Konstituierende Sitzung der ersten Arbeitsgruppe Lösungssuche

BaumschützerInnen-Info vom 16.02.09

Weiter geht’s in kleinen Kreisen

Die BI-VertreterInnen hatten, wie berichtet, ihre Probleme sowohl mit der Thematik als auch mit der Zusammensetzung dieser neuen Arbeitsgruppe, denn erstens können sie ihre Lösungsvorschläge bezüglich einer ökologischen wie nutzungstechnischen Optimierung des Systems LWK ohne die nach wie vor ausstehenden Bestands- und Bedarfsanalysen empirisch nicht hinreichend unterfüttert lokalisieren, andererseits frappierte das Fehlen der zuständigen fach- und sachkundigen Senats- und BezirksvertreterInnen wie auch der Denkmalpflege in dieser Runde und nicht zuletzt jedweder WSA-Emissäre.

In Erläuterung der von ihnen vorgeschlagenen Verfahrensweise betonten hingegen die MediatorInnen, dass es einerseits keinesfalls darum gehe, die verschiedenen Arbeitskreise oder gar das Forum durch diese Arbeitsgruppen zu ersetzen; dass es ihnen andererseits aber auf den Versuch ankäme, in möglichst kleinem Kreis die Interessengruppe der Reeder mit den Naturschutzverbänden und den BürgervertreterInnen direkt miteinander ins Gespräch zu bringen, gerade um unbeeinflusst von den genannten Institutionen die bestehenden Konfliktlinien genauer herauszuarbeiten, um mögliche Lösungswege zu erkunden. Erst im nächsten Schritt sollten dann die auf diese Weise gewonnenen Ergebnisse den übrigen Interessengruppen präsentiert werden.

Wiedererwachtes Interesse der Naturschutzverbände

Erfreulicherweise saßen auch wieder die VertreterInnen von NABU und Grüne Liga am Tisch*, die Fahrgastschiffer waren zu dritt gekommen, die BürgervertreterInnen zu viert. Diese vernahmen’s mit Genugtuung, dass nicht nur die NABU-Vertreterin Prüfaufträge ans WSA formulierte, welche den LWK insgesamt in den Blick nehmen wie z. B. von Biologen durchzuführende floristisch-faunistische Kartierungen (insbesondere Kartierungen der ufernahen und die Mauer direkt berührenden Gehölze sowie ornithologische Untersuchungen) bis hin zur Erstellung eines LPB, sondern dass auch die Reederschaft mit einem Trittstein- oder Perlenschnur-Konzept ökologischer Kanalumgestaltung durchaus leben könnte, wenn sich etwaige Parallelwerke nicht über längere Strecken hinzögen und Kurven- und Brückenbereiche frei blieben.

Obschon die BI die Beauftragung besagter Bestandserfassungen seit nunmehr einem Jahr ergebnislos anmahnt, könnten gemeinsam formulierte Prüfaufträge WSA wie Senat womöglich höher motivieren. Des weiteren soll nun  auch bspw. geprüft werden, wie die Wehre an Unter- und Oberschleuse (Flutgraben) gemäß WRRL für Fische durchlässig gestaltet und zur Einsprudelung von Sauerstoff optimiert werden können

Während Naturschutzverbände und BI zur Raumgewinnung für ökologische Verbesserungen eine Beibehaltung der Einspurigkeit favorisieren, lehnen die Reeder sie wegen der dann unzumutbar langen Wartezeiten vor allem vor der Unterschleuse nach wie vor ab, doch ein Kompromiss-Modell zwischen Einspurigkeit und Begegnungsverkehr scheint dennoch nicht ausgeschlossen.

Höhere Flexibilität der Reeder

Mit Blick auf die Freizeitnutzung wünschen sich die Schipper ausdrücklich ein von Senatsstellen zu entwickelndes Gesamtkonzept und stellten darüber hinaus auch klar, dass sie keineswegs „per se“ gegen einen Masterplan LWK seien, sondern nur dann, wenn er die sich als immer dringlicher erweisende Instandsetzung der Uferbefestigung verzögere − mit der Gefahr einer längeren Vollsperrung des Kanals für den Schiffsverkehr.

Eine weitere „Lösungs-AG“, bestehend aus VertreterInnen des WSA, des Senats, der Denkmalpflege und wiederum der Reederschaft, aber ohne BürgerverterterInnen, soll in dieser Woche zusammentreten.


* der BUND-Gewässerexperte musste aus Termingründen zu seinem Bedauern absagen

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