Landwehrkanal hat gesamtstädtische Bedeutung!

Hier sollte der Senat durchaus mal was an sich ziehen!

Auch wir sind nicht der Meinung, „dass in jedem Falle, in dem mehrere Bezirke bei baulicher Stadtentwicklung beteiligt sind, gleich die Senatsverwaltung das Verfahren an sich ziehen muss“, wie Björn Böhning, SPD-Bundestagskandidat in Xhain, in seinem Blog schreibt −, doch da der LWK sowohl als Wasserweg, Grünzug, potentieller Biotopverbund und Baudenkmal nicht nur bezirksübergreifende, sondern gesamtstädtische Bedeutung hat und seine zukunftsfähige Sanierung und Entwicklung gerade in den gegenwärtigen Krisenzeiten einen über die Landesgrenzen hinausstrahlenden Modellcharakter haben sollte, sehen wir neben WSA/Bund durchaus die Landesbehörden in der Pflicht, die Bezirke dagegen völlig überfordert.

Und endlich bleibt für uns unerfindlich, wieso ein solches Infrastrukturprojekt die Kriterien für eine Mittelvergabe aus den Konjunkturpaketen („Wir bauen Zukunft“) nicht erfüllen soll.

  • Fällt die Ermöglichung sanfter Mobilität zu Wasser und zu Lande quer durch die City der Hauptstadt wirklich nur deshalb nicht darunter, weil die Planung zu lange dauert?
  • Dient die Schaffung von Naturerfahrungsräumen nicht gerade der so bitter nötigen Umwelt-Bildung (mit Entwicklung sozialer Kompetenzen bis hin zur Jugendgewaltprävention)?
  • Und brauchen gefährdete Pflanzen- und Tierarten gerade im urbanen Raum keine Infrastruktur?

Nein, wenn sich die Diskussion um die Kanal-Zukunft weiterhin vorwiegend in wasserbaulichen Detailfragen erschöpft − womit deren Wichtigkeit keineswegs in Abrede gestellt werden soll −, dann dient dieses Mediationsverfahren mitnichten dem Bauen der Zukunft, sondern produziert tatsächlich nur kleinteilige Lösungen mit frühem Verfallsdatum.

Plädoyer für zukunftsfähige Konzepte

Vor allem darf die Sanierung des LWK nicht der Zementierung der alten monopolistischen Nutzungsformen und -strukturen missbraucht werden, sondern wir haben die Pflicht, sie als ein Moment in der längst überfälligen ökologischen Wende innerhalb der Stadt- und Verkehrsplanung, der Wasserstraßen-Unterhaltung und auch der Grünflächenpflege zu begreifen! Wir fordern von Bund und Land nichts geringeres als Nachhaltigkeitspolitik, d.h. im konkreten Fall nicht nur eine der technischen und ökonomischen Effizienz, sondern eine werthaltige Entscheidung dafür, nicht nur die eigene Lebensqualität (wieder) zu erhöhen, sondern auch künftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen.

Dass diese Entscheidung sich auch mittelfristig „rechnet“, sich also auch ökonomisch, z.B. mit der Schaffung „grüner“ Arbeitsplätze, als nachhaltig erweist, ist, wenn auch nicht im mindesten zweifelhaft, zunächst mal zweitrangig, denn es geht um existentielle Fragen.

Shared Space

Dieses neudeutsch benannte Konzept, das vom begrenzten innerstädtischen öffentlichen Raum ausgeht, und bspw. mit „Zone für alle“ übersetzt worden ist, weist unmittelbar auf unser Motto „Landwehrkanal für Alle!“, das die Gesamtplanung des LWK leiten muss und z. B. beinhaltet, dass auch „privat“ genutzte bzw. monopolisierte Anlegestellen der Mitbenutzung durch andere VerkehrsteilnehmerInnen zu öffnen sind. Eine einseitige Bevorzugung irgendeines Nutzers muss vermieden werden. Und dies ist eben auch baulich zu verankern!

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