„Macht den Landwehrkanal zum Schwimmbad!“

Frischen Wind brachte das zitty-Interview mit Ralf Steeg von LURI.watersystems und Stephan Jäckel vom StudentenbadKreuzberger Landschaftsarchitekturbüro ST_raum_a. in die Diskussion um die Sanierung des Landwehrkanals! Die Vision, ihn zum Schwimmbad zu machen, würden die seit nunmehr sieben Monaten ins Mediationsverfahren eingespannten BI-VertreterInnen am Verhandlungstisch schon gar nicht mehr zu artikulieren wagen, um nicht als Verzögerungstaktiker oder Schlimmeres hingestellt zu werden — und so einfach, wie es Ralf Steeg, offenbar beflügelt vom Projekt „Spree2011. Baden im Fluss. Mitten in Berlin“, nun auch für den LWK skizziert, würde es wohl auch nicht werden: da ist die Mischwasserkanalisation mit ihrem ungeklärten Regenwasser; da sind die toxischen Schlämme, die sich infolgedessen seit vielen Jahrzehnten auf der Kanalsohle abgelagert haben; und da wäre noch die sehr geringe Fließgeschwindigkeit des Gewässers zu bedenken.

Doch wie auch immer: Dafür, dass Jäckel und Steeg vom Erholungsinteresse über alternative gewerbliche Nutzung (Stichwort Wassertaxis) bis hin zur immer wichtiger werdenden ökologischen Funktion das ganze Spektrum von Aspekten auffächerten, das es bei einer viele Millionen teuren Sanierung, die also auch ein Weilchen vorhalten soll, neben dem Denkmalschutz zu berücksichtigen gilt, gebührt ihnen nachdrücklicher Dank! Stephan Jäckel trifft den entscheidenden Punkt, wenn er fordert: „Bei der Sanierung muss jetzt die Qualität des Raums am Kanal und um den Kanal verbessert werden.“ Es geht zunächst einmal um die Bedürfnisse der Menschen, um ihre Lebensqualität, und da zeigte sich in den letzten Sitzungen der Arbeitskreise und des Mediationsforums doch eine allzu starke Engführung auf die denkmalgerechte 1:1-Restaurierung der 11 km so genannter Regelbauweise, die übrigens nicht mal vom vielbeschworenen Lenné selber stammt, sowie auf Wiederherstellung und Zementierung des status quo ante seitens der Reederschaft.

In Kürze veranstaltet der BUND für die Bäume am Landwehrkanal ein Workshop, damit eine ganze Reihe vonEinstein-,Salzufer Planungsbüros ihre Ideen zu innovativen Sanierungsvarianten, die über die Plass’schen hinausgehen, präsentieren kann. Das WSA hat sich, wie berichtet, bereit erklärt, die Umsetzung solcher Alternativen dann zu finanzieren, wenn sie — ihre technische Machbarkeit natürlich vorausgesetzt — besser geeignet sind, die verschiedenen Ansprüche an eine nachhaltige Sanierung des LWK (oder auch Modernisierung, wie es das Bundesverkehrsministerium nannte) praktisch umzusetzen.

Vielleicht findet sich ja darunter auch ein technisch möglicher Weg in ein beschwimmbares Baudenkmal mit abwechselnd ökologisch wertvollen und eher für die Erholungsnutzung geeigneten Uferpassagen… — Sodann gibt’s noch ein Voting in der zitty: Auch wenn die Optionen keineswegs einander auschließen, kommt’s doch auf ihre Gewichtung an. Vergesst also nicht abzustimmen!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s