BaumschützerInnen-Info vom 27.06.08

Beschluss zur Beauftragung georadiologischer Sondierungen vertagt

Auch über eine Beschlussvorlage aus dem Arbeitskreis Kurzfristige Maßnahmen zur Beauftragung der Firma Wiebe und des Göttinger Professors Weihs, an zwei Örtlichkeiten am Kanalufer die Tauglichkeit ihrer diversen noninvasiven georadiologischen bzw. widerstandstomographischer Untersuchungsmethoden zu erproben, um sowohl stabilitätsbeeinträchtigende Hohlräume im Böschungsbereich als auch die Wurzelverläufe ufernaher Bäume zu sondieren, konnte (noch) nicht entschieden werden, da auf Grund der unbefriedigenden Informationspolitik im Vorfeld und ungeachtet des vorliegenden Protokolls der fraglichen Sitzung sich nicht alle BI-Mitglieder über die Präsentationen der Wissenschaftler und den Stand der anschließend im AK geführten Diskussion ausreichend unterrichtet sahen.

Inzwischen wurden auch Bedenken geäußert, ob die eine der Stellen, nämlich jene am Einsteinufer (km 0,6), wo TU-Wissenschaftler kürzlich, wie berichtet, Wurzelaufgrabungen vorgenommen haben, für eine Erprobung radiologischer Methoden noch geeignet sei, da die Bodenbeschaffenheit verändert worden ist. Zumindest müssten die Ergebnisse dieser Erkundungen bei einer Validierung der neuen mit einbezogen oder besser noch der im AK Naturhaushalt und Landschaftsbild geplante Vortrag der TU/Messzelle-Biologen bzw. der TU-Bodenkundler über die Ergebnisse ihrer Wurzelaufgrabungen und Bodenuntersuchungen abgewartet und im Hinblick auf weitere Untersuchungen diskutiert werden.

Kanalsanierung kann nur im interdisziplinärem Zusammenwirken gelingen!

Grundsätzlich wäre wünschenswert, die TU-Wissenschaftler in eine interdisziplinäre Untersuchung einzubinden, weil hierdurch Ergebnisse zu erwarten sind, die qualitativ über das bloße Aneinanderreihen von Einzeluntersuchungen hinausgehen. − Nach unserer Kenntnis gibt es auch im Fachbereich Geologie der TU Berlin bereits Erfahrungen mit Georadar-Untersuchungen, so dass keine Gefahr besteht, dass die Spezialisten thematisch aneinander vorbei argumentieren.

Die Form einer solchen interdisziplinären Zusammenarbeit wäre zu klären. Wir halten diese jedenfalls prinzipiell für zweckdienlicher hinsichtlich einer auch in Zukunft angemessenen Bewältigung von Kanalufer-Problemstellungen als Parallelbearbeitungen ohne fachlichen Austausch.

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2 Kommentare

  1. blindfisch said,

    3. Juli, 2008 um 13:53

    Das Protokoll lesen hätten die betroffenen „BI“ Vertreter um Herrn Paulus doch können? Das gehört zur normalen Vorbereitung von Sitzungen.
    Bei der Abstimmung ging es um eine grundsätzliche Zustimmung. Über den Ort hätte man nachverhandeln können. Soviel zur sachlichen Berichterstattung.
    Herr Paulus war übrigens der Ablehnende. Ohne sachliche Begründung.
    Muss die Zustimmung zu einer wissenschaftlichen Untersuchung von zwei anderen Instituten nun so dringend mit der TU Gruppe verknüpft werden?
    Und weiterhin der Hinweis: die Protokolle der Sitzungen auf der offiziellen Seite des Mediationsverfahrens zu lesen, bringt mehr sachlichen Einblick als die teilweise im Block geäußerten, oft recht einseitigen Darstellungen!

  2. Oliver Ginsberg said,

    3. Juli, 2008 um 20:16

    Weder das Protokoll, noch die Vermittlung der Ergebnisse der Arbeitsgruppe im Forum konnten offensichtlich alle Zweifel an der Art und Weise der Herangehensweise zerstreuen. Andererseits ist es auch wenig sinnvoll, Abstimmungen nur dem Grunde nach durchzuführen. Abstimmungen sollten immer so erfolgen, dass danach ohne weiteren Verzug gehandelt werden kann. So wurde es auch bisher bei der Beauftragung provisorischer Maßnahmen gehandhabt.

    Es stimmt zwar, dass allein Arno Paulus zunächst und eher intuitiv das Verfahren ablehnte. Die im Nachgang geführten Gespräche mit Wissenschaftlern der TU Berlin haben aber eine Zurückhaltung in diesem Punkt als sinnvoll bestätigt. Dazu kurz drei Erläuterungen:

    1. Eine Grundsätzliche Kritik an der wissenschaftlichen Herangehensweise bezieht sich darauf, dass georadiologische Untersuchungen stattfinden sollen an Uferabschnitten, an denen bereits Wurzelaufgrabungen stattgefunden haben. Letztere sollten sinnvollerweise aber vielmehr erst im Nachhinein angewendet werden, um eben die Ergebnisse der neuen georadiologischen Methode zu verifizieren (wissenschaftlich abzusichern). Die umgekehrte Herangehensweise ist aus wissenschaftlicher Sicht fragwürdig

    2. Wurde von Seiten der TU angeregt, dazu interdisziplinär zusammen und nicht nebeneinander her zu arbeiten – durch Hinzuziehung der Bodenkundler der TU, welche die die städtischen Böden Berlins besser kennen dürften, als der von Prof. Weihs genannten Wissenschaftler Prof. Gaertig, der aus der Waldbodenforschung mit völlig anderen Bodenstrukturen kommt. Ein fachlicher Dialog wäre jedenfalls für alle Seiten von Interesse, bevor über die Art und Weise des Vorgehens entschieden wird.

    3. Neben dem Bodenradar kommt eventuell auch die Schalltomographie in Frage, um die Ufersituation „noninvasiv“ (also ohne Eingriffe in den Boden-Wurzel-Mauerwerk-Verband am Kanalufer) aufzunemen. Es sollten deshalb alle Methoden nebeneinader erprobt, verglichen und durch anschließende Aufgrabungen verifiziert werden.

    Eine geringfügige zeitliche Verzögerung scheint akzeptabel, angesichts der Möglichkeit, Methoden zu etablieren, die in Zukunft baumfreundlichere Sicherheitsabwägungen an Kanalufern ermöglichen.


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