BaumschützerInnen-Info vom 04.06.08

Kampfmittelräumung entlang der 370 Meter Spundwandtrasse

Der auf Altlasten spezialisierte Dipl.-Geol. Mathias Muckel von der Oberfinanzdirektion (OFD) Hannover, in der 1992 die Leitstelle für die Kampfmittelräumung (KMR) eingerichtet wurde, hielt einen prägnanten Vortrag über die methodischen Verfahrensabläufe bei der Bearbeitung von kampfmittelverdächtigen und -belasteten Flächen samt der zum Einsatz kommenden Techniken, dessen detaillierte Darstellung unseren Rahmen sprengen würde.

Auf Grundlage des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes hat der Bund eine besondere Verantwortung für ein der jeweiligen Gefährdungslage angemessenes, einheitliches und wirtschaftliches Vorgehen bei der KMR, welche die OFD natürlich nicht selbst durchführt; in unserem Fall wurde der Auftrag an die Räumfirma SeaTerra GmbH vergeben, die ab 5. Juni bis Ende Juli mit der KMR entlang der 370 Meter langen Spundwandtrasse befasst sein wird.

Das größte Problem im LWK ist der Schrott, vom Fahrrad bis zum Einkaufswagen, der die Munition sozusagen maskiert. Auf einem der jeweils 400 m2 großen drei Testfelder auf der Kanalsohle, die Taucher 50 cm tief absuchten, fanden sich z. B. nahe der Hiroshimabrücke drei Stabbrandbomben, eine Handgranate und zwei Panzerfäuste unter einer Tonne Schrott „Beifang“. — Zur eigentlichen Sondierung wird erstmals wasserseitig von einem noch zu bauenden Rigg aus im 1,5-Meter-Abstand ein 4 cm starkes PVC-Rohr ca. sechs Meter tief eingepresst, das sowohl per CPT-Drucksondierung mit einem Totalfeld-Magnetometer als auch mit einem Georadar misst, um Aufschluss über die Form des jeweiligen Störkörpers zu gewinnen. Auf diese Weise werden also zwei Messungen in einem Arbeitsgang vorgenommen. Ein Bagger wird von einem Ponton aus arbeiten, wobei das Verfahren der Bergung vom Einzelfall abhängt.

Fragen zur erforderlichen Arbeitshöhe bat Mathias Muckel zurückzustellen, bis die nötigen Vorarbeiten abgeschlossen sind, doch werden auch diese Maßnahmen ja, wie von der BI gefordert, vom noch zu beauftragenden Baumsachverständigen beaufsichtigt. — Die Kosten der KMR zur Einpressung der 370 m Spundwand im Bereich der gesicherten Bäume wird mit 330.000 Euro veranschlagt.

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