BaumschützerInnen-Info vom 09.03.08

Das Konfliktpotential

Wie sich in der anschließenden Diskussion alsbald zeigte, ergeben sich gleichwohl Konflikte nicht nur mit der Schifffahrt wegen der Einengung des Raumprofils, sondern auch mit dem Denkmalschutz, der die Erscheinung des geschützten Bauwerks auf diese Weise nicht erhalten, ja es metaphorisch in Lebensgefahr sieht: „Wo Schilf 1,50 m hoch aufwächst, ist das Denkmal tot!“ entfuhr es Frau Kayser von der Obersten Denkmalbehörde. — Nun stellte der Referent aber sogleich klar, dass diese etwa zwei bis drei Meter breite Flachwasser-Rinne mit ihren ökologisch höherwertigen Strukturen, um ihre Wirkung zu entfalten, nicht die gesamte Kanallänge begleiten muss, sondern es genügt eine Trittsteinfunktion oder das Perlenketten-Prinzip, d. h. alternierend je nach Raumangebot alle 1 – 3 km jeweils ein ca. 100 m langer Abschnitt und damit insgesamt auf mindestens drei bis allenfalls zehn Prozent der Gesamtlänge wären diese Parallelwerke zu realisieren, um den LWK gemäß WRRL ökologisch aufzuwerten.

 

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1 Kommentar

  1. Oliver Ginsberg said,

    15. März, 2008 um 18:27

    Anbetracht der Tatsache, dass der Kanal seinen wesentlichen Reiz weniger den Ufermauern zu verdanken hat (derartige steinerne Kanalbauwerke wurden Ende des 19. Jahrhunderts in Europa ja massenhaft erstellt) , als vielmehr seinem einem natürlichen Gewässer nachempfundenen vielfach geschwungenen und von großzügiger Vegetation begleiteten Verlauf, stimmt die Aussage von Frau Kayser bedenklich, zumal die ursprüngliche Lenné’sche Planung ja flache naturnahe Ufer mit Schilfbepflanzung vorsah. Die seinerzeit von Lenné koonzipierte Erholungsnutzung, der auch die abwechslungsreich vielreihigen Baumallee-Promenaden dienen sollten ist im Zuge der Industrialisierung völlig unter die Räder geraten. Deshalb scheint es auch diskussionswürdig, ausgerechnet eine Regelbauweise zu verteidigen, die in einer Zeit entstanden, da man mit der früheren Lenné’schen Bauweise höchst rücksichtlos umgegangen ist. Vielmehr verlangt das in unserer postindustriellen Epoche eine kritische Revision. Das schließt den Erhalt einzelner Elemente der Regelbauweise ja nicht aus. Im Sinne eines Denkmalschutzes, der sich das Ziel setzt, die verschiedenen Zeitschichten der Kanalentwicklung erlebbar zu machen, wäre allerdings ein Leitbild angebracht, das sich nicht einfach im willkürlichen Konservieren eines eben zufällig vorgefundenen Zustandes oder einer gerade mal 7-jährigen Bauepoche erschöpft (Anmerkung: Die Regelbauweise entstand im Wesentlichen zwischen 1883 und 1890).


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