BaumschützerInnen-Info vom 03.03.08

Von der 1. Sitzung des AK Sanierung (29.02.)

An der konstituierenden Sitzung des Arbeitskreises Sanierung, dem per definitionem fürs ganze Mediationsverfahren wohl wichtigsten, nahm, wenn auch nur in Vertretung für erkrankte bzw. urlaubende MitarbeiterInnen, Amtsleiter Scholz persönlich teil, für die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Carola Bugner. Mit Klaus Lingenauber war auch der Denkmalschutz vertreten, von den Bezirken jedoch allein Frau Weigelt-Pilhofer vom Charlottenburg-Wilmersdorfer Tiefbau- und Grünflächenamt. Die Reeder vertrat Riedel-Geschäftsführer Lutz Freise, für den Naturschutz saß Alexander Schael von der Grünen Liga am Tisch und die BürgerInnenvertretung war zu viert erschienen.

Dieser Arbeitskreis soll nun einen möglichst vollständigen Katalog von Kriterien erstellen, deren weitere Ausarbeitung und Spezifizierung aber ggf. an die entsprechenden Arbeitskreise delegieren, während umgekehrt Informationen zu besonderen Randbedingungen — etwa die vermutlichen Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserhaushalt und Schiffbarkeit oder die Erhebungen zu den Biotoptypen zur Identifizierung ökologisch besonders wertvoller Uferabschnitte — aus anderen Arbeitskreisen eingespeist werden.

Quasi zum Auftakt bekräftigte Klaus Lingenauber, dass für den Denkmalschutz das Bauwerk im Zentrum stehe, während er im Hinblick auf die Uferbäume von mehr oder weniger wertvollen spricht. Demgegenüber postulierte Michael Scholz für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, einen Erhalt aller Bäume zu garantieren, wenn dies technisch möglich sei.

Gleich vorweg sei gesagt, dass der erste Rohentwurf eines Kriterien-Katalogs, der im Laufe der Sitzung zustande kam, nicht mitgeteilt wird, sondern im Sinne eines Fortsetzung folgt auf den Bericht der nächsten Sitzung verwiesen werden muss, da es die MediatorInnen übernommen haben, unsere Ergebnisse thematisch und nach Allgemeinheitsgrad zu sortieren und zu strukturieren, dem hier nicht vorgegriffen werden soll.

Zu Beginn der Kriterienfindungsmission stellte Frau Bugner noch einmal kurz dar, worum es denn eigentlich gehe, nämlich um die Sanierung der alten Regelbauweise auf einer Uferstrecke von ca. 11 km, also ungefähr der Hälfte des knapp 11 km langen LWK mit seinen insgesamt rund 22 km Ufer, wobei die zu sanierende Strecke jedoch nicht zusammenhängt. Manchmal findet sich an gegenüberliegenden Ufern noch die alte Bauweise, manchmal nur an einem und streckenweise auch gar nicht mehr, weshalb dort, in Kreuzberg z. B. im Urbanhafen, auch kein Handlungsbedarf sei, oder in Charlottenburg nur am Einsteinufer, nicht aber am benachbarten Salzufer saniert werden muss. Der Abstand zwischen Wasserspiegel und Geländeoberkante (GOK) nimmt nach Osten hin kontinuierlich zu, und der längste instand zu setzende Abschnitt zieht sich durch Kreuzberg.

Die vom Schiffsverkehr verursachten Unterspülungen und Auskolkungen der Uferbefestigung sind inzwischen durch Schüttungen aufgefüllt und behoben, doch dadurch allein die Ufermauer eben noch lange nicht standsicher. Durch das Phänomen von Schwall und Sunk nämlich, also den jähen Wechsel der Wasserhöhe infolge passierender Schiffe, wodurch Wasser erst in die Ufermauer gepresst und dann wieder herausgesogen wird, ist die Ziegelsplittschicht zwischen alter Holzspundwand und aufliegenden Granitquadern im Laufe der Zeit ausgewaschen, auch die dahinter liegende Kiesfüllung herausgespült und womöglich die Böschung stellenweise unterhöhlt worden. Die Standsicherheit der Regelbauweise jedenfalls sei nicht mehr gewährleistet.

Verschiedentlich wurde der Wunsch nach einer maßstabsgetreuen Visualisierung der zu sanierenden Kanalstrecke geäußert, woraus z. B. die Art der Uferbefestigung, ob schräg oder steil, Bebauung, Anlegestellen, Standorte der Bäume, Vorhandensein von Ufervegetation und ähnliches erhelle, doch für ein dreidimensionales Modell mochte man sich schon aus Kostengründen und wegen der unvermeidlichen Verzerrungen nicht erwärmen, doch Michael Scholz stellte in absehbarer Zeit die Zusammenstellung einer Fotodokumentation aus Luftaufnahmen in Aussicht, die dann auch digital verfügbar sei. Insofern der Denkmalschutz eine entsprechende Dokumentation zwingend erfordert, entstehen auch keine unnötigen Kosten.

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