Die Schnitter vom Dienst

Baumpflege mit der Kettensäge

Seelower Weiden

Weidenstümpfe in der Seelower Straße

Auch im Nachbarbezirk Pankow, genauer im Ortsteil Prenzlauer Berg und inmitten von Vegetations- und Brutperiode, „reiten sie wieder, die Schnitter vom Dienst, sie traben durch die Kieze“, wie Heiner Funken vom Bürgerverein Gleimviertel verzweifelt ausruft, und er fragt sich rhetorisch, was Pankow denn nur verbrochen habe, um mit einem derart baumfeindlichen Grünflächenamt geschlagen zu sein. „Die Seelower Straße soll baumlos gemacht werden! Die Silberweiden stehen streichholznackt im Wind.“

Bürgermeister und, in Personalunion, Umweltstadtrat Matthias Köhne aber lässt ganz cool antworten, die Silberweiden seien für den Standort eben ungeeignet, würden deshalb alle zwei Jahre derart stark zurückgeschnitten, und im übrigen sei die Seelower Straße in die Baumleitplanung aufgenommen, um sie kleinkronig zu bepflanzen. „Die Neupflanzungen erfolgen in den vorhandenen Baumscheiben.“ Will sagen: demnächst wird der Rückschnitt noch deutlich tiefer angesetzt.

Seelower Weide

Seelower Weidenkrüppel

Dazu der Aufruf Heiner Funkens über alle Bezirksgrenzen hinweg: „Bürger und Bäume, haltet zusammen, sonst schnittern sie uns alle, blumentopftauglich, auf Bonsaigröße!“

Der Pankower Weg führt durch unwirtliches Gelände. Das paritätisch mit Amts- und BürgervertreterInnen besetzte sogenannte Baumgremium wurde einmal mehr übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt.

Und wenn auch Silberweiden nicht unbedingt Straßenbäume sind: sie wachsen nun mal seit zwanzig Jahren in dieser Straße, könnten moderat und fachkundig  zurückgeschnitten und sollten nicht mitten im Frühling brutal verkrüppelt werden! Denkt denn in diesem „Amt für Umwelt und Naturschutz“ auch mal jemand wenigstens an Empfinden und Bedürfnisse der menschlichen BewohnerInnen? Von den geflügelten wollen wir erst gar nicht reden…

Wenn überhaupt, dürfen diese Bäume erst dann fallen, wenn Neupflanzungen bereits genügend hoch gewachsen sind, damit die ökologische Funktion kompensiert und  die Straße nicht für Jahre, abgesehen von lütten Setzlingen, baumlos wird!

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1 Kommentar

  1. Axel said,

    2. Juni, 2009 um 15:30

    Das scheint mir doch republikweit immer wieder ähnliche Probleme mit den Grünämtern zu geben. Da wird munter drauf los gehackt, wann und wo es gerade passt. Angepasste, nachhaltige Grünbearbeitung ist oft Fehlanzeige und Ökologie ein Fremdwort in diesen Amtsstuben. In Mainz habe ich mich dieses Jahr sogar über einen recht großflächigen Kahlschlag ärgern müssen. http://www.swr.de/blog/umweltblog/?p=1592 Passiert ist auf der genannten Fläche bis heute übrigens nichts.


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