BaumschützerInnen-Info vom 31.03.08

Unterhaltungspflichten

Ausgehend von der Haverie am Riedel-Anleger nahe Kottbusser Brücke, womit vor nunmehr fast genau einem Jahr alles anfing, mahnte die BI die Klärung der Fragen an, welche Nachweispflichten der Genehmigungsinhaber einer Anlegestelle denn wem gegenüber habe, dass er die ihm erteilten Auflagen auch erfüllt, also z. B. im Kanal regelmäßige Peilungen zur Feststellung etwaiger nutzungsbedingt entstandener Über- oder Untiefen vornimmt, und ob es bei Pflichtvernachlässigung Sanktionen möglicherweise bis hin zum Entzug der Genehmigung gebe.

Zum konkreten Hintergrund: Seinerzeit hatte Riedel-Geschäftsführer Freise behauptet, nur für die Wartung und Sicherung der Gebäude, nicht aber für die Kontrolle der Ufermauern zuständig zu sein und dies mit dem WSA auch vertraglich geregelt zu haben. — Demgegenüber wird jedoch nach der BI vorliegenden Informationen Neubewerbern um eine Anlegestelle seitens der zuständigen Senatsbehörden die Auflage erteilt, mindestens ein Mal im Jahr die Sohle im Bereich der Anlegestelle zu peilen, die Ergebnisse in schriftlicher Form vorzulegen und Un- bzw. Übertiefen sofort und auf eigene Kosten zu beseitigen.

Werbeanzeigen

3 Kommentare

  1. 31. März, 2008 um 20:08

    Natürlich kann man die Vorlage dieser Berichte fordern.

    Sinnvoller jedoch ist es, ab heute die Verantwortlichkeiten ggf. neu zu klären und zu verteilen.

  2. Oliver Ginsberg said,

    31. März, 2008 um 22:47

    Das sehen die meisten Menschen ähnlich. Anlegestellen sollten nicht mehr in der alleinige Verfügungsmacht einiger weniger Reeder um nicht zu sagen eines Reederkartells liegen, sie damit auch den Marktzugang von innovativen Anbietern erschweren. Hier gibt es mächtige Bestandsinteressen und da wird sich wohl auch nichts bewegen, wenn nicht systematisch die Versäumnisse der Vergangenheit aufgearbeitet und die Übernahme von Verantwortung für die Schäden, die durch die bisherige Art der Nutzung entstanden sind eingefordert werden. Erst wenn es kommerziell wehtut, werden die jetzigen Reeder sich einem unabhängigen Management der Anlegestellen nicht weiter verschließen.

  3. xonra said,

    6. April, 2008 um 10:44

    Aus einem gewissen Abstand wird klar, dass hier in Berlin kein sogenannter „freier Markt“ existiert. Nicht Innovationskraft sondern Mittelmaß bestimmt auf den Berliner Wasserstrassen wo es langgeht. Die Anlegestellen müßten, wie z.B. die Stromnetze von einer Agentur vergeben werden, um die jahrelang praktizierte Nachläßigkeit auch bei der Pflege des Bauwerks und seiner Umgebung zu beenden. Wenn man sich die Anlegestellen z.B. unter Denkmalsaspekten betrachtet, müßten einige davon ganz anders aussehen. Die Brachialkonstruktionen der Anlegestellen mit ihren überdimensionierten Firmenschildern sind sicher nicht Denkmalgerecht. Die Trash verdächtige Ästhetik von vermüllten Kanalufern runden das Bild der allgemeinen Verwahrlosung ab. Wenn man dann nach den Zuständigkeiten fragt, wird ein anarchieverdächtiges Prinzip deutlich. Hier sind grundsätzlich neue Rahmenbedingungen erforderlich.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.