Umweltzone ohne Bäume?

BaumschützerInnen-Info vom 16.02.08
Aktueller Aufruf von AnwohnerInnen des Oranienplatzes

Auf dem Oranienplatz drohen weitere Baumfällungen!

Zur Durchführung der im Schaukasten des Bürgervereins Luisenstadt e.V. dargestellten denkmalgerechten „Sanierungsmaßnahmen des ehem. Luisenstädtischen Kanals zw. Landwehrkanal und Engelbecken“ werden offensichtlich weitere Baumfällungen vorgenommen. Angeblich unter Beteiligung und Zustimmung der AnwohnerInnen!

Betroffen ist der gesamte Grünstreifen von der Waldemarbrücke über den Oranienplatz, Wassertorplatz (Verkehrsgarten mit vielen Bäumen!) bis hin zum Kanal! Alles, was zwischen den historischen Kanalmauern steht, kommt weg!

Der erste Bauabschnitt ist der Grünstreifen zwischen Waldemarbrücke und Oranienplatz. Nachdem dort bereits drei große Pappeln „wegsaniert“ wurden, sollen zwei weitere Pappelgruppen vor der Waldemarbrücke noch diesen Februar gefällt werden! Der Weg wird abgesenkt, der Spielplatz mit den riesigen Natursteinen verschwindet! Was die AnwohnerInnen nach dem Mauerbau in Eigeninitiative geschaffen haben, wird zunichte gemacht. Das ist auch ein Stück Geschichte, und zwar zeitgenössische!

Was würde dann noch an den Verlauf der Mauer an der Waldemarbrücke erinnern!?

Der Weg wird von der Straßenebene nicht mehr einsehbar sein. Es wird noch mehr dunkle Ecken geben. Man kann im Notfall nicht auf die Straße flüchten, ebenso wenig kann von außen jemand zu Hilfe eilen. Sozusagen als „Gegenmaßnahme zur Maßnahme“ soll das Ganze dann in Zeiten des Energiesparens evtl. aufwendig beleuchtet werden.

Unbestritten sind die Grünanlagen in einem bedauernswerten Zustand. Nach jahrelanger Vernachlässigung bieten sie einen jämmerlichen Anblick und machen es den Verantwortlichen leicht, selbst die unsinnigste Sanierung zu rechtfertigen. Die radikalen Maßnahmen werden damit begründet, dass die bereitgestellten Gelder vom Denkmalschutz kommen, an dessen strikte Vorgaben man sich deshalb zu halten habe. Eine behutsamere Sanierung käme jedoch nicht nur dem Erholungsfaktor der Anlagen und dem Schutz der Stadtnatur zugute, sondern würde auch die Kosten für die Stadt geringer halten — die Gelder könnten aus einem anderen Topf kommen.

Wünschenswert sind zum Beispiel:

  • Fachkundige Pflege des vorhandenen Baum- und Strauchbestands
  • Neupflanzungen von Bäumen und Sträuchern sowie Erneuerung der Rasenflächen
  • Instandsetzung der Gehwege und Begrenzungssteine
  • Anbringung von „geschlossenen“ Abfalleimern mit kleinem Einwurfloch
  • Anbringen von Tütenspendern für Hundekot an den Parkeingängen
  • Regelmäßige Pflege und Reinigung
  • Erhaltung des alten Baumbestandes!!!

Der Bürgerverein Luisenstadt e.V. arbeitet offiziell als Beauftragter für die Bürgerbeteiligung.

Er konstatiert auf seiner Website: „Die Mehrzahl der bisherigen Nutzer [des Oranienplatzes] waren trinkfreudige Arbeitslose, schwer geschädigte Alkoholkranke und türkische Rentner. […] Andere Nutzer, wie z. B. Familien mit Kindern, deutsche Rentner, erholungsbedürftige oder ordnungsliebende Einzelpersonen etc. mieden den Ort.“ Und fordert: „Damit der Platz nun wieder ein Ort für ALLE Anwohner wird und bleibt, sollte sich das Bewusstsein ändern, und gewisse Spielregeln müssen eingehalten werden…“ und will zu diesem Behuf offenbar eine historisch-preußische Flaniermeile (mit Ordnungsamtpräsenz) erschaffen.

Zeit, sich wirklich zu beteiligen und herauszufinden, was die BürgerInnen tatsächlich wollen!

Deshalb findet am kommenden

Dienstag, 19. Februar ’08, um 18:00 Uhr
in den Räumen des Quartiersmanagement
Dresdener Straße 12

eine Informationsveranstaltung und Unterschriftenaktion für alle Interessierte statt!

Danach treffen wir uns täglich ab 18.00 Uhr am Drachenbrunnen/Oranienplatz!

Kommt!
Informiert Euch!
Sagt Eure Meinung!
Lasst Euch nicht vor vollendete Tatsachen stellen!
Noch kann einiges abgewendet werden!

Viele Grüße,
Anne & Claudia

Flyer zum Download, Langfassung hier und weitere Infos hier

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1 Kommentar

  1. Antonia Herrscher said,

    19. Februar, 2008 um 13:57

    Liebe Mitkämpfer,

    Ich habe am vergangenen Dienstag einen Artikel dazu in der taz geschrieben.

    Hier mal der link;

    wenn ihr einen Newsletter macht, schickt ihn doch bitte auch an mich!

    Ansonsten versuche ich es heute abend, oder morgen zu schaffen…

    Liebe Grüße, Antonia Herrscher


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