Auch aus Gründen des Baumschutzes!

A100-Verlängerung verhindern!

Stau

Wer Straßen baut...

Ungeachtet des schon seit langem währenden und immer wachsenden öffentlichen Widerstands hält bekanntlich SenStadt stur an einem ihrer widersinnigsten und schädlichsten Projekte fest: der Verlängerung der A100 um 3,2 km vom Autobahn-Dreieck Neukölln bis zum Treptower Park. Da die Statistik von einem Rückgang des Autoverkehrs in der Stadt kündet, möchte die Senatorin für  Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, die gerade publikumswirksam einen vorbildlichen Berliner Radfahrer dekorierte, auf der anderen Seite offenbar jenem Trend mit Uralt-Plänen entgegenwirken: Noch immer hat Straßen- und gar Autobahnbau für eine Zunahme des Verkehrs gesorgt. Da darf der Meter auch mit 130.000 Euro schon mal teurer werden als bei einer Transrapidstrecke.

Betroffene aus den Bezirken Neukölln, Treptow und Friedrichshain-Kreuzberg, die BI Stadtring Süd (BISS), BUND und NABU sowie B’90/Die Grünen kämpfen seit Jahren gegen dieses anachronistische, weil klima-, natur- und bürgerInnenfeindliche Vorhaben. (Und auch die Bäume am Landwehrkanal und die Bäume für Kreuzberg haben an ihren Infotischen im letzten Jahr viele hundert Protest-Unterschriften sammeln können.) − Vor Ort aber sind nur Inhaber von Autoreparatur-Werkstätten für die sechsspurige Piste.

Neben drei stattlichen Wohnhäusern aus der Gründerzeit sollen hunderte von Kleingärten verschwinden und rund 300 Bäume fallen, darunter (zunächst) vierzehn der hundertjährigen Platanen des Gartendenkmals Treptower Park.

Für die Senatorin mit dem gebrochenen Verhältnis zur Bürgerbeteiligung ist die Entscheidung längst gefallen

Ungeachtet aller Argumente, deren fundierte Widerlegung sich die Verantwortlichen wie üblich keine Mühe machen − für die Senatorin, deren Haltung gegenüber BürgerInnen-Beteiligung wir ja kennen, ist die Entscheidung ohnehin längst gefallen: „Wir sind nach eingehender Prüfung und vielen Fach- und politischen Diskussionen zu einem sehr eindeutigen Ergebnis gekommen: Die Wohngebiete im Berliner Südosten müssen vom Durchgangsverkehr entlastet werden“, ließ sie die taz Ende Februar wissen −, wurde also nunmehr die Planfeststellung eröffnet, und seit dem 9. März liegen die Pläne noch bis zum 9. April aus, und zwar im

Rathaus Treptow (Neue Krugallee 4), Raum 22, und im
Rathaus Neukölln (Karl-Marx-Str. 83), Raum N6006,
jeweils von Montag bis Mittwoch, 9 bis 16 Uhr sowie
donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 14 Uhr.

Die Frist, Einwendungen zu erheben, wozu alle BerlinerInnen berechtigt sind, endet sechs Wochen nach Beginn der Auslegung, also am 23. April ’09 (Poststempel) und ist per Post zu richten an die

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
10707 Württembergische Str. 6

Schreiben wir der Senatorin unsere Einwände!

Im Treptower Park

Im Treptower Park

Sehr wichtig ist jetzt, dass möglichst viele BürgerInnen Einwendungen erheben und diese individuell formulieren und begründen, damit sie nicht einfach en bloc abzufertigen sind! Sie können sich also etwa gegen

  • die Dauerstaus richten, die dort vorprogrammiert sind, wo sich am geplanten Anschluss Treptower Park der Autobahnverkehr via Elsenstraße und -brücke zu Stralauer Allee und Markgrafendamm über fünf Ampelkreuzungen nach Friedrichshain ergießt, derweil ein Drittel der zusätzlichen Verkehrsbelastung über Puschkinallee, Schlesische und Skalitzer Straße nach Kreuzberg drängt;
  • die dadurch enorm wachsende Lärm- und Feinstaubbelastung (hier bereitet der BUND außerdem eine Klage vor);
  • den steigenden Ausstoß an klimakillendem CO2;
  • die Zerstörung des vertrauten Wohnumfelds und Lebensmittelpunkts;
  • die Zerstörung von Stadtnatur und gewachsenen Biotopen, was durch Ersatzpflanzungen anderswo mitnichten mal eben kompensiert werden kann;
  • Beschädigung und Verlärmung eines Gartendenkmals und Minderung seines Werts für die Erholungs- und Freizeitnutzung…

Noch viel mehr findet Ihr auf den Websites von BISS und BUND

Und auch wir möchten uns dem Aufruf zum Rundgang/Trauermarsch an der geplanten Anschlussstelle der A100 am Samstag, 21. März, 13 Uhr anschließen! Treff: Straße am Treptower Park/Matthesstraße

Lasst uns gemeinsam Laut geben, auf dass Berlin endlich aus diesem Alptraum von Stadt- und Verkehrsplanung erwache!

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1 Kommentar

  1. Oliver Ginsberg said,

    20. März, 2009 um 16:15

    Die Fortsetzung der Politik von gestern angesichts der Krise mit noch höherem Einsatz an öffentlichen Geldern fortschreiben, heißt rückwärts in die Zukunft laufen. Diese Politik ist zum Scheitern verurteilt und das weiß natürlich auch Frau Junge-Reyer. Mit ihren 63 Jahren verspürt sie aber offensichtlich nur geringen Handlungsdruck:
    Hauptsache es fließt Geld vom Bund in die Stadt. Die Bundesmittel wären für eine nachhaltige Stadtentwicklung besser eingesetzt, beispielsweise für eine zukunftsorientierte Sanierung des Landwehrkanals (Solarschiffe und durchgehender Fuß-Radweg entlang des Kanals, statt noch mehr Straßen, die letztendlich nur dem Öffentlichen Nahverkehr Konkurrenz machen).

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass wir um die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens nicht herumkommen – dann wären wir auch von dem Zwang befreit, immer unsinnigere Programme zur Ankurbelung der Wirtschaft aufzulegen nur um „Arbeitsplätze zu schaffen“ (und selbst das gelingt ja nicht mehr).


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