wenn jedoch an jenem Steg-Vorhaben festgehalten werden soll, dann gehört unserer Meinung nach zwingend zur Planung, dass sie mit der eines am Kanal entlangführenden Rad- und Fußwegs sinnvoll koordiniert wird.

Zur Finanzierung finden sich bestimmt Konjunkturprogramme mit Investitionsmitteln für die Verkehrsinfrastruktur oder aber Förderprogramme auf Bundes- wie EU-Ebene. Hingewiesen sei auch darauf, dass voraussichtlich ab August am Teltowkanal ein zehn Kilometer langer Radweg entsteht, dessen Gesamtkosten von ungefähr 3,6 Millionen Euro zu Dreivierteln der Bund trägt.

Es gibt eine Lösung zur Finanzierung!

Schon seit Frühjahr 2007 besteht für die Kommunen die Möglichkeit, beim Bund entlang seiner Wasserstraßen den Aus-, Um- oder Neubau von Betriebswegen als Radwege zu beantragen [siehe auch hier]. Dies sei ja auch durchaus erwogen worden, heißt es dazu bei SenStadt. Dazu müsste die WSV jedoch bereit sein, in Berlin die Notwendigkeit eines Betriebswegs am Landwehrkanal anzuerkennen. Bisher herrscht nämlich die Meinung vor, dass zur Kanalinspektion in der Stadt doch jeder Punkt per PKW erreichbar sei, und die Bundesbehörde tut sich extrem schwer, hier umzudenken. Erst nach dieser Anerkennung können Vereinbarungen z. B. zur Baulastübernahme, Verkehrssicherungspflicht und Finanzierung getroffen werden.

In anderen Kommunen mit anderen Wasser- und Schifffahrtsdirektionen funktioniert dieses Modell offensichtlich. Es ist höchste Zeit, dass sich auch in der Hauptstadt was ändert!

Mithin wird einmal mehr deutlich, woran es bei der Frage einer übergreifenden Planung der Kanalsanierung vor allem hapert: am politischen Willen der Beteiligten und ihrer Bereitschaft zu koordiniertem Handeln! Da es aber um die brisante und vielbeschworene Thematik einer nachhaltigen Stadt- und Verkehrsplanung geht, ist dies schlechterdings inakzeptabel! Wir fordern also, dass sich SenStadt aktiv um diesen Radwanderweg bemüht und dass sich die WSV im Zuge der Sanierung ihrer Wasserstraße zu einer solchen Ausbaumaßnahme entschließt und in Abstimmung mit den Landesbehörden schnellstmöglich eine entsprechende Vorplanung beauftragt!