Die Tragödie am Gleisdreieck

Senatsverwaltung verhöhnt Bürgerwillen und vernichtet wertvollste Stadtnatur!

Die gestrige Mobilisierung hielt sich einigermaßen in Grenzen, war wahrscheinlich auch allzu kurzfristig erfolgt, und so hat sich vielleicht auch deswegen ein gewisser resignativer Unterton in Norbert Rheinländers Interview geschlichen.
[Hinweis: Wegen der aktuellen Gleisbauarbeiten an der Hochbahn/viertägigen Sperrung der U1 ist der Beitrag zum Park am Gleisdreieck auf  Sonntag,  8.3., verschoben worden! Zweimal das Thema Gleisdreieck an einem Abend mache die Abendschau nicht…]

rbb-Interview

Rheinländer im rbb-Interview am 4.3.09

Wir möchten jedenfalls unsererseits noch einmal bekräftigen, dass diese Art der vom Senat praktizierten, nämlich instrumentalisierten und marginalisierten Art der Bürgerbeteiligung alle blumigen Verlautbarungen zur Lokalen Agenda 21 und zur Partizipation als notwendige Bedingung jeder nachhaltigen Planung im öffentlichen Raum mit Füßen tritt. Es handelt sich dabei, um es mit den Worten Rheinländers zu sagen, „nur noch um eine Alibiveranstaltung“.

Ein achtjähriges bürgerschaftliches Engagement für eine naturnahe Parkgestaltung auf dem Gleisdreieck wird auf diese Weise von einer rückwärtsgewandten Senatsverwaltung vorsätzlich zu zermürben versucht! Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden für weitere Flächenversiegelung und die Anlage steriler, aber pflegeleichter Rasensteppe missbraucht. Artenreiche Baum- und Strauchgruppen werden mit der Begründung gerodet, sie stünden Sichtachsen im Wege.

Grüne Öde

Grüne Öde

Und in Kürze geht’s ans Eingemachte: Ohne Einverständnis der im wahrsten Sinne projektbegleitenden, nämlich  zum Nebenherlaufen gezwungenen Arbeitsgruppe, ja ohne dass es überhaupt kommuniziert worden wäre, wurde inzwischen der Zaun um das Wäldchen entfernt, um es in Kürze mitten in der Vegetations- und Brutperiode mit Bagger und Kettensäge zu „erschließen“.  Der NABU Berlin z. B., der anlässlich einer geführten Veranstaltung im Rahmen seiner Mitmach-Aktion „Stunde der Gartenvögel“ vor zwei Jahren auf  diesem Gelände eine erstaunliche Vielfalt an Vogelarten feststellte, wird sich heuer nach einem anderen Platz umsehen müssen…

Gleisdreick-Panorama

Gleisdreick-Panorama (bitte anklicken!)

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1 Kommentar

  1. xonra said,

    6. März, 2009 um 12:01

    Die „Verhöhnung des Bürgerwillens“ scheint mittlerweile auf allen Ebenen der Politik üblich zu sein. Nahezu alle Ansätze engagierter Bürger, sich im Sinne der Agenda 21 an Planungsvorhaben zu beteiligen, gehen früher oder später im Irrgarten der Zuständigkeit verloren. Am Gleisdreieck z.B. sind einige der Akteure seit fast 30 Jahren dabei, ihre Vorstellungen in den Planungsprozeß einzubringen. Am Landwehrkanal kommt noch die Bundesebene hinzu, welche der Politik von Bezirk, Land und Bund perfekte Ablenkungsmanöver ermöglicht. Die gezeigte Inkompetenz ist wenig geeignet, das Vertrauen der Bürger in die parlamentarische Demokratie zu fördern.


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