BaumschützerInnen-Info vom 14.6.08

Sauerstoffgehalt und Durchflussmenge im Landwehrkanal bereits jetzt wieder viel zu niedrig!

TU-Messzelle* ermittelte Werte wie im August

Zu Beginn dieser Woche befuhren im emissionsfreien Solarboot Mitarbeiter der Messzelle* der TU Berlin den Landwehrkanal, um an verschiedenen Stellen u. a. die Wassertemperatur und mittels elektronischer Messsonde den Sauerstoffgehalt zu bestimmen. Die genauen Datenreihen werden erst nächste Woche vorgestellt, zusammen mit den dann ermittelten Werten auch zum Phosphat- und Ammoniumgehalt, aber vorab lässt sich schon sagen, dass bereits jetzt Mitte Juni eine Situation erreicht ist, die sich sonst erst im August eingestellt: Der O2-Gehalt ist durchgängig deutlich niedriger als in der Spree und jedenfalls viel zu niedrig, als dass die zahlreich dicht unter der Wasseroberfläche zu beobachtenden, sichtbar Atemnot leidenden Jungfische eine reelle Überlebenschance hätten.

FischbrutSchon jetzt wäre also wenigstens zur Schadensbegrenzung der Einsatz des Sauerstoffschiffs angezeigt, wenn es nicht wieder zu einem Massenfischsterben kommen soll, von den brackigen Kloakenausdünstungen ganz abgesehen!

Sowohl Umweltsenatorin Katrin Lompscher als auch der Leiter Wasserwirtschaft, Matthias Rehfeld-Klein, wurden bereits über die Messungen und ersten Einschätzungen informiert. Die TU-Messzelle ist auf Anfrage selbstverständlich bereit, ihre Datenreihen den Fachbehörden zur Verfügung zu stellen.

Die Schleusenwärter klagen über Wassermangel, so dass dem Hinweis Kay Joswigs von den Berliner Wasserbetrieben (BWB) anlässlich seines Vortrags am 19. Mai im Arbeitskreises Naturhaushalt und Landschaftsbild, eine höhere Schleusungsfrequenz könne die Wasserqualität nur verbessern, leider nicht gefolgt werden kann. In der gleichen AK-Sitzung sprach Dr. Finke von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) von einer im LWK angestrebten Mindestdurchflussmenge von 3 m3/sec, doch auch dieser Wert wird offenbar bereits jetzt bei weitem unterschritten.

Nachtrag vom 19.06.08
Sauerstoffmessung LWKHier eine vereinfachte grafische Darstellung zu den am 9. Juni gewonnenen Messwerten. Ab unter 3 ppm (mg/l) Sauerstoff ist der kritische Wert für Fische erreicht, und es sollte eine Sauerstoffanreicherung im LWK mit dem Sauerstoffschiff erfolgen. Erstaunlich ist der niedrige Wert, weil zum Messzeitpunkt keine kritische Periode mit Mischwassereinleitungen aus dem Regenüberlauf bestand. Ein Aspekt ist sicherlich die Kombination von hohen Temperaturen und zu geringen Zuschusswassermengen aus der Spree.


* Korrektur vom 27.6.08: Nicht MitarbeiterInnen der TU-Messzelle nahmen und nehmen die Sauerstoff-Messungen vor, sondern TeilnehmerInnen des Projekts „Wasser in Berlin“ im Studiengang BANA der Zentraleinrichtung Kooperation der TUB. − Wir bitten, das Versehen zu entschuldigen!

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