Learning by doing am Beispiel Spundwand-Einbringung

BaumschützerInnen-Info vom 16.02.09

Sachbereichsleiterin überfordert

In ihrer einigermaßen komplizierten und zumal für den interessierten Laien leider nur sehr schwer verständlichen Präsentation zum Stand der Arbeiten an den insgesamt sechs Abschnitten mit den gesicherten Bäumen [siehe hier] berichtete die Leiterin SB II, Gerrit Riemer, dass im Abschnitt 2 (Herkulesufer) in der ersten Arbeitsphase mittlerweile 60 Spundbohlen eingebracht worden seien, die in der zweiten Phase nunmehr „aufgestockt“ würden [und also ganz unabhängig von überhängenden Baumkronen durchweg halbiert wurden!], um sie anschließend in einer dritten Phase auf Endtiefe einzupressen, wogegen im, mit gut 200 m längsten Abschnitt 1 (Corneliusufer) die Arbeiten nach etwa der Hälfte der Strecke wegen unerwarteter Festigkeit des Baugrunds zum Stillstand gekommen seien: Infolge der mergelartigen Schichten in der Kanalsohle sei hier weder Pressen noch Rammen möglich. Die Einbringung der Bohlen erfordere vielmehr ein Vorbohren, doch aufgrund der dortigen geringen Kanalbreite müsse erst ein besonderes Trägergerät konstruiert werden!

Probleme mit der Staffelrammung

Zur allgemeinen Überraschung erklärte Frau Riemer ganz nebenbei, dass man sich in allen sechs Abschnitten zu einer sog. Staffelrammung entschlossen habe, wobei wir uns nicht am Wort „Rammen“ stoßen sollten: nach wie vor werde eingepresst. Dagegen stieß sich vor allem die Architektin Kleimeier an der Auskunft, „Staffel“ bedeute, dass nur jede zweite Bohle auf eine Endtiefe von sieben Metern gebracht werde, alle ungeraden dagegen nur auf sechs Meter. Die Plass-Ingenieure aber hatten bei einer dauerhaften Lösung − und um die war es ihnen ja zu tun − aus statischen Gründen eine acht Meter tiefe Einbindung in die Kanalsohle für notwendig erachtet, und dieser Ansicht waren auch die Prüfingenieure. Dass die wasserseitige Baumsicherung durch eine temporäre Baugrubensicherung mittels Spundwänden ggf. auch in eine dauerhafte Lösung überführt werden könne, sollte aber ausdrücklich nicht ausgeschlossen sein. Wenn Frau Riemer nun behaupte, die Statik sei auch bei einer geringeren Einbindungstiefe gesichert, so gelte das allenfalls für eine temporäre Lösung. Dies bestritt Frau Riemer nachdrücklich: ein Prüf-Gutachten für die Statik beider Eventualitäten liege dem WSA vor, befinde sich im Hause und werde den AK-Mitgliedern umgehend übersandt. Da am 23.2. die Arbeiten im Abschnitt 6 aufgenommen werden sollten, sei eine positive Rückmeldung vor diesem Datum sehr erwünscht, damit dann die Schnittmaßnahmen baubegleitend erfolgen könnten und es zu keiner weiteren Verzögerung käme.

Statisches Gutachten demnächst

Da der AK aber darüber beschließen sollte, ob die überhängenden Bäume in den Abschnitten 3 (mit der Hängeweide gegenüber der Shell-Tankstelle am Tempelhofer Ufer) und 6 (mit den berühmten, 2007 von BaumschützerInnen besetzten vier Linden) nun nach den händischen Messungen von Barsig und dem Baumdienst GvL entsprechend dem notwendigen Arbeitsraum beschnitten werden dürfen, konnte nur im ersten Fall eine Zustimmung erteilt werden. Für die Beschneidung der Linden gab es dagegen nur eine Genehmigung unterm Vorbehalt, dass die statische Berechnung tatsächlich auch für eine dauerhafte Lösung gelte.

Anderntags kam indes kein Gutachten. Vielmehr musste Pressesprecherin Bodenmeier einräumen, dass doch noch keines zur Staffelrammung, d.h. zur Statik bei einer geringeren Einbindungstiefe der Spundbohlen vorliege, weder für die temporäre noch für die dauerhafte Variante, sondern vom Prüfstatiker Krone erst erarbeitet werde müsse und nicht vor dem 23. Februar zu erwarten sei. − Die absehbare Verzögerung der Arbeiten hat mithin nicht der AK zu verantworten.

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