BaumschützerInnen-Info vom 07.02.08

Baustadträtin Jutta Kalepky und die Friedrichshain-Kreuzberger Fälllisten

Rund 40.000 Bäume sind in Friedrichshain-Kreuzberg noch übrig, und ihre Zahl sinkt kontinuierlich. In einem baumschützerischen Interview im Winter-Stachel der FriKe-Grünen betont die Bau- bzw. hier Umweltstadträtin Jutta Kalepky, dass „schon seit Jahren“ im Bezirk vor der Fällung jedes Baumes nachgeprüft werde, ob dies auch notwendig sei. Zukünftig aber wolle man „bei geplanten Baumfällungen genauer informieren, um der Bevölkerung transparent zu machen, was genau geplant ist“, inklusive Begründung der Notwendigkeit von Fällmaßnahmen auf der Website.

Wir freuen uns, dass damit ein Vorschlag, den wir Frau Kalepky schon vor längerem gemacht haben, nun doch umgesetzt werden soll. Die bisher veröffentlichten PDF-Dateien [siehe hier, hier und hier], die übrigens allein in Kreuzberg sage & schreibe 176 Fällungen vorsehen — darunter 17 im Böcklerpark, 15 am Kottbusser Damm und auch wieder zwei in der Kohlfurther Straße [Nachtrag: es sind insgesamt sogar 184, davon auf den ersten Blick 27 in Ufernähe!] — diese lapidaren Listen bleiben freilich Angaben zur Baumart, vor allem aber die entsprechenden Fällbegründungen leider noch schuldig, desgl. wo die Neupflanzungen erfolgen sollen. Gerade was nämlich die Begründungen betrifft, hat die von BürgerInnenseite in einzelnen Fällen gerade noch rechtzeitig veranlasste Gegenprobe in der Vergangenheit wiederholt Fehler und Unzulänglichkeiten zutage gefördert und Bäume retten können!

Und da, wie berichtet, die 5 Mill. Euro aus dem Umweltentlastungsprogramm (UEP) der EU nicht für Baumpflanzungen verwendet werden dürfen, bleibt zu fragen, wie Kalepkys Ansage „Geplant ist, dass zukünftig für jeden gefällten Baum drei neue gepflanzt werden sollen“ denn nun umgesetzt werden kann angesichts der schon für eine sachgerechte Grünflächenpflege oder die Parkreinigung fehlenden Mittel. Das Verhältnis zwischen geplanten Fällungen und Neupflanzungen liegt nach den aktuellen Listen etwa bei 5 : 3, also für jeden gefällten Baum werden knapp zwei Drittel neue gepflanzt. — Bundesweit geht’s mit den kommunalen Finanzen wieder aufwärts, doch bekanntermaßen nicht in Berlin: Hier sollen nun verstärkt die BürgerInnen ran und Bäume spenden, Patenschaften übernehmen, Baumscheiben pflegen und werden dann nach Möglichkeit informiert, wenn wieder gefällt werden muss.

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2 Kommentare

  1. xonra said,

    7. Februar, 2008 um 8:54

    Schön das der Stachel immer wieder über die Baumschützer berichtet. Dabei ist mir aufgefallen, dass es stets vermieden wird z.B. die Internetadresse der betreffenden Initiative einfach mal zu veröffentlichen.

  2. Dirk Behrendt said,

    8. Februar, 2008 um 14:52

    @xonra
    Es betrübt mich nachhaltig, dass Du den Eindruck erweckst, ich – als Autor des Artikels – würde bewusst die Mail-Adresse der Initiative unterdrücken. Davon kann nun allerdings keine Rede sein, wie beim Artikel „Denn die Bäume gehören uns“ im Stachel Nr. 26, Seite 7, online http://www.frieke.de/stachel/824076.html- zu erkennen ist. Dort ist sie am Ende ausdrücklich erwähnt. Auch auf meiner Homepage http://www.dirk-behrendt.net ist er unter den Links zu finden.

    Dirk Behrendt

    gruß


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