Aktuelles von der Spundwand

BaumschützerInnen-Info vom 23.12.08

Euch und Ihnen allen wünschen wir
trotz aller Menetekel
ein gesundes, friedliches & erfolgreiches
2009er Jahr!

Doch zunächst noch ein Lagebericht nebst einiger Einschätzungen…

Baumschutz verlangt Alternativen

Die temporäre Maßnahme, die abrutschgefährdeten Böschungsbereiche mit ufernahem Baumbestand durch wasserseitiges Einpressen von Stahlspundwänden zu sichern und damit die Voraussetzung dafür zu schaffen, die betreffenden Bäume endlich von ihren Betonklötzen und Korsetts zu erlösen, steht an Herkules- und Einsteinufer im Bezirk Mitte vor dem mehr oder minder erfolgreichen Abschluss. Die notwendigen Baumschnittmaßnahmen erfolgten weitgehend an bereits durch überflüssiges Beschneiden vorgeschädigten Rosskastanien und waren aus fachlicher Sicht vertretbar. Einzig ein noch völlig vitaler Baum am Corneliusufer musste soviel Krone lassen, dass die Problematik des Vorgehens an Stellen, wo sich Baumkronen übers Ufer neigen, deutlich zutage trat

Baumfreundlichere Optionen

Bevor ab Mitte Januar die Arbeit am Tempelhofer Ufer in Kreuzberg, wo bislang ohne größere Probleme ja nur die sog. Startbohlen gesetzt wurden, mit dem Verpressen der normalen Bohlen fortgesetzt werden soll, müssen zunächst neue Messungen Aufschluss darüber bringen, ob dort, wo die geretteten Linden oder auch eine noch vitale Hängeweide erheblich zu Schaden kämen, die Spundwand-Trasse etwas zur Fahrrinne hin verschwenkt werden muss, damit der Abstand vom Ufer  von 1,75 m auf z. B. 2,50 m (in Höhe Mittelwasserlinie) vergrößert werden kann. Dies hatte WSA-Chef Scholz bereits im Arbeitskreis Kurzfristige Maßnahmen am 11.12. für erwägenswert erklärt; in der 13. Forumssitzung am 15.12. hieß es dazu, diese Option müsse statisch und nautisch durchgerechnet werden. Erst einmal seien die Messergebnisse abzuwarten, worüber dem AK Kurzfristige Maßnahmen am 19. Januar berichtet werden soll.

Gewisse Alarmbereitschaft bleibt unabdingbar

Admiralbrücke

Admiralbrücke

Damit haben die Erfahrungen der letzten Wochen noch mal klar gezeigt, dass die Maßnahmen des WSA aufs genaueste beobachtet werden müssen und auf Seiten der BaumschützerInnen, sobald es vor Ort zur Sache geht, permanentes Habacht angesagt ist. Zum anderen wurde unsere Auffassung, dass es zum Verbleib von BI/Verein Bäume am Landwehrkanal im ungeliebten Mediationsverfahren vorerst keine Alternative gibt, sehr deutlich bestätigt; und selbst dann ist es schwer genug, rechtzeitig und ausreichend an wesentliche Informationen zu gelangen, auf dass wir, wenn’s für den Baumschutz brenzlig wird, sogleich reagieren, die Maschinen stoppen, den betreffenden Arbeitskreis bzw. das Mediationsforum einberufen und ein alternatives Vorgehen finden und beschließen können.

Innovative Sanierungsvarianten gesucht!

Ferner dürfte nun auch über den Kreis der BI-VertreterInnen hinaus deutlich geworden sein, dass die Suche nach weiteren Wasserbauern mit neuen Sanierungsvarianten, wofür uns im vergangenen Februar ein Volumen von 50 TEUR zugestanden wurde, durchaus mehr sein muss als bloß eine „vertrauensbildende Maßnahme“: nämlich ein vitales Anliegen des WSA selber sowie der beteiligten bezirklichen Grünflächenämter und Senatsverwaltungen, wenn’s auch nur mit der „bestmöglichen Schonung eines jeden einzelnen Baumes“ ernst sein soll. (In der Tat müssen wir dabei, wie Klaus Lingenauber vom LDA anmahnt, dem betroffenen Baum als Einzellebewesen und seinem Kronenhabitus auch im Hinblick aufs Landschaftsbild gerecht werden.) Und worauf jener Forumsbeschluss auch immer zielte: der BI war von vornherein klar, dass es nicht nur um eine zusätzliche technische Variante zu tun ist, insofern es die Universalvariante eben nicht geben kann, sondern dass je nach Uferbeschaffenheit geplant werden müsse −, wobei selbstredend auch herauskommen kann, dass es über die elf Plass’schen und die beiden Kleimeier-Varianten hinaus keine weiteren gibt und sich gar niemand meldet…

Jene Planungsbüros, die sich an unserem ersten Interessenbekundungsverfahren im Sommer beteiligten, haben uns bekanntlich in unserer methodischen Grundausrichtung − vom Ganzen her zum technischen Detail − bestärkt und Vorstudien zu einer integrierten Gesamtplanung angeboten, was aber nach Meinung der Forumsmehrheit den Rahmen unsres laufenden Mediationsverfahren gesprengt hätte und folglich outgescourced werden musste [s.u.].

Unser entsprechend modifiziertes, auf technische Lösungen eingegrenztes Anschreiben an Ingenieure und Wasserbauer fragt also nach mehreren Lösungsvorschlägen und wird nun doch erst Mitte Januar rausgehen: Wir wollen die Anforderungen gemäß der geschilderten Erfahrungen weiter spezifizieren und auch noch etwaige Anregungen aus dem Mediationsforum aufnehmen, nicht zuletzt was weitere Fachleute und Expertise möglicherweise auch von jenseits der Landesgrenzen betrifft. Wir geben die Hoffnung nicht auf und sind auch für sachdienliche Hinweise aus dem Kreis unserer UnterstützerInnen und aller Interessierten sehr dankbar!

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