BaumschützerInnen-Info vom 06.10.08

Probleme mit der „Kleimeier-Variante“

In diesem Zusammenhang ist natürlich auch die sog. Kleimeier-Variante anzusprechen, die bekanntlich aus der temporären Spundwandlösung, die ab November endlich zur Befreiung der Bäume vom Beton führen soll, stufenlos in eine dauerhafte Sanierungslösung übergehen will. Während die mit der Machbarkeitsprüfung von WSA/Plass wie Kleimeier betrauten Ingenieure der Firma GuD (siehe hier und hier) bei dieser aber noch Konkretisierungsbedarf sehen, was auch nicht wundern kann, da ja nur ein erster Entwurf vorgelegt werden sollte, hat die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) diese Variante vorschnell verworfen (siehe hier) und daraufhin das WSA die Umsetzung der Plass’schen ausgeschrieben.

Über dieses nicht nur intransparente, sondern auch unfaire Vorgehen des WSA kam es zu erheblichen Verstimmungen nicht nur auf Seiten der Architektin Kleimeier, so dass ihre Variante jetzt an einem der insgesamt sieben Abschnitte des Pilotprojekts Corneliusufer quasi in einem Unter-Pilotprojekt praktisch durchgeprüft wird, auch auf die Gefahr hin, dass dort die Betonwürfel länger die Bäume bedrängen.

Klarstellung

Da zwischenzeitlich aber der Eindruck entstanden ist, dass diese Variante und ihre beiden Subvarianten von Frau Kleimeier im Auftrag der BI entwickelt worden seien, sahen wir uns in der letzten Forumssitzung gezwungen, uns explizit davon zu distanzieren − und zwar wohlgemerkt primär nicht aus sachlich-inhaltlichen Gründen. Allerdings gibt es im Hinblick auf Umweltverträglichkeit und namentlich Baumschutz große Fragezeichen, und es bleibt übrigens auch unerfindlich, weshalb zu keiner Zeit der doch von der BI als Berater engagierte Baumsachverständige Dr. Barsig konsultiert wurde. Dieser verweist inzwischen auf kritische Stellungnahmen von Fachkollegen, die sich mit Grundwasserabsenkungen und deren Folgen für Bäume beschäftigt haben, und sieht insbesondere Probleme, wenn dieses Sanierungskonzept z. B. im Bereich der Rosskastanien am Corneliusufer erprobt und umgesetzt würde, weil gerade diese Bäume ohnehin schon vorgeschädigt und von den Miniermotten gestresst seien.

Die BI sieht sich vielmehr aus formalen, nämlich wettbewerbsrechtlichen Gründen zur Distanzierung veranlasst, denn für den Fall, dass sich das WSA für die Kleimeier-Variante entscheidet, könnten Mitbewerber an dieser Ausschreibung zu Recht das gesamte Verfahren anfechten, insofern ein BI-Mitglied, das an allen Forums- und AK-Sitzungen teilnimmt, die Aufgabenbeschreibung gewissermaßen von innen her kennt und damit einen unzulässigen Wettbewerbsvorteil genießt. − Umgekehrt kommt ein BI-Mitglied, das zugleich als potentieller Auftragnehmer agiert, unvermeidlich in Loyalitätskonflikte, wenn es die Interessen der BI gegenüber seinem potentiellen Auftraggeber jederzeit hart und kompromisslos zu vertreten imstande sein muss.

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1 Kommentar

  1. Oliver Ginsberg said,

    6. Oktober, 2008 um 23:21

    Der Verein Bäume am Landwehrkanal in Gestalt seines Vorstands muss sich in diesem Zusammenhang die Kritik gefallen lassen, dass er nicht aktiv Frau Kleimeier zum Austritt aus dem Verein und zur Niederlegung der Teilnahme als Bürgervertreterin aufgefordert hat. Das wäre schon vor Monaten, als das eigenwirtschaftliche Interesse von Frau Kleimeier offen zu Tage trat, notwendig gewesen. Stattdessen hat der amtierende Vorstand in naiver und sprachloser Nettigkeit versucht, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und sich zuletzt sogar vom Initiator der BI distanziert, weil der den konsequenten Rückzug aus dem Mediationsverfahren propagiert hat. Sollte eine Spaltung der BI zur Strategie des WSA gehört haben, um die Brisanz der öffentlichen Auseinandersetzung zu entschärfen (was vermutet werden kann), so hatte diese Strategie jedenfalls Erfolg. Es steht nun eine überfällige Selbstreinigung der BI an, denn dass es grundsätzlich eine breite Befürwortung für ein integriertes nachhaltiges Sanierungskonzept für den Kanal gibt, das hat nicht zuletzt die letzte Podiumsveranstaltung im Umspannwerk gezeigt. Es kommt jetzt darauf an, diesen öffentlichen Willen am Leben zu erhalten und mit frischem Mut weiter zu entwickeln. Dazu müssten BI und Verein sich aber von altem Ballast befreien und die professionellen Bedenkenträger sich selbst überlassen.


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