BaumschützerInnen-Info vom 06.10.08

Suche nach innovativen Lösungen wird fortgesetzt!

Abgesehen davon, dass das WSA eine Vorstudie zum Masterplan haushaltsrechtlich nicht hätte finanzieren dürfen und dass der Abteilungsleiter Stadtplanung bei SenStadt, Rainer Nagel, eine solche Vorstudie überhaupt für verzichtbar hält: Jene, der BI in einer der ersten Forumssitzungen seitens Tjark Hildebrandt von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) als vertrauensbildende Maßnahme eröffnete Möglichkeit, selber nach Fachleuten mit innovativen Lösungen der Sanierung zu forschen, blieb damit noch immer ungenutzt, allerdings nicht, weil, wie Jürgen Loch von Stern und Kreis rügte, „die BI ihre Hausaufgaben nicht gemacht“, also gefaulenzt hätte, sondern weil es ihr nie um die Entwicklung einer 13. Variante über die elf Plass’schen und die Kleimeiersche zwölfte hinaus gegangen ist und gewiss auch nicht darum, Steuergelder zu vergeuden. Im Gegenteil: Um sich gesamtgesellschaftlich zu „rentieren“, müssen technische Detaillösungen ökologisch, sozioökonomisch und naturschutzfachlich „kontextualisiert“ werden; und die Herausforderung sehen wir darin, gewissermaßen in Umkehrung der bekannten Technikfolgenabschätzung unter Maßgabe eines gegebenen Systems verschiedenster Interessen, Bedürfnisse und ökologischer Erfordernissen alternative technische Gestaltungsoptionen zu entwerfen.

Vielleicht sind die Etikettierungen „Masterplan“ oder „integrierte Gesamtplanung“ auch dann zu unscharf und allgemein, wenn es vor allem darum gehen muss, den Ingenieuren und Wasserbauern bei der Sanierung eines gegebenen Uferabschnitts neben den denkmalpflegerischen auch biologische, sozioökonomische, stadt- und verkehrsplanerische Kriterien und Parameter vorzugeben. Von der Unerlässlichkeit einer solchen „holistischen“ Methode bei der Konzipierung technischer Lösungen sind wir jedenfalls nach wie vor überzeugt, weil es sich beim LWK, wie schon öfter betont, um ein Baudenkmal inmitten eines multifunktionalen Raums handelt: zugleich Verkehrsader, Begegnungsstätte, inner- und gesamtstädtische Grünanlage, wichtiges Naherholungsgebiet, Kaltluftschneise und nicht zuletzt natürliches Habitat, Wander- und Ausbreitungskorridor von potentiell elf Kilometern Länge inmitten hochverdichteten Siedlungsraums.

So hat die BI das Angebot, unter solchen Prämissen Gestaltungsalternativen entwickeln zu lassen, nicht etwa zurückgegeben, sondern wird unter erhöhtem Zeitdruck versuchen, das, wofür die Chiffre „Masterplan“ steht, von einem innovativen, experimentierfreudigen Ingenieurbüro auch technisch simulieren zu lassen.

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1 Kommentar

  1. Oliver Ginsberg said,

    6. Oktober, 2008 um 23:07

    Dass es im Haus von Wolfgang Tiefensee (der sich ja nicht nur Bundesminister für Verkehr sondern auch für Städtebau nennt) keine haushaltsrechtlichen Möglichkeiten gibt, eine Vorstudie zu einem integrierten städtebaulichen Konzept für die Kanalsanierung zu finanzieren (es geht um ca 50.000.- €, nicht etwa um Milliarden, wie sie gerade Banken aufgrund deren Fehlspekulationen nachgeworfen werden), ist genauso wenig glaubhaft wie die Behauptung, dass es leider keine Möglichkeit gebe, ehrenamtlich tätigen Bürgern wenigstens Aufwandsentschädigung dafür bereit zu stellen, dass sie sich monatelang durch fremdbestimmte (und mäßig effektiv moderierte) Sitzungen quälen.

    Tragisch ist, dass selbst ehemals engagierte BI-Vertreter sich diese Auffassung zu eigen gemacht haben und deshalb dabei sind, sich geradewegs aufs Abstellgleis einer Dauerbeschäftigungstherapie schieben zu lassen.

    Das rückwärtsgewandte Treiben von Reedern und Teilen der Verwaltung braucht nicht nur trotzigen Widerstand. Der Widerstand braucht auch Fantasie und muss unberechenbar bleiben, sonst hat er nämlich verloren, Jubiläum hin, Blumensträußchen und Kuchen her.


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