Auf ein Neues!

BaumschützerInnen-Info vom 10.1.09

Die Krise als Chance für ein stadtökologisches Modellprojekt!

Wir hoffen, Ihr seid / Sie sind unfallfrei ins neue Jahr gerutscht und wünschen Euch, Ihnen und uns allen, es möge glücken, die dräuenden bzw. längst hereingebrochenen Krisen als Chancen zu ergreifen!

Zum Auftakt dieses Superkrisenjahres, das ja zugleich ein Superwahljahr werden wird, will unsere Regierung ihrem ersten Konjunkturpäckchen bekanntlich noch ein Paket nachschieben, das für jede(n) etwas enthalten soll, also auch eine Reihe eher zweifelhafter Subventionen, Vergünstigungen und pauschaler Abgabensenkungen sowie den nächsten Rettungsschirm, worüber der Koalitionsausschuss kommenden Montag (12.1.) entscheiden wird. Der Schwerpunkt aber soll auf den öffentlichen Investitionen liegen und zwar auf solchen in die Infrastruktur. Dem hiergegen im Vorfeld erhobenen Einwand, es gäbe zu wenig schnell umsetzbare sinnvolle Projekte, können wir damit begegnen, dass wir erneut und nachdrücklich ein stadtökologisches und städtebauliches Modellprojekt Berliner Landwehrkanal vorschlagen.

Wir fordern den Berliner Senat in Person unserer Stadtentwicklungssenatorin Frau Junge-Reyer auf, mit diesem, von Tausenden von BerlinerInnen wie auch von zahlreichen Hauptstadt-BesucherInnen unterstützten Anliegen und unter den so dramatisch veränderten Voraussetzungen baldmöglichst bei den Ministern Tiefensee und Steinbrück vorstellig zu werden. Beim Erstgenannten sollten die Türen bereits offen stehen, insofern unserem obersten Städtebauer als Weihnachtspräsent viele Hundert weiterer Postkarten mit der Forderung „Landwehrkanal für Alle!“ zugegangen sind, doch (wie selbstredend zu erwarten war) ließen sich nach unserer Kenntnis bislang auch seine MitarbeiterInnen zu keiner Empfangsbestätigung, geschweige einer Antwort herbei.

Wann aber, wenn nicht jetzt müsste sich zeigen, was der verbale Konsens von Bundes-, Berliner Landes- und BezirksvertreterInnen vom vergangenen Herbst über eine nachhaltige Stadterneuerung am Beispiel der Sanierung des LWK realpolitisch wert ist?

Um ein kostspieliges Strohfeuer zu vermeiden, kommt es bei den Konjunkturkurbeln eben nicht nur auf ökonomische, sondern vor allem auf ökologische Nachhaltigkeit an bzw. jene ist ohne diese schlechterdings nicht zu haben, welche Erkenntnis, gebündelt z.B. im epochalen Nicholas-Stern-Report von Oktober 2006, sich zumindest andernorts allmählich durchzusetzen scheint. Im Interesse auch der Lebensverhältnisse künftiger Generationen, denen wir ja nicht nur Schulden vererben wollen, muss es um „grüne“ Zukunftsinvestitionen mit dem Fokus Ökologie gehen, und d.h. bei Infrastrukturprojekten weniger um Straßen-, als um Schienenbau und nicht zuletzt um eine nachhaltige, umwelt- und naturverträgliche Sanierung auch unserer Wasserwege.

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1 Kommentar

  1. Anuschka Guttzeit said,

    13. Januar, 2009 um 0:40

    Im Rahmen des geplanten aktuellen 50 Milliarden schweren Konjunkturprogramms der Bundesregierung sollen 17 Milliarden in die Modernisierung der Infrastruktur investiert werden. Hierbei muß die Bundeswasserstraße Landwehrkanal bedacht werden. Nötig ist die Finanzierung eines Modellprojekts „ökologische Sanierung Landwehrkanal“ (LWK). Die Klimakanzlerin könnte am Beispiel eines innovativen Infrastruktur-Modellprojekts zeigen wie Ökonomie und Ökologie zukunftsweisend miteinander verbunden werden können. Herr Verkehrsminister Tiefensee ist als oberster Dienstherr des Wasserschifffahrtsamts (WSA) für die Bundeswasserstraße LWK zuständig. Die Bundesbehörde WSA hat den Landwehrkanal jahrzehntelang verkommen lassen. Nun muß er dringend saniert werden.
    Der 11 km lange Landwehrkanal mit seinen Grünzügen ist ein sehr wichtiges Naherholungsgebiet für zehntausende Menschen. Die Bürgerinitiative „Bäume am Landwehrkanal“ möchte, dass diese grüne Lunge im Herzen der Hauptstadt erhalten bleibt. Deshalb muß der Kanal auf eine nachhaltige, ökologische und innovative Weise saniert werden.Die nachhaltige Sanierung muß den Erhalt der Bäume, der Ufervegetation und der Biodiversität sicher stellen. Durch innovative Verfahren soll die Reinigung des Wassers gewährleistet werden, so dass das alljährliche Fischsterben im Kanal endlich ein Ende findet. Die Reduzierung von Abwasser-Einleitungen in den Kanal und die Speicherung von Mischwasser ist technisch machbar. So könnte man das Baden im LWK wieder möglich machen. Dies würde die Lebensqualität in der Hauptstadt sehr verbessern. Zumal die Klimaforscher vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung die Zunahme extremer Hitzeperioden für Berlin voraussagen. Auch bräuchten die Menschen dann nicht mehr auf klimaschädigende Art mit dem Auto hinaus ins Grüne an einen See fahren, wenn sie ihr Badeparadies mit Schatten spendenden Bäumen vor der Wohnungstür hätten. In anderen Städten wurden Gewässer bereits gereinigt, so dass das Baden möglich ist. Z.B. die Isar in München, die Elbe in Hamburg und der Rhein in Konstanz.
    Weiterhin ist ein neues Verkehrskonzept für den LWK nötig. Die Fahrgastschiffe sind viel zu groß für den alten, schmalen Kanal und die emissionsträchtigen Dieselmotoren der Schiffe sind nicht Klimaschutzgerecht.


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