BaumschützerInnen-Info vom 02.05.08

„Köhne agiert in Pankow am gesellschaftlichen Rand“

Auch wenn sich Heiner Funken um den Kammerton bemühte, klangen die Begebenheiten, die er zu berichten hatte, schrill. Er schilderte die undemokratische Bestallung des amtsgenehmen Baumsachverständigen Dengler und wie der zweite Sachverständige Frank Rinn, den die BürgervertreterInnen auf Vorschlag von Dr. Barsig mit Mühe noch durchsetzen konnte, im aktuellen Gutachten gewissermaßen zum Messdiener verkommen sei. — Das Baumgremium tagte selten, die beteiligten BürgerInnen wurden höchst unzureichend informiert, u. a. nicht einmal darüber, dass das zu untersuchende Baumkollektiv verdreifacht wurde, weshalb lange Wochen ungewissen Wartens vergingen und dann plötzlich ein 2 Aktenordner umfassendes Gutachten in nur drei Tagen geprüft werden sollte. Vorher durften die Sachverständigen nichts über ihr Werk gegenüber den BürgervertreterInnen im Baumgremium preisgeben, denn das Gutachten sei Eigentum des Auftraggebers, gehöre also dem Amt! Als die BI nun Dr. Barsig quasi als Lesehilfe hinzuzog, wurden die Sachverständigen Dengler und Rinn folgerichtig vom AUN veranlasst, von einer „Urheberrechtsverletzung“ zu sprechen und den Verzicht auf rechtliche Schritte bitteschön als Entgegenkommen im Interesse einer sachlichen Diskussion zu werten. Überhaupt werde jede sich bietende Gelegenheit benutzt, engagierte BürgerInnen zu kriminalisieren. Dass aber die wissenschaftlich belastbare Stellungnahme Dr. Barsigs, die im Fall von 30 Traubenkirschen bestreitet, dass einer behaupteten Verkehrsgefährdung einzig und allein mit Fällung zu begegnen sei, für das Amt einen rechtlichen Spielraum eröffne mit der Möglichkeit der Erklärung eines wenigstens 14tägigen Fällmoratoriums, um die strittigen Bäume noch einmal zu untersuchen und baumerhaltende Lösungsmöglichkeiten zu prüfen, ist dem Bürgermeister leider um keinen Preis begreiflich zu machen. Er will erst über das Gutachten sprechen, wenn die Bäume Brennholz sind.

Funken verwies noch einmal auf die vielen konkreten Beweise der BürgerInnen zur Kooperationsbereitschaft, auf die Baumspenden, die Bereitschaft zur Übernahme von Patenschaften, die Pflanzung, und lud den Bürgermeister noch einmal nachdrücklich dazu ein, die Bürger z. B. auch an der sog. Baumleitplanung und der Beauftragung von Gartenbaufirmen zu beteiligen und nicht auch hier mit Kommunikationsverboten zu arbeiten, damit es nicht eine Baumverhinderungsplanung werde —, kurz: mit den BügerInnen endlich den „Pankower Weg“ zu beschreiten.

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