BaumschützerInnen-Info vom 17.03.08

Von der fünften Sitzung des Mediationsforums

Bodensondierung und neue Risikobewertung

Auf ihrer jüngsten Sitzung haben sich die Mitglieder des Mediationsforums noch einmal über die Beschlussvorlage zum Umgang mit den gesicherten Bäumen gebeugt, doch der Änderungsvorschlag, den ein BI-Vertreter zu Punkt 6 („Geophysikalische Bodensondierung der zu sichernden Uferabschnitte“) eingebracht hatte, wurde, obwohl wir die Formulierung für logisch klarer und inhaltlich offener halten, vom WSA leider abgelehnt.

Dennoch erlauben wir uns, sie hier zu zitieren, um noch einmal kurz auf eine grundlegende Problematik einzugehen: „Als Grundlage einer erneuten Risikobewertung für die betroffenen Uferabschnitte sind geophysikalische Untersuchungsmethoden zur Hohlraum- und Wurzelsondierung durchzuführen. Dabei sind im Rahmen eines Pilotprojekts auch noninvasive (z. B. georadiologische) Untersuchungsmethoden zu erproben. Die generierten Messergebnisse sind als Entscheidungsgrundlage für die Sicherung der Uferabschnitte heranzuziehen.“

Hier wird die Begründung, warum überhaupt noch Bodensondierungen durchgeführt werden sollen, an den Anfang gestellt: nämlich um eine erneute Risikobewertung vorzunehmen. Und diese wäre (anders als die seinerzeit von der Bundesanstalt für Wasserbau durchgeführte, die bekanntlich von Dämmen mit Container-Bäumen ausging) die erste spezifische! — Wenn aber georadiologische Verfahren z. B. wegen der besonderen Bodenbeschaffenheit (Schutt!) ausscheiden, sollte deswegen auf eine neuerliche Risikobewertung nicht verzichtet werden, sondern dann müssten eben konventionelle Methoden wie Aufgrabungen zum Einsatz kommen. — Dieser Auffassung hat nun Amtsleiter Scholz ausdrücklich zugestimmt.

Die Firma Wiebe und der Göttinger Professor Weihs sollen in der nächsten Sitzung des AK Umgang mit kurzfristigen Maßnahmen ihre jeweiligen radiologischen Methoden erläutern, wobei freilich angemerkt werden muss, dass beide dazu bereits Gelegenheit hatten und beim WSA auch schon gleichermaßen auf Skepsis gestoßen sind. Amtsvertreter fragen zudem generell nach dem Zweck solcher kostspieligen Sondierungen. Wenn man ohnehin nur Hohlräume unmittelbar hinter und unterhalb des Bauwerks vermutet, wäre eine ausgedehnte Böschungssondierung tatsächlich obsolet. Bleibt allerdings zu fragen, ob damit nicht auch ein gewichtiges Argument für die Sicherung der Bäume durch die Betonklötze entfallen ist.

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