BaumschützerInnen-Info vom 11.1.08

Zu Begriff und Thematik von „Nachhaltigkeit“

Zunächst sollte es nämlich um eine Themensammlung gehen, bei der alle Beteiligten ihre Vorstellungen davon skizzierten, worin für sie im Hinblick auf die Sanierung des LWK Nachhaltigkeit denn nun eigentlich besteht bzw. bestehen müsse und woran sie sich nach dereinst erfolgter Sanierung zu bemessen habe, doch der, wie sich Mediator Kessen ausdrückte, eher philosophische Charakter der übergreifenden Thematik Nachhaltigkeit führte naturgemäß immer wieder zu Abschweifungen, kleineren Scharmützeln an wohlbekannten Frontverläufen, aber doch auch zu spannenden und höchst informativen Diskussionen: Wie ist dieser fundamentalen Anforderung — von hellsichtigen Zeitgenossen bekanntlich schon Anfang der 70er Jahre an unsere Lebens- und vor allem Wirtschaftsweise gestellt angesichts des hemmungslosen Raubbaus, den namentlich die hochindustrialisierten Länder der Nordhalbkugel in blindem Wachstumswahn an den endlichen, rapide schrumpfenden Ressourcen unseres Planeten begangen haben und weiterhin begehen — wie ist also dieser inzwischen etablierten, allseits verbal akzeptierten und bis zum Überdruss nachgeplapperten Maxime, dass unser Wirtschaften bei Strafe des Untergangs allen höheren Lebens nachhaltig zu sein habe, lokal und ganz konkret in der künftigen Sanierung und Nutzung des LWK Folge zu leisten?

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2 Kommentare

  1. xonra said,

    12. Januar, 2008 um 17:00

    Das „Geplapper“ ist in kilometerlangen Papieren der Regierungen dieser Erde zu finden. Am Ende sitzen dann Beamte und Mitarbeiter der Verwaltungen denen das alles egal ist. Der „Leichtigkeit der Schifffahrt“ verpflichtet zu sein, heißt nichts anderes, als sich für die Interessen der Reeder zuständig zu fühlen. Im Interesse der Allgemeinheit sollte hier ein Paradigmenwechsel hin zur „Nachhaltigkeit der Schifffahrt“ stattfinden.

  2. xonra said,

    14. Februar, 2008 um 19:20

    Die Aufgabe des (Wasser)schifffahrtsamts muß durch die Politik neu
    definiert werden. Es kann nicht sein, dass ein Amt mit mehreren hundert
    Mitarbeitern sich ausschließlich für die „Sicherheit und Leichtigkeit
    der Schifffahrt“ zuständig erklärt. Aspekte wie Wasserqualität,Bäume,
    Denkmalschutz und Biotopverbund in einer Großstadt wie Berlin müssen
    stärker in den Mittelpunkt rücken. Eine Investition von 130 Mio Euro in
    die Sanierung des Landwehrkanals muß auch unter dem Gesichtspunkt
    „Nachhaltige Schifffahrt“ getätigt werden. Nach der Aussage eines
    Reedereivertreters fahren deren Schiffe bei 6 km/h gerade mal mit
    „Standgas“. Das heißt, hier hat das Schifffahrtsamt seine
    Aufsichtspflicht bezüglich der Schiffsgrößen und deren Motorisierung
    versäumt. In Holland zahlt derweil die Regierung den Reedern Zuschüße
    zur Verkleinerung der Schiffseinheiten.Es reicht also nicht ein
    Gutachten zur Baumerhaltung anzufertigen. Wissen wir doch schon seit
    letztem Jahr, dass unabhängige Gutachter zuletzt sowieso nicht anerkannt
    werden. Gestaltungsansätze zur Behutsamen Sanierung des Kanal`s werden
    von Mitarbeitern des Amtes mit kurzen Sätzen von Tisch gewischt.

    „Wir sind für die Sicherheit und Leichtigkeit der Schifffahrt
    zuständig“.“Wir haben dafür kein Geld“. Oder, “ die Sanierung des Kanals
    hat mit dessen Nutzungsart nichts zu tun“.

    Sicher ist das Mediationsverfahren eine Geste, aber mehr nicht.
    Die Nachhaltige Gestaltung muß eigentlich vom Senat von Berlin in Form
    einer Kanalsatzung o.ä. mit dem Ministerium verbindlich festgelegt
    werden. Dabei sind die Bürger zu beteiligen. Den Reedern müßte man
    helfen neue innovative, abgasfreie Schiffstypen evt. mit Gas Diesel-
    Elektroantrieb zu bauen oder umzurüsten. Motorenhersteller sollten zu
    einem Forschungs und Entwicklungsvorhaben angeregt werden. Aber bitte
    nicht weiter so, Herr Hildebrandt bzw. Herr Tiefensee.


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