In eigener Sache

Jahreshauptversammlung 2009
der Bäume am Landwehrkanal e.V.

Zum Rechenschaftsbericht

Auf der Jahreshauptversammlung unseres Vereins am vergangenen Montag (11.5.) ließ der Rechenschaftsbericht des Vorstands eine ansehnliche Reihe von Erfolgen Revue passieren, die über den endlos zähen Verhandlungen im Mediationsverfahren zur „Zukunft des LWK“ allzu leicht vergessen werden. Und da war einiges mehr als nur die Ausrichtung des Großen LWK-Tages am 13. September letzten Jahres mit Paddelparade, Podiumsdiskussion und Party, der aber sicher als ein Highlight unserer Aktivitäten gelten darf.

Auch heuer ist übrigens vom Aktionsbündnis „LWK für Alle!“ wieder eine solche Parade geplant, nämlich am 11. Juli, diesmal aber als Demonstration, um den Kanal symbolisch in Besitz zu nehmen.

Die PolitikerInnen erinnern!

Um es noch mal kurz in Erinnerung zu rufen: Die damalige Podiumsdiskussion mit Umweltsanatorin Katrin Lompscher, MdB Christian Ströbele, Xhains Bürgermeister Franz Schulz, dem Ex-Juso Chef und Xhainer SPD-Bundestagskandidaten, Björn Böhning, WSD-Chef Thomas Menzel und BUND-Geschäftsführer Tilman Heuser kreiste um den mittlerweile bei manchen geradezu zum Unwort avancierten „Masterplan“, also eine (um das abgegriffene „ganzheitlich“ zu schonen) systemische Planung der Sanierung, die ökologische, soziale, stadt- und verkehrsplanerische sowie ökonomische Zielstellungen ausbalanciert integriert und neben der Pflege unserer Stadtnatur auch die des Baudenkmals nicht versäumt. Ausnahmslos alle DiskutantInnen befürworteten diese Art der Planung als alternativlos und zeitgemäß –, doch obwohl damals noch kein Wahlkampf herrschte, haben sich diese Einlassungen bis dato weitestgehend als symbolpolitische erwiesen.

Lokal handeln nicht nur in Xberg

Von Senatens verlautet, wie hier bereits wiederholt kritisch paraphrasiert: Wenn nicht der Bund zuständig ist, dann sind’s eben die Bezirke, keinesfalls aber das Land: der Senat könne da allenfalls moderieren. Franz Schulz war auch sogleich bereit, die Feder zu führen, doch die restlichen vier Anrainerbezirke mochten nicht folgen und ließen durch ihre Grünamts-MitarbeiterInnen umgehend abwinken, so dass „die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung keine Basis für ein weiteres gemeinsames Vorgehen“ mehr sieht. Also soll es nun eine Gesamtplanung LWK-Sanierung nur für Kreuzberg geben – so als bräuchte es einen durchgehenden Ufer-Radwanderweg nur hier; als könne ein aquatischer und terrestrischer Biotopverbund an der Bezirksgrenze enden; als beträfe die ökologische Aufwertung dieses elf Kilometer langen innerstädtischen Wasserwegs und (vielfach nur potentiellen) Grünzugs nicht die anderen Bezirke gleichermaßen. Ein solches Projekt muss aber ihre materiellen wie personellen Ressourcen weit übersteigen, hat andererseits aber gesamtstädtische Bedeutung und fällt mithin in die Zuständigkeit von SenStadt.

Druck tut not!

Damit droht die auch von den VertreterInnen der WSD favorisierte Zweigleisigkeit der Planung dringlicher, wasserbaulich-technischer, und mittel- bis langfristiger Maßnahmen stillschweigend ad acta gelegt zu werden. Dass die Kooperation von Bundes- und Landesbehörden und zumal des WSA mit SenStadt, SenGUV, geschweige den Bezirken reich an Friktionen und von gegenseitigem Misstrauen, von Arroganz und Renitenz geprägt ist, ist kein Geheimnis, doch angesichts einer Erlasslage, die auch die WSV des Bundes zu aktiven ökologischen Maßnahmen bei der Wasserstraßenunterhaltung verpflichtet, des galoppierenden Klimawandels und der Notwendigkeit, mit „grünen Investitionen“ aus der ökologisch-ökonomischen Krise zu steuern, ist das BMVBS aufgerufen, wenn es denn nicht nur verbal, sondern real an nachhaltiger Stadtentwicklung, Förderung emissionsarmer Mobilität und gelingender BürgerInnenbeteiligung an solchen Planungsprozessen interessiert ist, hier durchaus noch mal nachdrücklich auf die Landesbehörden einzuwirken.

Neuer BaL-Vorstand gewählt

Zurück zur Hauptversammlung: Der Vereinsvorstand wurde (bei einer Gegenstimme) entlastet, durch Satzungsänderung von sieben auf fünf Mitglieder verschlankt, und nach erfolgter Neuwahl reicht nun seine Altersstruktur von Anfang 20 (Ina Liebing) bis Mitte 50 (Achim Appel). Bernd Heitmann und Michael Neuhaus wurden im Amt bestätigt und ferner kam Web-Redakteurin Birgit Dorbert noch hinzu. Die Wahl des geschäftsführenden Vorstands, die Verteilung der Ämter und Aufgaben etc.pp. erfolgt nächste Woche, und erst dann wird auch die Website entsprechend aktualisiert.

Kreative Aktionen

Nun müssen wir angesichts des ungeachtet allen Mühens sehr durchwachsenen momentanen Stands des Mediationsverfahrens zur „Zukunft des Landwehrkanals“ unsere Forderungen nach realer und nicht nur symbolischer Nachhaltigkeit der Sanierung, möglichst mit kreativen, bunten Aktionen flankiert, wieder verstärkt in die Öffentlichkeit transportieren, denn es ist nun mal so, dass, wenn grad keine Fällungen anstehen, die Menschen die Bäume für gerettet und die Angelegenheit damit für erledigt halten. Die Tatsache, dass größere Baum- und Vegetationsschäden immer nur dadurch verhindert bzw. begrenzt werden können, dass wir uns quasi als Bauaufsicht betätigen, hat für die offiziellen Medien keinen Nachrichtenwert. Die Mühen der Ebene liefern nur sehr bedingt Stoffe für dramatisierende Bearbeitung oder gar einen Scoop.

Unterstützung hochwillkommen!

Gleichwohl ist es ein Stück weit – womöglich Ausdruck eines schon habituell gewordenen mediativen Tunnelblicks – für unsereins schwer nachvollziehbar, weshalb sich die Bereitschaft der vielen, sich für ihr Lebensumfeld leidenschaftlich engagierenden Menschen, die es glücklicherweise in unserer Stadt und namentlich auch in den betroffenen Bezirken gibt, sich mit uns für ein städtebauliches Modellprojekt LWK einzusetzen, das als Teil eines sowohl konjunkturfördernden als auch aufs beschleunigt herannahende ökologische Desaster antwortenden Vorhabens, eher in Grenzen hält. Sicher gibt es immer Wichtigeres als den LWK, doch wir sollten nicht den einen Hotspot naturverträglicher Naherholung, die eine Klimatisierungsschleuse, den einen innerstädtischen Wander- und Ausbreitungskorridor für immer seltener werdende Tier- und Pflanzenarten gegen andere derartige, naturschutzfachlich womöglich wertvollere Hotspots wie z.B. das Gleisdreick-Gelände, den Biesenhorster Sand, das Tempelhofer Feld usw. ausspielen.

Werdet Mitglied bei den Bäumen am Landwehrkanal!

Und so weit es unsere zeitlichen und personellen Kapazitäten irgend zulassen, wollen wir auch weiterhin die Kooperation mit Initiativen, die in den und für die genannten Flächen aktiv sind, nach Kräften unterstützen, die Vernetzung intensivieren und verdichten, propagandistische Schützenhilfe leisten und unsere Aktivitäten koordinieren, auf dass – auch jenseits unseres Kiez‘ – unsere Stadt eine grüne Metropole bleibt und aus der Großen Krise nach Möglichkeit lebenswerter und attraktiver hervorgeht für die Bevölkerung, die BesucherInnen und eine vielleicht wieder wachsende Vielfalt nichtmenschlichen Lebens.

Zum Spenden oder Förder-Mitglied werden hier lang…

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