Schadensbegrenzung

Injektionen an der Waterloobrücke

Gewebeschalung

Strumpfartige Gewebeschalungen

Derzeit wird an der Ufermauer nahe Waterloobrücke in Kreuzberg die Beseitigung einer der neuen − oder sagen wir lieber, neu entdeckten − Schadensfälle in Angriff genommen [siehe auch hier]. Bei der Art der Uferbefestigung handelt es sich übrigens nicht um die 120 Jahre alte Regelbauweise, und bei der unteren „Steinlage“, die dort so angefressen aussieht, auch nicht um Steine, wie es zunächst hieß (und Laien schon auf Hilfshypothesen wie „Steinläuse“ oder „Mauerspechte“ geführt hatte), sondern um ein „altes Betonband“, was die Art der Korrosionsschäden nun endlich hinreichend erklärt.

Schläuche für Tonverfüllung

Schläuche für Verfüllung der Tonsuspension

Die durchs Treiben von „Kleinnagern“ verursachten Hohlräume hinter der Wand sollen von der Spezialfirma für Injektionsarbeiten, DMI,  mit einem garantiert umweltverträglichen Verpressmörtel (Betec 040) geschlossen werden, wobei der Mörtel in eine „Gewebeschalung“ − das sind die weißen „Strümpfe“ im Bild oben − gefüllt wird, damit er nicht ins Irgendwo dringe, sondern nur die Uferwand von rückwärts stabilisiere. In einem nächsten Schritt werden laut zuständigem WSA-Mitarbeiter „weitere Hohlräume“ mit einer Tonsuspension (durch die schwarzen Schläuche im Bild) verfüllt.

Learning by doing

Injektionsversuch 02

Erster Injektionsversuch...

Bei Phase 1 erwies sich jedenfalls einmal mehr aller Anfang als schwer. Kaum hatte es heute (10.6.) erstmals „Mörtel marsch!“ geheißen, versteifte sich schon nach kurzer Zeit der vom Mischer auf der Brücke bis hinunter zu den Einfüllstutzen in den Gewebeschalungen reichende Schlauch stangenhart, bevor er mit einem lauten Knall zerplatzte. Es half nichts: Schlauch und Mischung mussten entsorgt und alles noch mal auf Anfang gestellt werden.

Geplatzt

...geplatzt!

Erst hieß es zwar, die Körnung sei mit 4 mm zu grob gewählt und eine feinere auch ohne Stabilitätsverlust verwendbar, doch wurde dies inzwischen vom Bauleiter revidiert: Der Schlauch verjünge sich an einer Stelle; dies habe einen „Stopper“ und anschließenden Überdruck erzeugt, dem der Schlauch nicht gewachsen war. Das sei aber durchaus nichts Besonderes, käme schon mal vor und dass sich dabei eine gehörige Menge des Mörtels in den Kanal ergoss, sei völlig unbedenklich. Über Konsequenzen, die aus dem Vorfall zu ziehen wären, um ähnliches künftig zu vermeiden, etwa eine Druckregulierung, waren keine Auskünfte zu erhalten.

Mörtelwolke

Mörtelwolke im Kanal

Doch gerade darum geht es: Das Pumpen von Beton bzw. Mörtel ist sicher nicht ganz ohne, und in diesem speziellen Fall die Mischung mit dem richtigen Druck durchs Nadelöhr des Stutzens in die Gewebeschläuche zu befördern, bestimmt nicht einfach. Und selbstverständlich passieren Fehler, aber wenn genau diese auch noch öfters vorkommen, dürfen wir in so einem sensiblen Bereich wie der Arbeit an und in einem Gewässer wohl hoffen, dass jetzt entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. − Von diesen Erfahrungen jedenfalls kann das WSA für die weiteren Arbeiten am LWK − namentlich die Mauersanierung in situ − viel lernen!

Nun muss darauf geachtet werden, dass sich durch die Stabilisierung von hinten die Mauersteine nicht nach vorne verschieben, und wir sind gespannt, wie bzw. wohin die Verfüllung der „weiteren Hohlräume“ mit der Tonsuspension verläuft.

Harzinjektion

Harzinjektion

Nachtrag vom 11.6.: Heute sind die Injektionsarbeiten gut und ohne weitere Panne verlaufen. Säcke mit Ton sind inzwischen angeliefert und wenn nichts dazwischen kommt, kann die Uferstabilisierung nahe Waterloobrücke morgen (12.6.) abgeschlossen werden.

2. Nachtrag vom 12.6.: Nein, ganz so schnell doch nicht! Der Mörtel wurde inzwischen verfüllt, das korrodierte Betonband ausgebessert, doch bevor die Tonsuspension zur Verfüllung weiterer Hohlräume in jene schwarzen Schläuche fließt [siehe 2. Foto von oben], wird noch mittels Verpresslanzen (links im Bild) ein Injektionsharz (Carbo Pur) zur Verfestigung/Abdichtung des Bereichs hinter der Ufermauer eingebracht. − Nächste Woche geht’s weiter. Und wer’s noch genauer wissen will, lese den aktuellen WSA-Newsletter

Waterloobrücke

Unter der Waterloobrücke

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