BaumschützerInnen-Info vom 2.2.08

Der Kampf um die Linde

Die AnwohnerInnen-Initiative um Brita Bredel, die seit November die stattliche Silberlinde vor der Reichenberger Straße 98 entschlossen verteidigt, indem sie, wie berichtet, Anfang November dem Fällkommando entgegentrat, danach auf eigene Kosten einen Baumsachverständigen engagierte, der im Gutachten der vom Kreuzberger Grünflächenamt favorisierten Fa. Kusche und Partner grobe Fehler nachwies —, dieser AnwohnerInnen-Initiative hat das Amt zwischenzeitlich eine Liste mit drei Baumsachverständigen unterbreitet, aus der sie einen auswählen möge. Ihr eigener Gutachter fand sich selbstredend nicht darunter, obwohl er die bereits oben erwähnte Schalltomographie per Arbotom für 100 Euro durchzuführen anbot. Die vorgeschlagenen Gutachter verlangten demgegenüber mit ca. 1000 Euro durch die Bank ein zehnmal höheres Honorar! Als sich nun noch herausstellte, dass keiner über ein eigenes Schallmessgerät verfügt, es ausleihen müsste, ergo auch keine besonderen Erfahrungen damit haben kann, und dann jener unter den dreien, den die Initiative schließlich in die engere Wahl nahm, vor Ort auf bloßen Augenschein äußerte, der Baum mache ja einen noch weit schlechteren Eindruck als erwartet, Schalltomographie sei hier ohnehin nicht die richtige Diagnostik und zur Anwendung des Arbotom allererst ein „Podest“ um den Baum zu errichten, lehnte die AnwohnerInnen-Initiative auch diesen Sachverständigen ab und hat nun ihrerseits den oben genannten Frank Rinn vorgeschlagen. Der kennt sich mit Schalltomographie und dem Arbotom bekanntlich aus. Vom Amt kam daraufhin keinerlei Reaktion mehr; nur der aus freien Stücken angereiste, noch gar nicht beauftragte Gutachter schickte Brita Bredel eine Rechnung über 62 Euro. — Aber wenigstens steht die Linde noch vor der Reichenberger 98, und die AnwohnerInnen wollen sich weiterhin entschlossen dafür einsetzen, dass das auch so bleibt!

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2 Kommentare

  1. lupe said,

    13. Februar, 2008 um 13:57

    Lassen Sie doch mal prüfen, ob die Gemeinde die Baumschutzordnung im vergangenen Jahr änderte.
    Hier lesen Sie etwas dazu, sehr interessant:

  2. BaL said,

    18. Februar, 2008 um 1:01

    Die Berliner Baumschutzverordnung (BSchVO) wurde am 10. November letzten Jahres in der Tat abermals geändert und selbstredend weiter verwässert, diesmal hinsichtlich der Ersatzpflanzungen: War in der alten Fassung noch pro angefangene 15 cm Stammumfang des gefällten geschützen Baums 1 Ersatzbaum zu pflanzen, was bei 80 cm Umfang in 1,30 m überm Boden (Beginn des Schutzstatus) immerhin 5 Bäume hieß, ist nunmehr für alle gefällten geschützten Bäume bis 120 cm Stammumfang (und das bedeutet etwa 70, 80 Jahre Lebensalter) bloß noch jeweils ein einziger Ersatzbaum fällig bzw. die entsprechende Ausgleichszahlung. — Für diese allerdings wurde jetzt eine Zweckbindung festgeschrieben (also keine asphaltierten Radwege mehr davon!), während andererseits die Ämter künftig auf Kosten der Verpflichteten die Ersatzbäume auch auf öffentlichen Flächen pflanzen, d. h. ihre dafür vorgesehenen, chronisch unzureichenden Mittel aufstocken können…

    Die BSchVO schützt übrigens alle Laubbäume außer den Obstbäumen, von den Nadelbäumen allein die einheimische Waldkiefer, ferner Nutzgehölze wie die Walnuss.


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