BaumschützerInnen-Info vom 11.08.08

Senatsantwort auf Kleine Anfrage der Grünen

In seiner Anfrage Anfang Juli erkundigte sich auch der rechtspolitische Sprecher von B’90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus, Dirk Behrendt, namens seiner Partei, was der Senat zur Reinigung und Verbesserung der Wasserqualität des LWK und zur Vermeidung des regelmäßigen Fischsterbens unternehme und erhielt von Senatsverwaltung für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (SenGUV) kürzlich die Antwort [siehe PDF, 350 KB], dass die Wasserbetriebe (BWB) seit nunmehr zehn Jahren daran arbeiten würden, das Verdünnungsverhältnis von Abwasser zu Regenwasser zu erhöhen sowie durch Erhöhung der Rückhaltekapazität der Kanalisation primär mittels besserer Nutzung bereits vorhandener Speichervolumina die Mischwasserentlastung bei Starkregenereignissen und damit die Nähr- und Schadstoffeinträge zu reduzieren. Bis 2015 [also nach dann 17 Jahren] wolle man diese Ziele des Sanierungsprogramms mit Hilfe von Fördermitteln aus dem UEP erreicht haben.

Senat beauftragt Privatfirmen mit der Müllbeseitigung – augenscheinlich mit mäßigem Erfolg

Interessanterweise heißt es in der Antwort ferner, dass die Müllbeseitigung von Wasseroberfläche und Böschungen des LWK vom Senat beauftragte Firmen in 14tägigem Turnus, im Bedarfsfall auch öfter vornähmen, während wir bislang davon ausgingen, dass die Reinigung der Böschungen den betreffenden Bezirken obliege, was auch von deren MitarbeiterInnen verschiedentlich bestätigt wurde. Angesichts des streckenweise immer gleichen Vermüllungsgrads zumal auf Kreuzberger Gebiet kann es nämlich definitiv nicht sein, dass da alle zwei Wochen oder gar noch öfter der Unrat eingesammelt wird, worüber man also nicht beim Bezirk, sondern bei Senatens Beschwerde führen muss.

Ökologische Umgestaltung nur außerhalb der Regelbauweise?

Um gemäß WRRL das Gute ökologische Potential zu erreichen, sei auch an die Schaffung von phytologisch aktiven Flachwasserzonen gedacht, doch könnten solche Bereiche „in der Regel“ nicht in den zu sanierenden Abschnitten geschaffen werden, sondern im Rahmen von A&E- bzw. gesonderten Maßnahmen anderwärts. „Höherwertige Strukturen sind nicht durchgehend möglich“, heißt es wörtlich, „aber je nach Raumangebot (bis 10 % der Kanallänge) ökologisch wertvoll.“

Nix mit Baden im Kanal

Visionen vom Baden im Kanal werden leider nicht geteilt, da es technisch und ökonomisch unmöglich sei, alle Mischwassereinläufe zuverlässig zu verhindern, weshalb es immer wieder zu bakteriologischen Spitzenbelastungen kommen könne. Der Ingenieur Ralf Steeg, der im Zuge des Projekts „Spree 2011“ bekanntlich das Baden in dieser ermöglichen will, bekräftigt auf Nachfrage indessen, dass dies auch im Falle LWK durchaus keine Hirngespinste seien, und bevor man solche Ideen in Bausch und Bogen verwerfe, möge man doch erstmal entsprechende belastbare Untersuchungen durchführen, um am LWK auszuschließen, was in innerstädtischen Gewässern von Bern, München, Hamburg oder Kopenhagen durchaus möglich sei.

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