Prüfung der Statik-Prüfung negativ

Statik der Staffelrammung offenbar noch immer ohne Prüfzeichen

Vom Prüfbericht zur Plass’schen Statik der bei Staffelrammung reduzierten Einbindungstiefe der Spundbohlen (jede zweite wird nicht 7,70 sondern nur 3 Meter tief in der Kanalsohle verankert), welchen SB2-Leiterin Gerrit Riemer, wie berichtet, fälschlich schon Mitte Februar in Händen zu halten behauptete*, hat das Prüfbüro Krone nunmehr die ersten beiden Teile vorgelegt. Teil 2 überprüft die Plass’schen Berechnungen zur Haltbarkeit der Schweißnaht, die die aufgeständerten Teilstücke mit den bereits vorgerammten verbindet, in Bezug auf die Nachrammung und soll uns hier nicht weiter beschäftigen. Teil 1 behandelt dagegen die Statik der Spundwand selber, befasst sich aber aus Gründen der besonderen Dringlichkeit[!] zunächst nur mit dem Abschnitt 6 am Tempelhofer Ufer. Der liegt nahe Fußgängerübergang vom U-Bahnhof Möckernbrücke, wo sich die vier berühmten Linden über den Kanal neigen. Weil deren bereits sorgfältig vermessene Kronen baubegleitend, also simultan mit der Rammung beschnitten werden sollen, auf dass nichts unnötig falle, hatte das Forum seine Zustimmung vom Nachweis abhängig gemacht, dass die auf Grund „überraschend“ harter Bodenbeschaffenheit modifizierte Art der Bohlen-Einbringung − eben die sog. Staffelrammung mit verminderter Verankerung jeder zweiten − auch im Falle einer dauerhaften Verwendung der Spundwand-Variante statisch gesichert sei.

Noch keine Zustimmung zu Schnittmaßnahmen an den vier Linden

Merkwürdigerweise enthält die vom Ingenieurbüro Krone überprüfte Plass’sche Statik jedoch weder eine zeichnerische Darstellung noch eine Berechnung der Staffelung des Spundwandfußes, worum’s ja nun eigentlich zu tun ist, und rekurriert zudem auf ein Baugrund- und Gründungsgutachten vom 21.10.1970, das nur ganz am Rand den in Rede stehenden Abschnitt 6 abdeckt, während die meisten Probebohrungen damals außerhalb niedergebracht wurden. Es ist nicht bekannt, welche Bohrergebnisse im Einzelnen genau zu diesem Abschnitt vorliegen. Da die Bodenbeschaffenheit sich (zumal vorm Corneliusufer) unversehens so ganz anders darstellte als das bodenkundliche Gutachten mit seinem 50m-Raster nahelegte, fragt es sich, ob die jetzt zugrunde gelegten Bodenkennwerte ausreichend belastbar sind, um in allen anderen Abschnitten durchweg von der Möglichkeit der Rammung auszugehen. Mit anderen Worten: Was wäre, wenn sich plötzlich herausstellt, dass auch z.B. in Abschnitt 6 vorgebohrt werden muss, nachdem die Bäume fürs Pressen und anschließende Rammen schon zurechtgestutzt worden sind? Deshalb schließen wir uns der Einschätzung der Architektin und Anwohnervertreterin Kleimeier an, die namens der BI inzwischen Teil 1 des Prüfberichts gegengeprüft hat, jedoch zumindest auf Basis der uns bislang zur Verfügung gestellten Unterlagen noch kein positives Ergebnis vermelden kann, und stimmen der Baumbeschneidung in Abschnitt 6 noch nicht zu!

Kleinstmögliche Geräte testen!

Bei der Nachrammung der aufgeständerten Spundbohlen im Abschnitt 3 (also im Bereich der Hängeweiden vis-à-vis Shell-Tankstelle am Tempelhofer Ufer) kam bislang weiterhin nur der bekannte Dieselbär zum Einsatz, während WSA -Chef Scholz persönlich in der 6. Sitzung des AK Kurzfristige Maßnahmen am Montag (2.3.) unter der Perspektive des „bestmöglichen Baumschutzes“ versichert hatte: „Wir werden im Hause prüfen, welche kleinstmöglichen Werkzeuge benutzt werden können.“ Auch mit ausdrücklichem Einverständnis Frau Riemers sollte also die bei den Weiden mögliche Arbeitshöhe gar nicht voll ausgeschöpft, sondern sozusagen „lindenkonform“ gerammt und dabei auch der Einsatz eines kleinen Hydraulikbaggers oder „schnell schlagenden Luftbären“ getestet werden, „der die Bohlen seitlich anreichen kann“, wie es auf der WSA-Website so schön heißt. Am Freitag (6.3.) war vom Luftbären jedoch nichts zu sehen, auf dessen Erprobung wir nun also nachdrücklich insistieren müssen!

Engmaschigere Kernbohrungen beauftragen!

Des weiteren fordern wir das WSA auf, mit Blick auf den vorliegenden, in jedem Betracht unzureichenden Baugrundaufschluss zur Kanalsohle und die im Herbst beginnenden Arbeiten an der dauerhaften Sanierung des 90m-Abschnitts am Maybachufer baldmöglichst weitere Gutachten zur dortigen Bodenbeschaffenheit zu beauftragen, um wenigstens aus dieser Richtung neuerliche „Überraschungen“ auszuschließen. Denn mag es auch zutreffen, dass 80 Prozent aller Risiken bei Baumaßnahmen im Baugrund stecken, wie Tjark Hildebrandt von der WSD zu bedenken gab, so argumentieren wiederum ungefähr die Hälfte aller Schadenersatzforderungen gegen ArchitektInnen und HochbauingenieurInnen mit unzureichendem Baugrundaufschluss. Davon abgesehen kann es nicht angehen, dass den BürgervertreterInnen diesbezüglich dauerhaft gewissermaßen die Qualitätssicherung obliegt, weshalb wir uns in diesem Zusammenhang auch bei allem Respekt erlauben, dringend den sachverständigen Einsatz moderner Software zum Projektmanagement zu empfehlen.


* Erst am 17. bzw. 24.2. hatten die Plass-Ingenieure ihre Berechnungen fertiggestellt, so dass sie erst am 25.2. dem vereidigten IngenieurbüroKrone zur Prüfung zugeleitet werden konnten…

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