Die Prüfer und das Pilotprojekt

BaumschützerInnen-Info vom 01.02.09

Präsentation nach Drehbuch

In der 14. Sitzung des Mediationsforums am vergangenen Montag (26.1.) referierten die Prüfingenieure der Firma Geotechnik und Dynamik (GuD) ihre im Zusammenhang mit der Machbarkeitsstudie zur „Kleimeier-Variante“ seit ihrer ersten Präsentation des Gutachtens am 15. September [siehe hier] gewonnenen weiteren Erkenntnisse. Wie vorab schon berichtet, zeigte die Bauwerksuntersuchung, zumindest an den Prüfstellen von Cornelius- und Tempelhofer Ufer, die Ufermauer in noch weit desolaterem Zustand als angenommen: sie werde gewissermaßen nur noch von der alten Holzspundwand aufrechterhalten. Per Video-Einspielung ging’s auf endoskopische Tunnelfahrten, doch wo genau, wurde nicht recht deutlich.

Davon aber ganz abgesehen, ließe sich die Regelbauweise auch im intakten Zustand nach heutigen Standards statisch seriös gar nicht berechnen, was freilich kein neuer Befund ist − schon in den 60er Jahren seien die Kollegen damit nicht zurande gekommen. Es hatte die GuD-Ingenieure bei ihrem ersten Auftritt jedenfalls nicht davon abgehalten, die „Kleimeier-Varianten“ für prinzipiell machbar zu erklären.

Als temporäre Sicherungsmaßnahme nur WSA-Variante geeignet

Davon kann nun jedoch keine Rede mehr sein, denn schon die Berechnung des Quadermauerwerks oberhalb der Wasserlinie habe (mit und ohne Einbeziehung der Baumlasten [!]) ergeben, dass, um ein Kippen oder Gleiten der verfugten Granitquader zu verhindern, die nötige Abstützkraft so stark sein müsste, dass bei der von Frau Kleimeier geplanten Verwendung von Aussteifungen zwischen Spund- und Uferwand mit einem Versagen der Mauer zu rechnen sei. Selbst wenn die Schwergewichtswand unterhalb der Wasserlinie völlig in Ordnung wäre, ließe sich also ein Standsicherheitsnachweis für die „Kleimeier-Variante“ nicht führen.

Wie gestaltet sich bei WSA-Lösung Übergang von Sicherung zur Sanierung?

Empfehlenswert sei mithin allein die WSA-Variante, da sie eine Hinterfüllung der temporären Spundwand mit Kiessand vorsieht, die alle Unwägbarkeiten ausschließt. Wie es bei Umsetzung dieser Variante weitergehen soll, um die Uferwand dann auch dauerhaft zu sanieren, bleibt freilich auch hier bis auf weiteres völlig offen.

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