Die Denkmalschützer reiten wieder

BürgerInnen-Inititative Bäume für Kreuzberg

Marginalisierung von BürgerInnenbeteiligung auch am Alfred-Döblin-Platz

Granitblöcke

Granitblöcke von Blanc, Scheidel & Koll.

Nachdem im Frühjahr einem sogenannten konkurrierenden Gutachterverfahren drei unterschiedlich grauslige Gestaltungskonzepte für den Alfred-Döblin-Platz in SO36 entsprungen waren, konnten die AnwohnerInnen auf zwei Bürgerversammlungen sowie anlässlich der Ausstellung der drei Entwürfe (im dort ausliegenden Gästebuch sowie per Mail) Vorschläge, Kritik und Anregungen einbringen. Das Konzept des Planungsbüros Blanc, Scheidel und Kollegen mit seinen wuchtigen Granitblöcken nebst Wegweisern auf die Stadtschlösser von Berlin und Dresden (!) fand bei den BürgerInnen am allerwenigsten Anklang.

Dennoch setzte sich das Entscheidungsgremium, in dem VertreterInnen von Senat, Bezirk und Michaelisgemeinde, aber keine aus der Bevölkerung Sitz und Stimme hatten, über diese dezidierte Ablehnung hinweg und kürte eben diesen Blanc & Scheidel-Entwurf trotz seiner auch von den EntscheiderInnen einbekannten Schwächen zum Sieger. Da die für seine Umsetzung erforderlichen Mittel ebenfalls aus dem Senatsförderprogramm „Städtbaulicher Denkmalschutz“ stammen, kann diese Ignorierung des BürgerInnenwillens nicht weiter verwundern.

Die rigiden Anforderungen und unverhandelbaren Rahmenbedingungen einer orthodoxen Denkmallobby, an die die Befürwortung einer Mittelvergabe aus besagtem Förderprogramm jeweils geknüpft wird, erweisen sich einmal mehr mit den Freizeit- und Erholungsbedürfnissen der AnwohnerInnen, ihren Anforderungen an die Gestaltung ihres Wohnumfelds sowie nicht zuletzt mit den Erfordernissen von Stadtnatur und -ökologie als unvereinbar. − Deshalb befürworten die BürgerInnen inzwischen auch einen generellen Verzicht auf Mittel aus diesem Topf, solange nicht von dieser starr historisierenden, unzeitgemäßen, BürgerInenbeteiligung regelmäßig zum Feigenblatt degradierenden Interpretation von Denkmalpflege abgerückt wird.

Kommt am Freitag, 19. Juni, 17:30 Uhr zur
BürgerInnen-Versammlung in die Michaeliskirche!

Am kommenden Freitag ab 17:30 Uhr findet nun eine weitere BürgerInnen-Versammlung in der Michaeliskirche, Waldemarstr. 8-10 statt, wo der überarbeitete Sieger-Entwurf der Öffentlichkeit abschließend vorgestellt werden soll. Dabei sollen die Anregungen der BürgerInnen in die endgültige Gestaltung der von ihnen abgelehnten Planung einfließen.

Wir bitten um Euer zahlreiches Kommen, um diesen neuen Versuch, im Interesse von Mitteln aus dem Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ BürgerInnenbeteiligung zur Farce werden zu lassen, noch zu vereiteln!

Wegweiser

Wegweiser zu den Schlössern...

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