BaumschützerInnen-Info vom 07.04.08

Pflege- und Sanierungsarbeiten am Unterhaltungsplan ausrichten!

Laut Außenbereichsleiter Neukölln, Jörg Augsten, der die dreistündige Fahrt über umfassend informierte und selten um eine Antwort verlegen war, ist eine Baufirma Meier inzwischen unter Vertrag, Reinigung und Abdichtung der Fugen vorzunehmen. An manchen Stellen ist dies augenscheinlich bereits geschehen: Die Quader wurden neu verfugt und von jedweder Vegetation, also auch von Moosen und Flechten wahrscheinlich per Hochdruckstrahl porentief befreit. Im schon mehrfach erwähnten ökologisch ausgerichteten Pflege- und Unterhaltungsplan für den Landwehrkanal, den die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) gemeinsam mit der Umweltberatungsstelle der TU, KUBUS, im Jahr 2000 erstellte, wird allerdings auch auf den Erhalt von Moosen und Flechten auf den Mauern Wert gelegt. Sie bieten Lebensraum für mannigfache Kleinlebewesen sowie Vögeln Nahrung und Nistmaterial, wie wir auch sogleich beobachten konnten: Vielerorts hangelten sich Stare und Meisen auf Futtersuche an der noch bewachsenen Mauer Hallesches Uferentlang. — Das Moos zu erhalten, sei beim notwendigen Freikärchern der Fugen schwierig, wenn nicht unmöglich, meinte jedoch Augsten, und auch die überhängenden Büsche und Sträucher, deren Erhalt der Plan ebenfalls vorsieht, müssten zur Durchführung der Arbeiten weitgehend zurückgeschnitten werden. Der Aufwand, sie zurückzubinden, wird offenbar gescheut, und — „die Büsche kommen ja wieder…“

Hier sekundierte auch Klaus Lingenauber vom Landesdenkmalamt (und kritisierte dabei die in dieser Hinsicht unzureichende Pflege der bezirklichen Grünflächenämter): Der Blick aufs Wasser müsse besonders dort, wo Bänke stehen, unbedingt frei bleiben, andernfalls sich niemand mehr darauf niederließe. Der Erhalt der Bäume sei auch ihm ein wichtiges Thema, aber bei Büschen und Sträuchern lägen die Dinge doch wohl anders.

Um nun nicht missverstanden zu werden: Es geht uns nicht etwa darum, alles zuwuchern zu lassen oder jeden Halm zu verteidigen, sondern um eine qualifizierte Pflege, denn auch auf die Gefahr hin, belächelt zuUferhecke werden: In Zeiten galoppierenden Artensterbens sollten wir die Vernichtung auch von so genannter Uferbegleitvegetation aufs unabdingbare Minimum beschränken und endlich begreifen, dass wir durchs Überpflegen und so beliebte radikale Ausjäten jeglichen „Wildwuchses“, mit welcher Begründung auch immer, wieder und wieder gewachsene ökologische Kleinstrukturen samt artenreichen Lebensgemeinschaften vernichten, für deren Wiederaufbau es eben nicht nur eine Saison, sondern mehrere Jahre braucht, wobei die Reproduktion in aller Regel artenärmer ausfällt.

Aus dem Pflaster wachsen BirkenEs ist selbstverständlich, vor Aussichtspunkten die Aussicht zu gewährleisten, aber nicht nur aus ästhetischen Gründen problematisch, wenn z. B. auf einer Strecke von fünfzig Metern eine Hecke ihre dichten Ranken die Ufermauer hinab bis ins Wasser taucht und auf diese Weise selbst noch Wasservögeln Deckung bietet, wegen des notwendigen Ausfugens mal eben alles wegzuschneiden.

Zum Foto: Ob z. B. im Fall der Birken, die am Maybachufer in Höhe des Türkenmarkts durch die vom Bezirk gepflasterte Böschung gebrochen sind, die Bäume oder das Pflaster zu weichen haben, gilt es noch zu klären.

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