Kein Vorratsbeschluss für Baumschnittmaßnahmen!

Einpressen, Aufständern, Nachrammen: unter den Linden alles erst im Herbst!

Linden in Abschnitt 6

Linden in Abschnitt 6

Die Leiterin des Sachbereichs 2 im WSA, Gerrit Riemer, konnte uns nicht einmal die Mär ersparen, wonach die Mette-Männer morgens um neun unter den Linden am Tempelhofer Ufer (Abschnitt 6) mit dem Einpressen der Spundbohlen begonnen hätten, wenn nur abends vom Forum endlich der entsprechende Beschluss gefasst würde −, aber der kam ja nun wieder nicht zustande, und so muss die Maßnahme auf den Herbst verschoben werden…

Grenzen der Mediation

Anders als  WSD-Regionalmanager Hildebrandt, der offen von zahlreichen Fehlern des WSA spricht, darf Frau Riemer öffentlich nicht den allerkleinsten einräumen. So mag es die Verteidigung der eigenen Position innerhalb der Behörden-Hierarchie gebieten, doch fürs Mediationsverfahren und die Kooperation mit den an den Planungen beteiligten BürgervertreterInnen kann dies nur abträglich sein. Hier stösst gewissermaßen die Obrigkeits-Vertikale auf die Horizontale versuchter demokratischer Partizipation, welcher strukturelle Antagonismus nicht einfach deshalb als prinzipiell unlösbar hingenommen werden kann, weil, wie Tjark Hildebrandt natürlich zutreffend bemerkt, die Objektverantwortung unabhängig von allen Forumsbeschlüssen beim Amtsleiter verbleibt.

In Wirklichkeit ist also die Fortsetzung der Verspundung in Abschnitt 6 neben der Verfüllung der ausgewaschenen Ziegelflachschicht-Fuge in den Abschnitten 3 und 5 bis zum 31. März einfach nicht mehr zu schaffen, denn am 1. April steht die Eröffnung des Kanals für die Fahrgastschifffahrt auf dem Programm.

Kein Doppelschnitt!

Auch wenn Denkmalschützer Lingenauber und Baumrevierleiter Leder im Verein behaupteten, der Sommerschnitt sei für die Bäume besser als der im Winter und früher „von den Bauern“ nur aus Zeitgründen favorisiert worden, so war es den BaumschützerInnen doch vor allem darum gegangen, zur Herstellung des erforderlichen Lichtraumprofils eine doppelte Beschneidung der Linden zu vermeiden. (Und wenn es auch richtig ist, dass während der Vegetationsperiode die Bäume mit den zugefügten Wunden zumeist besser klarkommen als danach, so würde ihnen doch in dieser Saison die Biomasse zur Photosynthese und die durch sie gebildeten Assimilate für die Versorgung von Stamm und Wurzeln fehlen.)

Zugversuche statt Manschetten-Kontrolle?

Was die notwendige Kontrolle der Manschetten, womit die Bäumen mit den Balken und Betonklötzen verbunden sind, auf Staunässe und etwaige Rindenfäule betrifft, sind die Bezirksämter aus Haftungsgründen nicht bereit, hier tätig zu werden und sehen vielmehr den Urheber, nämlich Baumgutachter Jochen Brehm, in der Pflicht.

Ein Schreiben, wonach Brehm jetzt kostspielige und wissenschaftlich umstrittene Baumzugversuche vorschlägt, sorgte derweil für Verwirrung. Dazu der Baumsachvertändige, Dr. Barsig: „Die Zugversuchsmethode zur Feststellung von Schäden an Bäumen zur Stand- und Bruchsicherheit ist aus methodischen Gründen fragwürdig; insbesondere die dabei durchgeführte elementare Berechnung des Windwiderstandsbeiwerts der Baumkrone wird fachlich von vielen Experten in Zweifel gezogen, weil sich die Blätter und Zweige eines Baums unter Windlast in einer Form bewegen und anpassen, die nicht berechenbar ist. Außerdem besteht insbesondere bei den Bäumen am Landwehrkanal die Problematik, dass Zugversuche in Richtung der Kanalseite gar nicht möglich sind oder nur unter einem unverhältnismäßigen Aufwand. Deshalb ist diese Methode für die ufernahen Bäume des Landwehrkanals nicht geeignet.“

Sie wurden von den Zuständigen in den Grünflächenämtern von Mitte und F’hain-Kreuzberg denn auch umgehend abgelehnt. Eine Information hierzu von Seiten des WSA wäre übrigens nicht verkehrt gewesen. − Ob und wann Brehm nun die Manschetten kontrolliert, ist weiterhin offen.

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