Erste Entscheidung über dauerhafte Sanierung

BaumschützerInnen-Info vom 21.11.08

Von der 12. Sitzung des Mediationsforums

Nach gut einjährigen Verhandlungen ist in der 12. Sitzung des Mediationsforums am vergangenen Montag (17.11.) die erste und, wie erforderlich, einstimmige Entscheidung über eine dauerhafte Sanierungsvariante gefallen! Wie berichtet, geht’s um die berühmte Abbruchstelle am Riedel-Anleger Maybachufer/Kottbusser Brücke (wobei die zu sanierende Strecke allerdings auf 90 Meter erweitert wurde). Beginnend im November 09, wird hier nun nicht nach der vom WSA auf Plass IV fußenden Variante (Riedel 2) saniert werden, sondern nach der modifizierten Variante Plass I (Riedel 1), wie es die Architektin und Anwohnervertreterin Ursula Kleimeier vorgeschlagen hat.

Die Variante Riedel 1

Nach Beräumung der Schadstelle und denkmalgerechten Rekonstruktion des aus dem Wasser ragenden Teil des Bauwerks wird in ca. 1,70 m Abstand von der Ufermauer eine Stahlspundwand vorgepresst, 15 bis 20 cm unter der Wasseroberfläche abgebrannt und mit Wasserbausteinen hinterfüllt.

  • Da der Bereich, um den die Fahrrinnenbreite dadurch reduziert wird, ohnehin bereits von Dalben abgegrenzt, nicht befahren werden kann, ändert sich für den Schiffsverkehr nichts;
  • da sich die Wasserspiegelbreite nicht ändert, ist, wie die zuständige Behörde in Magdeburg inzwischen bestätigt hat, auch bei dieser Variante kein langwieriges Planfeststellungsverfahren notwendig und
  • da der Bereich zwischen Spundwand und Ufermauer ohnehin wieder durch Anleger-Plattformen überbaut werden soll, also die Spundwandkante unter Wasser nicht sichtbar ist, oberhalb der Wasserlinie aber der Status quo ante wiederhergestellt wird, hat auch der Denkmalschutz keine Einwände.

Gegenüber Riedel 2 hat Riedel 1 folgende Vorteile:

  • Sie ist kostengünstiger, da bei Riedel 2, bevor die dauerhafte Spundwand durch den Magerbeton gebohrt werden kann, eine ebenfalls 90 Meter lange temporäre Spundwand zur Baugrubensicherung vorgepresst werden muss; diese wird bei den jetzt gewählten Variante Riedel 1 die dauerhafte sein, während die durchs Bauwerk zu bohrende entfällt;
  • infolgedessen wird es zu einer um zehn Tage geringeren Lärmbelästigung für die AnwohnerInnen kommen, die während des Einbringens von Stahlbohlen in die Uferbefestigung sicher erheblich ist;
  • während Riedel 2 die komplette „Aufnahme“ der (vorher nummerierten) Sandsteinquader und anschließenden Wiedereinbau erfordert hätte, braucht dies jetzt nur punktuell und zwar dort zu geschehen, wo Erdnägel die Schwergewichtswand zusätzlich stabilisieren sollen, und schlägt somit ebenfalls als Zeit- und Kostenfaktor zu Buche.

Wasserbausteine haben im Vergleich zu Stahl ein höheres Wiederbesiedlungspotential und auch dort, wo es ufernahen Baumbestand gibt, dürfte eine Variante, die keine Aufnahme der Schwergewichtswand verlangt, ökologisch und naturschutzfachlich vorzuziehen sein. − Die Verwendung von Erdnägeln hingegen ist bei durchwurzelter Uferböschung problematisch.

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