Schlechte Aussichten für die ‚Kleimeier-Varianten‘

Pilotprojekt gescheitert?

Die Firma Geotechnik und Dynamik (GuD), betraut mit der Machbarkeitsstudie für die temporäre Sicherungsvariante des WSA (nach Ingenieurbüro Plass) einerseits und jener der Anwohnervertreterin und Architektin Ursula Kleimeier andererseits („Kleimeier I und II“), wartete in der vorigen Woche für die im Bereich Corneliusufer als Pilotprojekt geplante „Kleimeier-Variante“ leider mit einem negativen Ergebnis auf (siehe hier). Damit bestätigten und konkretisierten die Prüfingenieure ihre bereits früher geäußerten Bedenken (siehe hier und hier) wie auch die der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)* gegenüber dieser Variante**.

Es ging dabei weniger um die bereits beschriebenen und daher rührenden Probleme, dass diese Variante(n), die ja im Unterschied zur Plass’schen auf eine Hinterfüllung der Spundwand mit Kiessand verzichten und nur über Aussteifungen zwischen Stahl- und Uferwand diese stabilisieren wollen, ein Abpumpen des Wassers aus dem jeweiligen Bauabschnitt nebst Absenkung des Grundwasserspiegels erfordern würden − mit möglicherweise fatalen Folgen für den Baumbestand in einem Umkreis von bis zu 60 Metern −, sondern diesmal vor allem um Ermittlung der Beschaffenheit der Magerbetonwand.

Zur allseitigen Überraschung hat sich nun herausgestellt, dass diese sog. Schwergewichtswand unterhalb des Quadermauerwerks mitnichten noch irgendeine monolithische Struktur aufweist, sondern vielmehr die Konsistenz eines Streuselkuchens (WSA-Chef Scholz), dem die beauftragte Firma C u. R. längere kompakte Bohrkerne zu Prüfzwecken gar nicht erst entnehmen konnte.

Wegen mangelnden kraftschlüssigen Verbunds (das hörten wir schon früher) lasse sich die Standsicherheit rechnerisch gar nicht mehr darstellen; nun stellte sich heraus, dass die Uferbefestigung großenteils nur noch durch die Holzspundwand stabilisiert werde, bei deren Entfernung also höchstwahrscheinlich abrutschen würde. Nur mit Versteifungen − und bei „Kleimeier-Variante II“ mit einer Unterwasserbetonsohle, die aber noch zusätzlichen Aushub nötig macht − sei die Standsicherheit des Gesamtsystems jedenfalls nicht zu gewährleisten.

Die Hoffnungen Frau Kleimeiers, eine ihrer Varianten von einer zunächst temporären (zur schnellen Beseitigung der Baumsicherungen) schließlich in eine dauerhafte zu überführen, haben damit natürlich einen herben Rückschlag erlitten. − Wenn wir uns allerdings die möglichen Auswirkungen der Grundwasserabsenkung auf Baumwurzeln und Kapillarsaum oder die möglichen Folgen der zur Reparatur von Rissen bei der Sanierung der Ufermauer vorgesehenen Injektion von Spritzbeton oder Schaumzement wiederum für die Baumwurzeln vor Augen halten, gilt dies nicht unbedingt auch für unser Hauptanliegen: den Baumerhalt.


* wobei deren langjährige, offenbar überaus enge Kooperation auffiel

** die, ums nochmals zu betonen, nicht „von der BI in Auftrag gegeben“ worden ist!

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