Zukunft lässt sich ohne systemische Planung nicht bauen!

Die Bäume am Landwehrkanal sowie engagierte PolitkerInnen von SPD und Grünen geben Masterplan-Gedanken nicht auf

Die offizielle Nachricht vom Hinscheiden des Masterplan-Gedankens mussten wir vergangenen Montag (21.4.) der Presse entnehmen, genauer: aus einem ziemlich mangelhaft recherchierten Tagesspiegel-Artikel klauben.

Schlechter Stil oder System?

Keine Frage: natürlich war es längst klar, dass angesichts des offenkundigen Desinteresses der übrigen Anrainer-Bezirke Friedrichhain-Kreuzberg − im Frühherbst letzten Jahres spontan bereit, bei der Entwicklung einer integrierten Gesamtplanung der Kanal-Sanierung die Federführung zu übernehmen − nichts zu schreiben bekommen würde. Gegenüber den BürgervertreterInnen, die sich seit vielen Monaten hartnäckig dafür ins Zeug legen, dass das Mediationsverfahren zur „Zukunft des Landwehrkanals“ durch Initiierung einer solchen Rahmenplanung sich seinen Namen auch verdiene, zeugt diese Vorgehensweise von Baustadträtin Kalepky allerdings von schlechtem Stil. − Oder hat diese Hinhaltetaktik, dieses Zappeln-Lassen auf egal welcher der beteiligten Verwaltungsebenen nicht eher schon System?

Ein „M-Plänchen“ für Xhain?

Wie auch immer, Montagabend versuchte sich dann das Mediationsteam in eiliger Schadensbegrenzung und gab eine Mail der Baustadträtin wieder, die angeblich schon am Freitag zuvor eingetroffen sei. Dieser Mail war dann noch zu entnehmen, dass nun an so was wie ein „M-Plan XXS“ oder ein Masterplänchen nur für den Kreuzberger Kanalabschnitt gedacht sei: Da angesichts des mangelnden Interesses der anderen vier Bezirke der Senatsverwaltung die Basis eines gemeinsamen Vorgehens in Richtung Masterplan fehle, „wurde mit SenStadt verabredet, dass Friedrichhain-Kreuzberg nunmehr eigene Schwerpunkte setzen wird“, und das heißt (nach nunmehr bald zwei Jahren Mediation) −  erstmal Sichtung und Auswertung der bereits vorhandenen Gutachten.

Was sagen die BürgerInnen in den anderen Anrainer-Bezirken?

Nun wollen wir nicht gleich unterstellen, dass dies in ähnlichem Tempo vonstatten geht wie im Falle der Aktualisierung des Großen gartendenkmalpflegerischen Gutachtens von 1990 zu beobachten. Wesentlicher scheint die Feststellung, dass, wenn es auch für Neukölln oder Treptow bei der dortigen Ufersituation keinen großen Handlungsbedarf geben mag (was freilich immer noch kein Grund ist, sich vornehm rauszuhalten), die Situation entlang des Kanals in Mitte oder Charlottenburg langstreckenweise für Lebendiges schier unerträglich ist und eher an einen Klong entlang eines Bangkoker Speedways erinnert als an das Schmuckstück, das Peter Joseph Lenné für die Stadtbevölkerung einst schaffen wollte. Fast alles Potential von Wasserstraße und Uferbereichen bleibt ungenutzt, und die vielfach unterbrochenen, lärmumtosten Uferwege sind menschleer.

Dass es nun aber in einem großen Mediationsverfahren mit BürgerInnenbeteiligung BehördenmitarbeiterInnen vorbehalten bleiben soll, lapidar und ohne nähere Begründung darüber zu befinden, ob nachhaltige Qualitätsverbesserungen rund um den Landwehrkanal in „ihren“ Bezirken nötig seien oder nicht, darf so nicht einfach hingenommen werden. Zunächst ist zu fragen, ob die Thematik in den Umwelt- und Verkehrsausschüssen der betreffenden BVVs, soll heißen: von den gewählten BürgervertreterInnen überhaupt erörtert wurde und sodann, ob die Bedürfnisse und Auffassungen der ortsansässigen Bevölkerung beim abschlägigen Bescheid an den Friedrichshain-Kreuzberger Bürgermeister überhaupt eine Rolle spielten bzw. in irgendeiner Weise ermittelt wurden. Wenn es um Partizipation und Mitwirkung an der Gestaltung der Zukunft des Kanals geht, kann sich’s doch nicht allein um Kreuzberg drehen!

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1 Kommentar

  1. xonra said,

    25. April, 2009 um 5:47

    Die Mediation ist gescheitert!


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