„Landwehrkanal für Alle!“ Postkarten an Senatorin und Minister

Postkarte an Junge-Reyer + Tiefensee

BI-Postkarte an Senatorin und Minister

In unserem Drängen auf eine integrierte Gesamtplanung der Kanalsanierung, das im Hinblick auf unseren bereits über ein Jahr währenden, recht zeitintensiven und kräftezehrenden Einsatz vielleicht allzu ungestüm wirkt und wenig diplomatisch daherkommt, aber uns inhaltlich-fachlich gleichwohl nach wie vor als geboten erscheint, benötigen wir wieder verstärkt die Unterstützung der interessierten Öffentlichkeit. Zu diesem Zweck haben wir jetzt eine Postkarten-Aktion gestartet und rufen die BürgerInnen auf, diese Karten (sie werden z. B. bei unseren Treffen auf der Admiralbrücke täglich von 18 bis 20 Uhr verteilt) sowohl Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer als auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee zukommen zu lassen und dadurch unseren Aufruf an beide, für eine zukunftsfähige Sanierung des LWK und des begleitenden (potentiell) elf Kilometer langen Grünzugs unter Einbeziehung der fünf betroffenen Bezirke und der jeweiligen Fachbehörden eine konzertierte Aktion aller drei Verwaltungsebenen zu initiieren, zahlreich und massenhaft zu unterstützen.

Postkarten-Text

Postkarten-Text

Wie schon des öfteren betont, wissen wir sehr wohl, dass die Zuständigkeit des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) an der „Oberkante Ufermauer“ endet und sich auch nur auf die Gewässeroberfläche beschränkt, nicht aber auf Wasserqualität oder gar „Herstellung eines guten ökologischen Potentials“ nach EU-Wasserrahmenrichtlinie erstreckt und schon gar nicht auf die naturschutzfachliche Erfordernisse berücksichtigende Gestaltung seiner Böschungen. Deshalb haben wir bekanntlich auch von Anbeginn des Verfahrens die Teilnahme der zuständigen politischen EntscheidungsträgerInnen gefordert − leider vergeblich.

Als dann kürzlich von Seiten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) Verständnis und Aufgeschlossenheit gegenüber unseren Forderungen bekundet und entsprechende Kontaktaufnahmen mit der Abteilung S wie Städtebau im Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung [!] (BMVBS) sowie mit den zuständigen Senatsverwaltungen allererst in Aussicht gestellt wurden, empfanden das manche als längst überfällig und zugleich als Rückfall hinter entsprechende öffentliche Verlautbarungen, fühlten unser Hauptanliegen noch immer nicht ernst genommen bzw. verschleppt und drohten mit Rückzug aus dem Verfahren.

Klarstellung

Wir wollen durchaus nicht die bisherigen Ergebnisse des Mediationsverfahrens kleinreden oder behaupten, wir hätten sie ohne Mediation so schnell erreicht, doch es waren eben Ergebnisse im Bereich der so genannten kurzfristigen Maßnahmen. Abgesehen von der allerdings hoch zu bewertenden Installierung eines „Bauleiters Baumschutz“, der das gesamte Sanierungsvorhaben begleiten wird, betrafen sie noch nicht die eigentliche Sanierung. Wenn es nun aber bei dieser doch nur um die denkmalgerechte Restaurierung der Ufermauer geht − mit dem Schutz der Uferbäume, soweit möglich − dann, so sagten wir, hätte sich aus unserer Sicht das „aufwendige und kostspielige Verfahren nicht gelohnt“, wobei „Kosten“ auch und gerade das meinte, was die BürgervertreterInnen selber an Zeit und Kraft und Inkaufnehmen von Verdienstausfällen investiert haben, und nicht zuletzt auch das Echo der Klage eines WSA-Mitarbeiters mitschwang, wonach „bereits 1,5 Mio Euro in einem Fass ohne Boden verschwunden“ seien, ohne dass man die Sanierung selbst in Angriff genommen hätte. Freilich wurden da die Tauchuntersuchungen des WSA, die Betonklötze, die Spundwände, die Kampfmittelsondierungen usw. großzügig mit eingerechnet…

Aktive gesucht!

Trotz Urlaubszeit und Sommerloch ist unsere Postkarten-Aktion gut angelaufen − wir suchen allerdings noch MitstreiterInnen und VerteilerInnen, denn auch manch eine(r) von uns ist inzwischen urlaubsreif! −, doch davon ganz abgesehen, wird in den Gesprächen mit Interessierten allzu oft deutlich, dass ungeachtet unserer Bemühungen, den Stand des Mediationsverfahrens aktuell und mit einer gewissen Ausführlichkeit zu dokumentieren und aus unserer Sicht zu kommentieren, vielen längst nicht klar ist, wie komplex das Vorhaben einer nachhaltigen Sanierung des LWK ist und wie unübersichtlich das Geflecht der beteiligten Institutionen und ihrer respektiven Zuständigkeiten.

Das Darstellungsproblem

Die verschiedenen Problemfelder immer wieder prägnant und knackig aufbereitet an die Frau/den Mann zu bringen, ist eine eigene Herausforderung, der wir uns mitunter, das geben wir freimütig zu, auch mal nicht gewachsen zeigen, indem die filigrane Verästelung der Materie: der fachlichen Inputs, der Verhandlungen und Debatten entweder geradewegs in unsere Darstellung dringt und ihre Verständlichkeit unterminiert oder aber durch unser Bestreben, die Diskurse durch Pointierung fasslicher zu machen, Aussagen schief rüberkommen und womöglich in falsche Hälse geraten…

Wir wollen uns hier aber keinesfalls mit dem achselzuckenden Verweis auf die „Natur der Sache“ rausreden, sondern geloben, uns immer wieder aufs Neue zu bemühen, die Alternativen, um die es geht, und das, worum gerungen wird, möglichst klar zu benennen. Vor allem aber ermuntern wir jede(n), die/der hier Sachverhalte und Diskussionsergebnisse verkürzt, verfälscht oder sonst wie unangemessen dargestellt findet, nachdrücklich, unten im Kommentar-Feld ihre/seine Kritik zu äußern, denn gerade wegen dieser Möglichkeit zeitnahen Reagierens oder auch Ergänzens betreiben wir neben unserer Website ja den Blog und tun dies für eine BI, die nun mal kein monolithischer Block, keine Kaderorganisation ist, sondern aus einer Pluralität von Sichtweisen immer wieder zu einer gemeinsamen finden muss.

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